Nur ein Veranstaltungsresümee?

von Petra S.

Ich kannte Die KEAs bisher nur von ihrer Mittwochsberatung. Letzten Freitag besuchte ich die Film- und Leseveranstaltung „arbeitsscheu – abnormal – asozial“ und durfte die KEAs von einer anderen Seite erleben.

Ich finde es einfach großartig, den Blick über den Tellerrand (Hartz IV und Arbeitslosigkeit) zu heben, um das Große und Ganze zu erfassen, was damit alles zusammen hängt. Jeder ahnt es, aber die Filmemacherin und Autorin [Andrea Behrendt und Anne Allex – Anm. d. Red.] analysieren die düsteren Ursprünge sogenannter „Erziehungsmethoden“ in Deutschland. Bei den ganzen Grausamkeiten, die da zu Tage kamen und die ich noch nicht wusste, fällt es mir erst einmal schwer, einen Vergleich zu den Zuständen heutiger Jobcenter zu akzeptieren. Allerdings scheinen die Wertvorstellungen, mit denen man Menschen gegenübertritt, ähnlich oder ähnlichem Ursprungs zu sein. Vor allem dann, wenn Arbeitslose echt in ihrer Existenz bedroht sind. (Durch Kürzungen, durch drangsalierende Maßnahmen oder wenn nur das Geld nicht pünktlich überwiesen wird und der Vermieter vor der Tür steht.) Ein Thema, das auch in den öffentlich-rechtlichen Medien Berücksichtigung finden sollte. Der Film sowieso!

Auch toll, dass darauf hingewiesen wurde, vom theoretischen Wissen in die Praxis finden zu müssen. Sich nicht mehr alles gefallen zu lassen, sich organisieren, Widerstand leisten. Ich bin dabei! Danke für den interessanten Abend!

KEAs an Petra

Liebe Petra,
vielen Dank für Dein Feedback und Deine persönlichen Schlussfolgerungen! Es kommt uns wie gerufen, weil wir stets bemüht sind, das Missverständnis aufzulösen, die KEAs seien eine professionelle Beratungsinstitution. Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, lass uns bitte auf Folgendes hinweisen:

Mit Organisierung meinen wir SELBSTorganisierung! Also nicht die Organisierung anderer, sondern die Organisierung von uns. Jede/r kann mitmachen!

Den Dank für die Veranstaltung – an der immerhin über 60 Gäste teilnahmen – nehmen wir gern entgegen, wollen wir aber geteilt wissen mit Andrea Behrendt und Anne Allex und anderen Verbündeten. Hier sei nochmal explizit das Autonome Knastprojekt in Köln erwähnt!