KEAs senken Sanktionsquote in Köln

In Sachen Sanktionen gegen Erwerbslose liegt das Jobcenter Köln etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Der beträgt 3,4 Prozent (aller Hartz-IV-Betroffener), in Köln 2,7. Und der am 17.04.2013 im Kölner Stadt Anzeiger zitierte stellvertretende Geschäftsführer des Kölner Jobcenters, Olaf Wagner, glaubt allen ernstes, es läge allein an der moralischen Einstellung seiner Behörde. Das ist nicht fair!

Die KEAs sind schlecht in der Dokumentation ihrer "Arbeit" oder ihres Engagements, was daran liegen mag, dass sie mitunter hedonistisch veranlagt und zudem politische Überzeugungstäter sind. Geld kriegen die auch nicht dafür. Deswegen werden Die KEAs nicht beweiskräftig sagen können, wie hoch ihr Anteil an der schwächelnden Sanktionsquote Kölns tatsächlich sein mag. (Wenn das mal keinen Ärger gibt, Herr Wagner.)

Einer Hochrechnung zufolge leisten KEAs über 500 Begleitungen im Jahr. Die Mittwochsberatung wird wöchentlich von 20 bis 40 Menschen aufgesucht, KEA-Mitglieder haben 24-Stunden-"Rechtsschutz" und regeln ihre Probleme solidarisch per Mail oder Telefon oder in Aktion. Nicht zu vergessen, wie viele Betroffene sich auch ohne Die KEAs, aber möglicherweise davon angestiftet, erfolgreich zur Wehr setzen.

In der Beratung geht es geschätzt bei sechs von zehn "Fällen" zunächst einmal um die Abwehr oder die nachträgliche Aufhebung von Sanktionen. Die Quote des Gewinns (unsererseits) liegt dabei bei gefühlten 99,9 Prozent!

Genau genommen könnte der KEA-Faktor sogar dazu beitragen, eine gewollte und möglicherweise überdurchschnittliche Sanktionsquote in Köln zu kaschieren, die nur nicht zustande kam, weil wir sie verhinderten. Ist das jetzt ein Grund zum Feiern, Herr Wagner? ... Für uns, ja!