„Haltet Euch da raus!“ – Eine ungewöhnliche Werbeaktion für den Kölner Erwerbslosen-Anzeiger

Normal ist das nicht, dass gleich eine ganze Meute ins ehemalige GgS-Büro einfällt und fast die gesamte Auflage des aktuellen Kölner Erwerbslosen-Anzeigers (KEA) „beschlagnahmt“, um diese innerhalb der Kölner ARGEn konzertiert zu verteilen.

Normal ist es auch nicht, dass ARGE-Mitarbeiter ein Abo für den KEA haben, aber doch, es gibt sie! Und am Dienstag, 3. November 2009, bekamen Mitarbeiter und Besucher zweier ARGE-Standorte ein (Frei-)Exemplar überbracht.

Es war ein Gemisch aus 'Zahltag!'-Aktion und „Antrittsbesuch“ bei den Mitarbeitern einer neu verpflichteten Security-Firma. Vor der ARGE Kalk (Bergischer Ring) war nichts außergewöhnliches wahr zu nehmen. Und doch schleicht da plötzlich eine vielleicht 20köpfige Meute durch die Etagen, verbreitet eine gewisse Unruhe, diverse Flyer und darüber hinaus den KEA.

„Juten Tach, ich bring Ihnen Ihr Abo!“

„Juten Tach, ich bring Ihnen Ihr Abo! Und denken Sie bitte an die Monatsbeiträge.“, war der Standardspruch der Boten, die Büro für Büro die Türen öffneten und mal auf Interesse, mal auf Ratlosigkeit, auch mal auf amüsante Gereiztheit stießen.
Irritation auch bei der Security, deren Mitarbeiter harsch die Aktion unterbinden wollten. „Haltet Euch da raus!“, rief man ihnen zu, wobei man sich auf eine offenbar durchaus Erfolg versprechende Strategie im Umgang mit Ordnungshütern bezog, wie sie erst am Samstag zuvor bei Auseinandersetzungen in Duisburg doch tatsächlich funktionierte.

Ob in der ARGE Kalk oder später in der U25-ARGE in Köln-Mülheim (Genovevastr.), jedesmal riefen die Security-Mitarbeiter entnervt die Geschäftsführung zu Hilfe und auch hier wurde ihnen nur gesagt: „Haltet Euch da raus!“
Nach den Eskalationen vergangener Monate durch unverhältnismäßige Polizeieinsätze, die noch Prozesse gegen solidarische Mitstreiter zur Folge haben werden, will die ARGE womöglich mehr auf Besonnenheit achten.

Nach bisher unbestätigten Aussagen von 'tacheles' in Wuppertal, soll es am Montag neben Wuppertal allein in NRW in noch fünf weiteren Städten 'Zahltag!'-Aktionen an Jobcentern und ARGEn gegeben haben.