Update: Zum Programm
„Her mit dem AZ – und zwar sofort! Ein Autonomes Zentrum in Köln als Ort emanzipatorischer Praxis, politischer Organisation und Pyranhabecken für selbstorganisierten, unkommerziellen Hedonismus!“ Das ist die Forderung der Demonstration, die am Samstag gegen 12:00 Uhr am Rathausplatz startet, über die Deutzer Brücke bis nach Kalk geht und dort in einem Autonomen Veedelfest gipfeln soll. Auch die KEAs werden mit einem Infostand vor Ort sein.
Während des informellen solidarischen Austauschs zwischen Pyranhas und KEAs dürfen wir eine bisher wohlkakuliert konzentrierte und gleichermaßen konzertierte Kampagnenarbeit erleben. Anstatt gleich nach Schließung des einstigen Autonomen Zentrums „Schnapsfabrik“ das nächst größere und leer stehende Gebäude zu besetzen, besannen sich die Initiatoren der Kampagne zunächst einmal darauf, Kräfte und Geist zu sammeln. Auch Verbündete, zu denen sich die KEAs bereits in einem Artikel auf dieser Homepage bekannten.
Hiernach kam es zu vereinzelten Aktionen wie Umsonstflohmärkten und Kunstausstellungen, Straßentheater und Straßenkino, Poetry Slam und Untergrundlesung, Tanzdemo und Finanztanz und sogar zu einer Art Probebesetzung eines befristeten AZ. Aktionen an öffentlichen Orten (z.B. U-Bahnen) und sozialen Brennpunkten (z.B. Banken) mit zum Teil vielen Hundert Teilnehmern. Mit Veranstaltungen dieser Art wird strategisch der Bedarf eines solchen Freiraums untermauert, gleichzeitig ging man in der Kommunalpolitik Klinken putzen und recherchierte darüber, wie es am besten anzustellen sei, ein solches Haus zu (selbst)verwalten.
Im »Aufruf« zur Kampagne heißt es u.a.: „Emanzipation ist ein kollektiver Prozess und bedarf ebensolcher Orte, an denen man zusammenkommen, sich kennenlernen, informieren, diskutieren und politisch organisieren kann, um in die Gesellschaft und in soziale Kämpfe zu intervenieren und einen Angriff auf die Verhältnisse zu starten.“
Das liest sich nicht immer so schön und so leicht in jenem Text, aber lässt hoffen, dass es nicht als selbstbefriedigende (wie: selbstzufriedene) Nische verkommen wird, während die sozialen Kämpfe an der emanzipatorischen Ich-Findung und der theoretischen Kapitalismuskritik vorbei gehen.
Gerade in den Auseinandersetzungen um Hartz IV haben wir als KEAs gelernt, dass es angesichts diverser höherer Mächte geradezu unsinnig erscheint, Energien aufzuwenden, das Thema angemessen in der so genannten Mainstream-Presse zu plazieren. Es ist nicht gewollt! Um so wichtiger ist es, auf unsere eigenen autonomen Medien und Netzwerke zu bauen und diese zu stärken. Das Internet ist dabei das Eine (und freilich nicht mehr wegzudenken), aber letztlich bedarf es immer reale Orte der Begegnung, um so was wie Gemeinschaft wahrhaftig spüren und daran (auch individuell) wachsen zu können. Insofern könnte bzw. soll und muss ein Autonomes Zentrum in Köln zum Bestandteil der sozialen Bewegung, des sozialen Netzwerks werden. Als Ort und Ausgangspunkt kreativer Koch-Kunst, als Ort und Ausgangspunkt politischer Auseinandersetzungen, als Ort und Ausgangspunkt der Verbündung, aber auch als Ort für Entspannungsmomente, die wir bitter nötig haben.
Die KEAs rufen dazu auf, sich an der Demo solidarisch und kreativ zu beteiligen.
Ottmar-Pohl-Platz
Schnapsfabrik
Naturfreundehaus
Träsh Chic
Lamäng
Vorstadtprinzessin
S-Bahnbrücke Taunusstr./Ecke Wetzlarer Str.
Kalk-Post
Kalk