Soziale Kampfbaustelle – Noch kein Resümee

Neben dem 'Zahltag!' am 1. Oktober hatte sich die 'Soziale Kampfbaustelle' auch den Schwerpunkten 'Recht auf Stadt' und 'Arbeitsmigration' im Zusammenhang arbeitsuchender Menschen aus Bulgarien gewidmet. Auch 'Selbstorganisierung' war Thema einer höchst interessanten Gesprächsrunde.

Die KEA-Fahnen und der KEA-Pavillon waren zwar dominant, aber an der Baustelle angekommen haben die KEAs gewissermaßen aufgehört, KEAs zu sein. „Wir wollen das Wir proben.“, war Anspruch und wesentliches Ziel jener Baustelle. Da sind Gruppenbekenntnisse geeignet, Grenzen zu manifestieren, die es aufzulösen gilt. Einerseits.

Nimmt man aber mal das Wappentier der KEAs als das, was es ist, nämlich ein intelligenter Schwarmvogel, befähigt zur solidarischen Schlagkraft, könnte sich womöglich jeder Teilnehmer des Camps darunter wiederfinden. Andererseits.

Bei den KEAs, die das Camp auch als eine Art 'Fachtagung' unter Freunden aus Köln, Berlin, Offenbach, Herford und Frankfurt verstehen, wird sich so mancher Eindruck erst setzen müssen. Erste Stimmen rufen nach einer Klausur, das Erfahrene und Erlernte zu verarbeiten. Und – so viel ist sicher – wir haben viel gelernt. Die daraus zu ziehenden Schlüsse könnten auch für die KEAs bedeutende Veränderungen und Bereicherungen mit sich bringen.

Verarbeiten müssen wir aber auch unsere Erfahrungen mit der Kaltschnäuzigkeit einer Sozialdezernentin gegenüber jenen bulgarischen Arbeitsmigranten und unserem gemeinsamen Anliegen während einer Aktion im Kölner Rathaus.

Eine Artikel-Serie des Kölner Stadt Anzeigers motivierte uns dazu, den bulgarischen Menschen des sogenannten „Arbeiterstrichs“ in Köln-Ehrenfeld eine andere Form der Willkommenskultur entgegen zu bringen, als jene, die zwischenzeitlich in dieser Stadt und ihrem Stadtanzeiger hofiert wird.
In der Presse werden die Themen 'Schwarzarbeit' und 'Zoll' und der Unmut genervter Anwohner thematisiert, aber nicht die Notlage der betroffenen Menschen. Das ermutigt offenbar einige Anwohner, die Sitzgelegenheiten der Betroffenen mit Marmelade oder Schoko-Creme zu beschmieren.

Alte Kölner sagen, Köln wäre mal anders gewesen. Zeit zu fragen: Was ist zwischenzeitlich passiert? Na, klar: Etablierte Armut erhöht den Konkurrenzdruck unter den Leidenden. Die wollen uns gegeneinander ausspielen.
„Nicht mit uns!“, war da die ganz klare Ansage des Camps und wird Ausgangspunkt weiterer Überlegungen sein.

Insofern wollen die KEAs dem Resümee aller Beteiligten der Kampfbaustelle in Köln nicht vorweg greifen und zu einer gemeinsamen Stellungnahme beitragen.

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