Für ein Autonomes Zentrum! – Alles muss man selber machen!

Aufruf der Unterstützer des Autonomen Zentrums zu einer Demonstration im Falle einer Räumung. Am Samstag nach Tag X, 15:00 Uhr, auf der Domplatte.

Seit mehreren Wochen besteht ein Autonome Zentrum in Köln-Kalk. In
dieser Zeit haben mehrere tausende Besucher_innen in über 180
Veranstaltungen diesen besonderen Ort genutzt und selbst
mitgestaltet. Das erste rechtsrheinische Kino wurde gegründet, in
zahlreichen Workshops wurden Fähigkeiten weitergegeben, die
wöchentliche Arbeitslosenberatung half vielen Menschen bei Problemen
mit der ARGE, dutzende Konzerte verschafften lokalen Bands endlich
kostenlose Auftrittsmöglichkeiten, Ausstellungen fanden ihr Publikum,
politische Gruppen nutzten das Haus für ihre Arbeit – alles
selbstverwaltet und unkommerziell, ohne einen Cent von der Stadt. Die
Idee eines Ortes, an dem Menschen unabhängig von ihrem Geldbeutel
Kultur genießen und schaffen können, ist angekommen.

Die besetzte ehemalige KHD-Kantine wurde jahrelang von der
Stadtsparkasse leer stehen gelassen und dem Verfall Preis gegeben.
Ohne die Besetzung wären weitere Jahre ohne Nutzung die Folge gewesen. Die Besetzer_innen suchten von Beginn der Besetzung an das Gespräch mit der Politik. In zahlreichen Unterredungen wurde nicht nur die Idee eines Autonomen Zentrums dargelegt, sondern mit einem Nutzung- und Finanzierungskonzept der Weg frei gemacht für ein dringend benötigtes kulturelles Zentrum im rechtsrheinischen Köln.

Der Oberbürgermeister Roters und die Stadtsparkasse Köln haben sich
gegen eine sinnvolle Nutzung der Wiersbergstr. 44 ausgesprochen. Unter
fadenscheinigen Vorwänden und mittels Fehlinformierung der
Öffentlichkeit soll das Autonome Zentrum geräumt und die
ehemalige Kantine abgerissen werden, ohne dass Pläne für eine Nutzung
des Geländes bestehen. Wie schon beim Barmer Viertel in Deutz wird
der nächste „teuerste Parkplatz Deutschlands“ vorbereitet.

Wir Freund_innen des Autonomen Zentrums, Linke,
Gewerkschafter_innen und Kalker Bürger_innen rufen auf, am Samstag
nach der Räumung des Autonomen Zentrum zur Demonstration: „Für ein
autonomes Zentrum! – Alles muss man selber machen!“.
Die Häuser können geräumt werden, das Gebäude einem Parkplatz weichen, die Idee eines selbstbestimmeten Lebens und einer selbstorganisierten Kultur kann jedoch nicht abgerissen werden.

Samstag nach Tag X, 15 Uhr, Domplatte Köln

Die KEAs fühlen sich der Idee eines Autonomen Zentrums eng verbunden und werden sich weiterhin solidarisch aktiv dafür einsetzen. Wir unterstützen diesen Aufruf.