Für ein, zwei, drei, ganz viele gallische Dörfer!
Am Freitag, den 04.12.2009, um 19:00 Uhr im Naturfreundehaus Köln-Kalk.
Die sozialen Verhältnisse um uns herum spitzen sich zu – immer unübersehbarer werden die Zwänge und Zumutungen, denen wir in der Schule, in der Ausbildung, im Job, auf dem Ausländeramt, im Jobcenter oder im Knast ausgesetzt sind. Immer mehr „Zugeständnisse“ hinsichtlich unserer ökologischen, ökonomischen und sozialen Sicherheit werden uns abgepresst. Diesen zahllosen Angriffen des kapitalistischen Systems auf uns – auf unser Leben, auf unsere Selbstbestimmung und unsere Würde - gilt es, lautstark und deutlich vernehmbar etwas entgegenzusetzen. Wir denken, dass es an der Zeit ist, uns mit Euch und vielen anderen zusammenzutun statt uns gegeneinander ausspielen zu lassen, um uns kennenzulernen und auszutauschen. Dabei wollen wir keine linken Selbstvergewisserungen abfeiern, sondern jenseits von Gruppenzugehörigkeiten und Zuschreibungen auf Basis einer radikalen Gesellschaftskritik gemeinsam ins Handeln kommen.
Daher laden wir euch ein zur ersten „Soziale Kämpfe“- Vollversammlung. Jede/r ist herzlich eingeladen vorbeizukommen, mitzudiskutieren und die eigenen Ideen in den Raum zu werfen – am Freitag, den 04. Dezember, ab 19.00h im Naturfreundehaus in Köln-Kalk, bei Schnittchen und noch mehr Speis und Trank.
Da Jammern und Klagen allein bekanntlich wenig weiterhilft und wir von Apathie, Vereinzelung und dem Rückzug ins Private wenig halten, sollten wir überlegen, welche Chancen von Widerstand sich uns in der gegenwärtigen Situation und zu den vielfältigsten Gelegenheiten bieten. Denn manch ein „gallisches Dorf“ zeigt, dass es auch anders geht, und dass Wut, Gegenwehr und Widerstand durchaus erfolgreich sein können. Ob das gemeinsame Erstreiten von Leistungen auf dem Amt wie bei 'Zahltag!' auf der ARGE, die Abwehr sich verschlechternder Arbeitsbedingungen beim Gate Gourmet Streik, die generationen- und klassenübergreifenden Bildungsstreiks in Frankreich oder der Aufstand der Jugend in Griechenland im letzten Jahr – all die verschiedenen Versuche lassen spüren, dass diejenigen mehr werden, die sich nicht länger alles gefallen lassen.
Den Kampf gegen die sozialen Verschärfungen können wir aber nicht jede/r für sich allein gewinnnen! Es ist Zeit, dass wir uns unserer selbst, unserer gesellschaftlichen Situation und unserer politischen Möglichkeiten wieder bewußt werden und uns zusammenzutun – dass wir als kämpfende Bewegungen wieder laut und deutlich wahrnehmbar werden, um uns und unsere Wut nicht länger in Schule, Job oder Amt vereinzeln zu lassen. Vielmehr gilt es, die Mauern zu überwinden, die uns trennen, und die Kämpfe in Schule und Betrieb, gegen ARGE und Knast, in Abschiebeanstalten oder gegen Zwangsräumungen zusammen zu denken, zu erleben und gemeinsam daran teilzunehmen.
Wir wollen die Erfahrungen und die Konsequenzen aus den Kämpfen, die wir führen, gegenseitig vermittelbar machen und miteinander verbinden. Es gilt, das scheinbar Unmögliche wieder zu denken, uns gegenseitig anzustecken mit unseren Ideen, und uns zu organisieren.
Daher:
Auf zur 1. „Soziale Kämpfe“-Vollversammlung!
(Kapellenstr. 9a, U-Bahn Linien 1 oder 9 bis Kalk-Kapelle)
Die Initiative zu dieser Vollversammlung ist bei Gesprächen zwischen Leuten aus den Zusammenhängen 'Zahltag!', 'agenturschluss', Antifa AK (Köln) und den KEAs entstanden.
P.S.: Die Diskussion, aber vor allem auch das Buffet leben von Euren Beiträgen ... Bringt also gern etwas zu Essen und zu Trinken mit.