KEAs bilden weiter

 KEA-Fahne vor Weiterbildungsmesse

Am Samstag, 8. September 2012, besuchten Die KEAs die Weiterbildungsmesse in den Kölner Sartorysälen. 75 regionale und überregionale Bildungsträger stellen ihre Angebote vor. Darunter auch schwarze Schafe. Mehrere Hundert Flugblätter (Flyer 1, Flyer 2) informierten die zahlreich anwesenden Interessenten über die "Geschäfte" des Rheinischen Bildungszentrums (RBZ) und der Euro-Schulen Organisation (ESO).

RBZ und ESO beschäftigen sich im Auftrag des Jobcenters Köln u.a. mit Arbeits- und Leistungsdiagnostik bei Erwerbslosen. Die Betroffenen werden unter Androhung finanzieller Sanktionen zu den Maßnahmen zwangsverpflichtet.

Zur Diskussion anregen

Im Gespräch mit Gabriele HammelrathWer, wenn nicht die Institutionen von Bildung, sollte ab und an hinterfragen, inwieweit sein Tun tatsächlich sinnvoll ist oder ob es nicht sogar Opfer erzeugt? Den allermeisten Ausstellern der Weiterbildungsmesse wird man womöglich gute Arbeit attestieren können, weshalb es nicht Anliegen des unangemeldeten Besuchs war, die Weiterbildungsmesse als solches zu stören. Man wollte anregen und offenlegen, was noch alles unter dem Begriff "soziales Engagement" durchgehen möchte. Gabriele Hammelrath, SPD (MdL), die die Messe eröffnete und während ihres Rundgangs von den KEAs abgefangen wurde, gab vor, jene Anregungen mitzunehmen. Zu den Vorwürfen gegen die beiden genannten Träger äußerte sie sich nicht, wenngleich sie spontan nicht ungerührt schien.

Der letzte Kunde

Werbung der Euro-Schulen Organisation (ESO)Auf einer Messe machen Aussteller Werbung für ihre Produkte und gehen auf Kundensuche. Kunde ist derjenige, der das Produkt in Auftrag gibt, es bestellt und letztlich auch kauft. Beim RBZ und bei der Euro-Schulen Organisation (ESO) stand der Kunde gleich nebenan. Auftraggeber und Zahlmeister ist das Jobcenter Köln. Eine privilegierte Partnerschaft. Letztlich geht es aber vorgeblich um einen Dienst an den Menschen, die jedoch nicht als "Kunden", sondern als unbestimmte Masse wie Material hin und her manövriert werden. Sie werden nicht gefragt, ob und welches Produkt sie kaufen möchten. Der Sachbearbeiter ordnet es - notfalls per Verwaltungsakt - an und RBZ und ESO dürfen sich glücklich wähnen. Wer sich verweigert verliert Geld, später den Strom, die Wohnung … Die Würde aber haben all jene längst verloren, die einem solchen System tragende Säulen stellen. RBZ und ESO gehören dazu.

Kritikfähigkeit: mangelhaft

Als die Messeleiterin auf Die KEAs aufmerksam wurde, verbat sie sich bezüglich der Info-Blätter, die verteilt wurden, "Fremdwerbung". "Wieso Fremdwerbung?", fragte einer der KEAs. "RBZ, Stand Nr. 11, Euro-Schulen Organisation, Stand 42.", womit das Verteilen zunächst wieder erlaubt worden war. Unnötigerweise drohte man später mit der Polizei. Dabei ist ausgerechnet "Kritikfähigkeit" ein nahezu beliebtes Kriterium, das Bildungsträger bewerten und trainieren. Das könnte man ja mal ausprobieren.

Siehe auch:

 



 

Weitere Impressionen von der Weiterbildungsmesse

 

Freie Stellen beim RBZ

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KEAs beim ''Vorstellungsgespräch''

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Bewerbungsunterlagen

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