Lustiges Wartemarkentauschen in ARGE Mülheim

Druck erzeugt Gegendruck
Das hat die Standortleitung der ARGE in Köln-Mülheim vielleicht schon begriffen, die dort noch neue Kötter-Security sollte es am 27. November 2009 lernen.

Offenbar als Reaktion auf einen Vorfall, wo es der Wachdienst unterband, dass jemand einer jungen Mutter mit Kleinkind eine Wartemarke weitergibt und der sich erst kürzlich in der ARGE Köln-Mülheim ereignete, bildete sich heute vormittag eine kleine 'Meute', die fleißig Wartemarken aus dem Automaten zog und diese nach Belieben untereinander tauschte.

Reagierte die Security vor einigen Tagen ziemlich schnell, bisweilen gereizt, bis hin zum körperlichen Einsatz, standen die Wachmänner und -frauen heute eher etwas rat- und hilflos da. Erst recht, nachdem man die Standortleitung befragte, was nun zu tun sei. „Gar nichts“ sei zu tun und: „Bloß keine Polizei!“, hieß die klare Ansage aus der Chefetage.

Ruhe! Ruhe?
Die 'Meute' nutzte nunmehr dieses "Mandat", in der Eingangzone laut mit den wartenden Menschen über den Grund ihrer Aktion zu diskutieren. Es entstand eine angespannte, aber solidarische Atmosphäre, so dass sich die Security hin und wieder bemüht sah, die Leute laut um Ruhe zu mahnen. An Wartende und ARGE-Mitarbeiter wurden Flyer verteilt, die das System von Kontrolle und Schikane grundsätzlich in Frage stellten.

"Ohne diese Aktion ...", meinte ein Wachmann, "wäre der Tag völlig ruhig verlaufen."

Aber eine "Ruhe", die bedeutet, geduldig Wartezeiten zu ertragen wegen nix oder bestenfalls eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben oder eine Trainingsmaßnahme XY antreten zu müssen; eine "Ruhe", die uns geduldig einen Lebensmittelgutschein empfangen läßt, um den wir auf Knien betteln und um den wir auf Knien danken sollen, ... kann auch eine Ruhe vor dem Sturm sein.