Schnüffler enttarnt

Nein, die KEAs werden sich nicht von jener Aktion distanzieren, die sich schließlich von ihrem kämpferischen Anspruch solidarisch FÜR und nicht gegen die Interessen Erwerbsloser richtete.
Die Aktionsform mag streitbar sein, Die KEAs (e.V.) standen hierfür auch nicht verantwortlich Pate, aber Kölner Erwerbslose in Aktion könnten es durchaus gewesen sein.

„Die Überflüssigen“ enttarnen ARGE-Prüfdienst an Privat-Wohnung!

Es geschah am 27. April 2007, als eine Gruppe von ca. 30 Menschen, Markus G., dem ARGE-Koordinator des so genannten „Außendienstes“, im Morgengrauen einen unangekündigten Besuch in Köln-Porz abstatte.
Markenzeichen jener Aktivisten sind weiße Gesichtsmasken und rote Jacken mit der Aufschrift „Die Überflüssigen“. Dabei handelt es sich um eine bundesweite Protest-Kampagne, wobei 'Die Überflüssigen' bereits in zahlreichen anderen Städten mit mehr oder weniger spektakulären Aktionen auf sich und vor allem ihre Probleme aufmerksam machen wollen.

In Porz wurden u.a. Plakate aufgehangen, die das Portrait des Chef-Ermittlers, inkl. persönlicher Daten, wie Adresse und PKW, öffentlich machten. Auch Postwurfsendungen an benachbarte Haushalte des Ermittlers wurden verteilt und ein „Weckruf“ per Megaphon verbreitet. Der Ermittler selbst soll sich erst aus dem Haus getraut haben, als die herbeigerufene Polizei anrückte. 'Die Überflüssigen' waren da bereits weg.

Nur Stunden später schlug die Gruppe ein weiteres Mal in Köln zu. Diesmal traf es die Dienststelle des Ermittlungsdienstes in der ARGE Mülheim (Genovevastr.). Auch hier hatten die Maskierten Flyer verteilt und zudem Fotos weiterer Ermittler geschossen.

Sowohl auf der Internet-Plattform »Indymedia« als auch bei »Labournet« und dem »ErwerbslosenForumDeutschland« gab es anonyme „Bekennerschreiben“, auch die kölnische Presselandschaft berichtete. Zudem wurden Fotos und Namen auch anderer Ermittler im Netz veröffentlicht.

Die Aktion, eine Amtsperson der ARGE Köln im privaten Wohnumfeld zu outen, ist nicht unumstritten. Schließlich greifen 'Die Überflüssigen' somit auf die gleichen Maßnahmen zurück, wie sie sie im Falle des ARGE-Prüfdienstes selber kritisieren. Andererseits bekommen die Mitarbeiter des Bedarfsfeststellungsdienstes so einmal höchst persönlich das Gefühl, wie's ist, wenn der „Prüfdienst“ zweimal klingelt.

In einem Presse-Statement teilte Josef Ludwig, (damaliger) Geschäftsführer ARGE Köln, mit, sich ggf. an einer Strafanzeige gegen Unbekannt zu beteiligen. Ludwig sieht das Outing im Zusammenhang von „Presseaktivitäten“ der ARGE Köln, in denen Markus G. namentlich genannt worden ist und im Zusammenhang von so genannten Alg2-Missbrauchsfällen offenbar "unglückliche Äußerungen" (O-Ton Ludwig) von sich gab. Unbestätigten Informationen zu Folge wurde das Wohnumfeld des betroffenen ARGE-Mitarbeiters noch Wochen nach der Aktion von ziviler Security bewacht. Denkbar, dass es sich hierbei um so genannte 1-Euro-Jobber handelte, da mindestens ein Kölner Maßnahmeträger derlei Dienstleistungen im Angebot und die ARGE einen schnellen Zugriff hierauf hat.


externe Berichte über die Aktion