Kölner Erwerbslosen-Anzeiger

Onlineausgabe

Let's go to Frankfurt!

Transnationalen Widerstand gegen die Einweihung der Europäischen Zentralbank am 18. März in Frankfurt gemeinsam organisieren! Offene Asamblea am Samstag, den 28. Februar 2015, um 18:00 Uhr in der "Alte Feuerwache" in der Melchiorstraße 3.

Am 18. März 2015 will die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main ihr neues Hauptquartier eröffnen. Für den 185 Meter hohen Zwillingsturm, der mit seinem Sicherheitszaun und Burggraben einer Festung gleicht, wurde die schwindelerregende Summe von 1,3 Milliarden Euro ausgegeben. Diese einschüchternde Architektur der Macht zeigt deutlich die Distanz zwischen den politischen und ökonomischen Eliten und den Menschen. Gegen dieses Symbol der Macht wollen tausende Menschen aus allen Ecken Europas ein Zeichen des Zusammenhalts setzen.

Die letzten 5 Jahre erleben wir in Europa eine absichtliche Zerstörung des Sozialen, eine zielgerichtete Verelendung, eine beschleunigte Konzentration von Reichtum und Macht und ein bewusstes Bedienen rassistischer Ressentiments. Ob Flüchtlinge, die ihr Leben riskieren, Prekarisierte, die mehr und mehr um ihre Existenz fürchten oder der Mittelstand, der mit seiner Sicherheit auch die letzte Illusion verliert – wir sind alle in unseren unterschiedlichen Realitäten betroffen. Es wird Zeit, uns unser Leben zurückzuholen und Gemeinschaft neu zu erfinden.

Es ist nötig, die lokalen Bewegungserfahrungen und Alltagskämpfe auf eine andere Ebene zu bringen, über das Nationale hinaus. Daher ist der Protest in Frankfurt die Gelegenheit, uns alle wiederzufinden im gemeinsamen Angriff auf die Einweihung des Sitzes der EZB, uns zu treffen und unsere Kräfte zu vereinen.

Sie glauben, Ihre Rechnung ohne uns machen zu können – dabei verstehen sie nicht einmal, was wir damit meinen, dass wir uns nicht mehr fügen in ihre Welt fortwährender Selbstbewertung. Ihre Politik der Entwertung alles Lebendigen, der sozialen Verelendung und Zerstörung wird sich rächen. All die Demütigungen in Behördenfluren, die Hetzerei der Hamsterräder, die Scham, schon bald nicht mehr fit, jung und flexibel genug zu sein.

Und 2015 begann schon mit einer Hoffnung. Die griechische Bevölkerung hat nicht akzeptiert, was als alternativlos gilt. Sie hat ihre eigene Krise – die Krise des Alltags, der Gesundheitsversorgung, der Flüchtlinge und Migrant_innen, der Beschäftigten und Erwerbslosen, der Schulen und Familien – dorthin zurück gebracht, wo sie hergekommen ist: in das deutsche Europa der Troika (EZB, EU, IWF), der Spardiktate und der Ausgrenzung. Sie hat nach den erbitterten Abwehrkämpfen der letzten Jahre nicht klein beigegeben und resigniert. Wir möchten das ohne Pathos sagen: Wir haben großen Respekt vor dieser Entschlossenheit. Gleichzeitig glauben wir weiterhin, dass Veränderung nicht in den Parlamenten erreicht wird, sondern von der Straße kommt. Es wird eine Antwort von uns gefordert!

Das sind genug Gründe um uns zusammen zu finden: Wir laden euch ein zu
einer offenen Versammlung (Assamblea!) in Köln, ums uns über unsere Lage
und alltägliche Kämpfe auszutauschen, um uns zu organisieren und gemeinsam nach Frankfurt zu fahren!

Was ist, ist – was nicht ist, ist möglich!

Wer sind wir? Wir sind verschiedene Aktivist_innen aus sozialen Bewegungen, Migrant_innen, Erwerbslose, prekäre und industrielle Arbeiter_innen und Gewerkschafter_innen und viele mehr aus vielen europäischen Ländern. Wir wollen unsere Kämpfe und unsere Kräfte über Staatengrenzen hinweg verbinden. Zusammen wollen wir eine gemeinsame
europäische Bewegung schaffen, einig in ihrer Vielfalt, die die Macht der Austeritätspolitik überwinden kann und damit beginnt, Demokratie und
Solidarität von unten aufzubauen. Blockupy und die Aktionen in Frankfurt
sind nur ein Schritt auf diesem Weg…

blockupy.org | march18.net | destroika.noblogs.org