ARGE Köln-Chorweiler lässt Familie hungern

Ein aktueller Vorfall bei der ARGE Nord in Chorweiler beschäftigt die KEAs. Auf Anraten (die Betroffenen sprechen von "Drängen") des Sachbearbeiters hatte die Frau (und Mutter zweier Kinder) einen Rentenantrag gestellt. Dieser wurde genehmigt, jedoch kommt díe Rente erst zum Monatsende (März). Das verbleibende ALG 2 der Bedarfsgemeinschaft reicht nach Zahlung von Miete, Strom, Telefon und diversen Einkäufen selbstverständlich nicht bis zum Monatsende. Die ARGE akzeptiert und genehmigt auch ein so genanntes Überbrückungsdarlehen (und unterstellt richtiger Weise auch kein unwirtschaftliches Verhalten). Aber anstatt das Darlehen wenigstens anteilig in bar auszugeben, vertröstet sie die aktuell mittellose Familie auf eine Überweisung, die möglicher Weise dann zeitgleich mit der Rente der Mutter auf dem Konto eingeht. Notfalls könne die ARGE, so das gönnerhafte Angebot des Sachbearbeiters (Name ist der Redaktion bekannt), mit einem Lebensmittelgutschein helfen. Wie bitte? ... Herr Müller-Starmann (ARGE Geschäftsführer), Frau Marlis Bredehorst (Sozialdezernentin), lesen Sie mit?

Update
Der Hilferuf der Familie erreichte die KEAs gestern um 08:20 Uhr per Mail, heute gegen 11:20 Uhr (also 27 Stunden später) hatte die Familie das restliche ihr zustehende Geld (wobei es sich um einige hundert Euro handelte) bar in den Händen. Aufwand: ein Telefonat mit der ARGE (Terminvereinbarung) und ein Beistand heute vor Ort.
Der Darlehensantrag hingegen wurde bereits am 3. März gestellt und bis heute (sieben Tage später) noch nicht bearbeitet.

Auch mit dem Sachbearbeiter, der zuvor irriger Weise den Lebensmittelgutschein anbot, wurde ein "klärendes Gespräch" durchgeführt. Punkt für Punkt wurden die rechtlichen, aber auch moralischen Aspekte in Sachen "Gutschein" noch mal abgeklopft. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!

Ganz entsprechend des Prinzips der GEGENseitigen Hilfe und Solidarität hat sich der Familienvater in die Unterstützerliste der KEAs eintragen lassen und will sich an zukünftigen Aktionen aktiv beteiligen. (Wir könnten hunderte, aber durchaus auch tausende KEAs sein! ... Und Hartz IV wäre quasi nicht mehr umsetzbar.)