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Arbeitsloseninitiative - Glauchau, Zwickau, Cloppenburg
Aktualisiert: vor 2 Stunden 51 Minuten

Museumsbesuch und Spazierengehen – 2

18. Mai 2015 - 10:08

Nun ist es soweit, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war hat Frau Rank, die mit sehr zweifelhaften Mitteln ein Gespräch zu dem sie selbst vorgeladen hatte aber verhindert hat, eine Anhörung wegen Verhängung einer Sanktion geschickt. Es ist eine Anhörung zum Zweck der Wahrung des Anscheins, hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren durchzuführen.

Da muss man sich schon eine Frage stellen? Kann eine angebliche Behörde, die zweifelsfrei hoheitliche Rechte eines Staates ausübt, sozialfaschistisch orientiert und mehrheitlich repressiv und mit inneren Steuerungs- und Lenkungsaufgaben (Statistikfälscherei) beschäftigt ist, überhaupt ein faires Verwaltungsverfahren durchführen?

Ich meine nein! Da sind zum einen die Anzahl der Verfahren bei den Sozialgerichten und zum anderen die Zahl der im Vorfeld gewonnenen Widersprüche und dann der gewonnenen Sozialgerichtsverfahren. Gegen jedwede andere Beteuerung sprechen diese Fakten doch eine deutliche Sprache.

Durch Auslese wurde über Jahre hinweg versucht, auf jeden Bürostuhl der Arbeitslosenverfolgungsbehörde Menschen mit schlechtem Charakter zu platzieren, was auch sehr gut gelungen ist. Jedwedes Fehlen von Empathie, Mitmenschlichkeit und ein ausgeprägtes Fahrradsyndrom kennzeichnen einen größeren Teil der Belegschaft.

Es ist geradezu lächerlich, hier ein Sanktionsverfahren einzuleiten, mir erschließt sich der Grund eigentlich nur in eine Richtung. Es kann nicht angehen, dass plötzlich eine Lücke im System entdeckt wurde die genutzt werden kann, um die Umerziehungsmaßnamen einer sozialfaschistischen Behörde zu umgehen. Vorhergehende Geschäftsführungen hatten nach solchen Vorfällen wenigstens die Füße stillgehalten und Ruhe bewahrt. Die jetzige Geschäftsleitung unter Führung von Frau Mathilde Schulze-Middig scheint besondere Ambitionen zu haben, auch noch den letzten Erwerbslosen nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen.

Das Internet ist voll von Rufern die jedem klarmachen, dass der Kaiser nackt ist. Die Zahl der Augenerkrankungen scheint aber exponentiell gegenüber den Schweinereien zu steigen. Anders kann man die unterwürfige Demut bis hin zur Inkaufnahme der Gefahr für das eigene Leben und die Gesundheit nicht deuten.

Eine kleine Anregung wäre doch die Gründung von PEgS (Patriotische Erwerbslose gegen Sozialfaschismus). Es würde ja schon reichen wenn sich ein paar Sanktionierte treffen und einen Abendspaziergang unternehmen, der sie bei Sanktionierungskräften oder Geschäftsleitung vorbeiführt. Wenn die Not groß ist, könnte man auch um eine Gabe bitten, oder fragen ob man zum Abendbrot herzlich eingeladen ist. Sowas müsste natürlich absolut friedlich ablaufen, dann könnten die Damen und Herren doch mal ihre gute Seite zeigen.
Das ist jetzt nur so eine erste Idee, sozusagen Brainstorming und wird von mir keineswegs empfohlen. Sollte es dennoch Leute geben, die so etwas in die Tat umsetzen, distanziere ich mich schon jetzt davon. Natürlich kann jeder am Brainstorming teilnehmen und Ideen sind immer willkommen.

 

A. Pianski

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Auf ein Wort – 2

14. Mai 2015 - 17:21

Da haben wir (ich) aber völlig ins Klo gegriffen. Nein sowas aber auch. Jetzt ist unser linker Ruf irgendwie, so scheint es, im Nirwana verschwunden. Wie kann man aber auch als durch und durch links stehend, Ken Jebsen eine Plattform bieten. Pfui und noch mal Pfui.

Jetzt ist uns die Liebe mit einem Schlag entzogen worden.

Was passiert hier eigentlich?

Zuerst mal bekenne ich mich schuldig, ein Video von YouTube mit dazugehörigem Text auf unserem Blog eingestellt zu haben. Dieses Bekenntnis ist jetzt keine besonders würdigungswerte Tat, ist es doch von jedem ohne große Anstrengung nachvollziehbar. So, was passiert aber jetzt?

Ken Jebsen, Entschuldigung, dass ich den Namen schon wieder verwende, hat den Ruf, rechtes Gedankengut zu vertreten und zu verbreiten. Soweit, so gut. Da bekomme ich doch eine Mail, wohin Gegenwind denn jetzt geht. Mail hin, Mail her, Freundschaft aufgekündigt. Übrigens schätze ich den Menschen sehr und tue es auch heute noch und empfinde den Bruch als sehr schade. Nun gehe ich auf eine befreundete Seite, die uns sogar verlinkt hat und was muss ich feststellen, Gegenwind existiert nicht mehr. Ich habe die KEAs persönlich kennengelernt und schätze die Leute und auch ihre Arbeit im Kampf gegen Hartz IV sehr hoch ein, aber das was hier passiert, ist schon etwas bizarr. Ständig wird für Demokratie, für Toleranz und für ein friedliches Miteinander geworben und auch dafür, dass es praktiziert wird. Das scheint aber nur solange zu gelten, solange die Meinungen übereinstimmen.

Aber, und da werde ich jetzt wieder allgemein, funktioniert Mensch ganz anders. Wenn wir meinen zu wissen, dass jemand anderes nicht in unser Weltbild passt, ist es schnell vorbei mit Toleranz und Demokratie, so wie wir sie momentan verstehen. Das ist einfach menschlich. Auch ich bin nicht frei von Ressentiments, Vorurteilen und Vorverurteilungen und was die menschliche Psyche so alles noch produziert. Vor allem passiert das meist spontan. Davor ist keiner gefeit, das ist Fakt. Aber, und das versuche ich ständig, mit mehr oder weniger Erfolg, im Nachhinein mir über die ganze Situation klar zu werden.

Die Welt ist bunt und nicht schwarz, aber auch nicht weiß. Politisch wird es deshalb auch keine Roten, keine Grünen und keine Schwarzen und schon gar nicht Lila getünchte geben. Es gibt auch meiner Ansicht nach keine Linken und keine Rechten wie auch kein Unten und Oben. Es ist immer der eigene Standpunkt, der uns zu solchen Begriffen greifen lässt. Erkennen wir diese Vielfalt doch einfach an. Erkennen wir einfach an, dass die Evolution uns so gemacht hat wie wir sind, auch wenn es uns nicht passt. Ist einer, der keine Ausländer in Deutschland haben möchte gleich ein Nazi, oder einer der gegen Krieg ist automatisch ein Linker? Diese Schubladen sind unangebracht und dienen als Keule um anders denkende zu bekämpfen.

Teile und Herrsche. Das ist jedem bekannt, aber die Mehrheit fällt immer noch darauf herein. Linke gegen Rechte, Moslems gegen Christen, Alt gegen Jung und so weiter. Wir sind Menschen und da braucht es solche Schubladen einfach nicht. Menschen mit einer Grundeinstellung, die allen von uns ein erträgliches Leben ermöglichen will, sollten miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Wenn einer in der Gruppe eben in einzelnen Punkten andere Ansichten vertritt, dann ist das ebenso. Da besteht noch lange kein Grund, ihn auszuschließen. Man sieht es Land auf und Land ab. Es sind immer nur Wenige, die es schaffen, sich zusammenzuschließen, weil ein Meinungsdogma größere Gruppen verhindert. Wir schaffen uns unser Dilemma selbst, weil wir ständig unseren Bestimmern auf den Leim gehen und das hat nichts mit Nichtwissen zu tun.

Zu empfehlen ist eines. Einfach mal aus der Tretmühle heraustreten, sich an den Spielfeldrand stellen und sich dieses absurde Treiben anschauen. Manche können das und sie sollten es auch mal tun. Mir ist dabei aufgefallen, dass das ganze Lebensspiel doch in eine ziemlich blöde Richtung läuft. Absurd das Ganze und eigentlich total gegen die Interessen der meisten Menschen. Das schönste aber ist, dass wir dieses Dilemma uns selbst verordnet haben. Die Schlussfolgerung müsste nun sein, dass wir es auch selbst verändern können. Oberste Priorität hat bei uns aber die Aufklärung und Leute auf unsere Meinung einzuschwören. Da verbringen wir viel Zeit damit und verbrauchen auch jede Menge Ressourcen. Ein Seminar hier, ein Vortrag dort. Bei diesen Veranstaltungen tummelt sich dann sowieso das eigene Klientel, die eh schon alles wissen. Spontan die Leute zusammenzunehmen, die die Einsicht gewonnen haben, dass es so nicht weitergehen kann und einen Plan aushecken um eine Veränderung zu erreichen, ist meiner Ansicht nach der bessere Weg.

Schuld sind nicht die da „Oben“. Schuld sind wir selbst, weil wir alles mit uns machen lassen und weil wir auch noch auf die dümmste Lüge hereinfallen. Wir glauben lieber anderen, als selbst Sachen in die Hand zu nehmen. Die da „Oben“ haben da keine Schuld, die machen nur was ihnen ermöglicht wird und das ist rein menschlich. Das sind auch keine Egoisten oder Menschenfeinde. Sie sorgen für Ihresgleichen, mehren ihren Reichtum und sorgen für ein gutes und angenehmes Leben, das wir ihnen ermöglichen. Sie betrachten nur den Rest der Menschen als Untertanen. Das ist alles. Das sind alles ganz normale menschliche Eigenschaften, die natürlich über lange Zeit kultiviert wurden und somit fest im Geist verankert sind. Auch ihre Vasallen, die Regierungen, haben ganz menschliche Züge. Es ist in uns angelegt, dass wir nach Macht streben, immer mehr Reichtum haben wollen, oder die Eitelkeit bedient wird. So lange sie ihren Herren die Wünsche erfüllen, werden auch diese Eigenschaften bedient.

Da diese menschlichen Eigenschaften auch in jedem angelegt sind, kann im Prinzip auch jeder an jeder beliebigen Stelle in der Gesellschaft seinen Platz finden. Es kommt lediglich darauf an, wo ich hineingeboren werde, oder wo mich mein Schicksal hin verschlägt. Wäre ich in einer Bankenfamilie großgeworden, könnte ich heute auch Chef der europäischen Zentralbank sein und würde sicherlich auch nicht anders handeln. Also, es ist müßig, sich ständig über die da „Oben“ aufzuregen und sie gar als dumm zu bezeichnen, das sind sie nämlich in keinster Weise. Uns hilft nach meiner Ansicht nur eines, uns selbst zu bewegen und unser Leben selbst zu gestalten. Davon sind wir aber noch so weit weg, dass ich fürchte, dass wir erneut durch ein tiefes Tal gehen müssen.

Akut bedroht uns Krieg und/oder der Zusammenbruch unseres Geldsystems. Die Wahrscheinlichkeit, dass uns beide Szenarien treffen werden ist gar nicht so gering und wir leisten uns, unsere Zusammengehörigkeit zu sabotieren und eigene kleine „Glaubensgemeinschaften“ zu bilden.

Vielleicht treffen wir uns mal in einem Luftschutzbunker oder als Überlebende, verstümmelt und halb tot in einer nuklearen Wüste. Dann können wir diesen Gedanken von mir weiterspinnen.

 

A. Pianski

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Finanzelite

13. Mai 2015 - 17:45

 

 

 

 

 

 

“Politicians are put there to give you the idea that you have freedom of choice.
You dont’t. You have no choice!
You have owners.
They own you!”
(Aus dem Song “Illuminati” von Anonymous.)

Im Jahr 2011 veröffentlichte ein Forscherteam an der ETH Zürich die Studie “The network of global corporate control” (“Das Netzwerk der globalen Unternehmenskontrolle”) und stützte sich dabei auf öffentlich zugängliche Daten aus dem Jahr 2007. Die Forscher zählten 37 Millionen Unternehmen und Investoren weltweit, angefangen beim Großkonzern a la Nestlé oder Apple bis hin zum Eine-Person-Tante-Emma-Laden in Hinterbelutschistan. Genauer hingeschaut gehörten bzw. gehören diese 37.000.000 Unternehmen aber komplett zu 43.000 internationalen Firmen. Waren diese internationalen Unternehmen alle eigenständig? Mitnichten! Insgesamt kristallisierten sich nämlich 1.318 Konzerne heraus, die mindestens an zwei, durchschnittlich aber an 20 anderen Unternehmen beteiligt waren. Mit anderen Worten: Alle Unternehmen weltweit wurden durch Konzerne, die nur 0,0035% der Firmen ausmachten, gelenkt. Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, aber diese Machtkonzentration wäre selbst dann, wenn diese Konzerne unabhängig voneinander agieren würden, schon mehr als erschreckend. Und wer immer noch dem Traum anhängt, die Wirtschaft – d. h. die Konzerne – würden uns allen dienen, der bzw. die sehe sich bitte einmal die Doku “The Corporation” an, um ganz schnell eines Besseren belehrt zu werden.

Es stellte sich den o. e. Forschern die Frage, ob denn wenigstens diese paar Megakonzerne eigenständig sind. Mitnichten – sie sind es nicht! Dröselt man deren Verflechtungen und Seilschaften auf, dann bleiben unter dem Strich läppische 147 Unternehmen übrig, die sich gegenseitig kontrollieren. Und auch die sind weder eigenständig noch unabhängig. Sie hängen nämlich am Tropf von 50 Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen. Sie hängen am Tropf von einer Finanzelite. Die hat das Sagen. Weltweit. Diese Finanzelite ist weder statisch noch homogen. Mal kommen welche und mal gehen welche. Aber sie bildet aufgrund ihrer Weichenstellung die echte, nicht demokratisch legitimierte Regierung und lässt sich seitens der von ihr über Lobbyarbeit und Korruption gesteuerten Scheinregierungen einzelner Staaten im Zweifelsfalle auch gerne mal “retten”. Nämlich dann, wenn sie Mist gebaut hat. Für die Rettung sind ihre Politmarionetten zuständig, also diejenigen Politiker, die dem jeweiligen Volk eine solche Rettung als “systemrelevant” und “alternativlos” verkaufen wollen.

Für eine Finanzelite und deren Misswirtschaft ist es das tatsächlich – nämlich “systemrelevant” und “alternativlos”. Für das Volk hingegen nicht, denn dass es auch völlig anders geht, hat das Beispiel Island bewiesen. Man kann durchaus Banken pleitegehen lassen und die Finanzelite abstrafen, zum Wohle von Vielen. Doch man kann von gesteuerten Marionetten nicht erwarten, dass sie Rückgrat zeigen und so eine Zäsur zum Wohle des Volkes mittragen. Das Machtgerangel von denen beschränkt sich auf den elitären Kreis, bleibt sozusagen “in der Familie”. Diese Familie ist die Finanzelite – eine Finanzelite, zu der beinahe jeder auch nur halbwegs prominente Politiker liebend gern dazugehören möchte, um auch ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen. Es ist allerdings keineswegs die besagte Finanzelite, welche den großen Kuchen herstellt. Sie eignet ihn sich lediglich ungefragt an (Diebstahl?) und verteilt ihn nur. Die Hersteller – das sind nämlich wir. Wir, die wir nicht nur nichts davon abbekommen, sondern die wir darüber hinaus auch noch zwecks Herstellung eben dieses Kuchens nach Strich und Faden ausgebeutet und zum Mitmachen genötigt (gezwungen?) werden.

Man will uns einreden, dass man es durch Arbeit zu etwas bringen kann. Dazu wird gerne auf das altbekannte Beispiel “vom Tellerwäscher zum Millionär” aus den Anfangstagen der USA verwiesen. Diese Möglichkeit mag vielleicht tatsächlich einmal bestanden haben. Heute tut sie es nicht mehr. Selbst der immer wieder als Paradebeispiel herangezogene Bill Gates entstammt gehobenen gesellschaftlichen Verhältnissen. Es sind eben immer die Startbedingungen, die ursächlich mit darüber entscheiden, ob jemand es zu etwas bringen kann oder ob nicht. Wenn von vornherein genug Geld vorhanden ist, dann geht Verzinsung vor Leistung. Dann kann auch der Dümmste immer reicher werden, ohne den kleinen Finger zu rühren, während der Kluge sich den Allerwertesten aufreißen muss, um wenigstens sein Überleben zu sichern. Geld kommt zu Geld! Bedeutet: Wer aus ärmlichen Verhältnissen stammt, der ist schlichtweg chancenlos. Wir haben heute weltweit ein überbordendes Heer des chancenlosen “Fußvolkes” und ganz wenige, erlesene, superreiche “Herrenmenschen“, die ungeachtet einer etwaig fehlenden Qualifikation eben dieses Fußvolk lenken. Mal mit Gewalt, mal mit Angst, mal durch Manipulation. Die Art der Lenkung ist den Lenkern – der Finanzelite – eigentlich vollkommen gleichgültig, solange die Lenkung nur einzig dazu angetan ist, ihre eigene, hohe soziale Rangordnungsstellung zu sichern.

 

 

 

 

 

 

 

Einer der gefährlichsten Teufelskreise, die das Leben der gesamten Menschheit bedrohen, entsteht dadurch, dass das Streben nach einer möglichst hohen Rangordnungsstellung, mit anderen Worten, das Streben nach Macht, sich mit der zur Neurose gewordenen Habsucht verbindet, deren Ergebnisse Macht verleihen.” Diese Worte des Friedensnobelpreisträgers Konrad Lorenz besagen, dass die Konzentration von Besitztum – mit anderen Worten das Anhäufen von Geld – in den Händen einiger Weniger denen auch überproportional große Macht verleiht. Wer wollte das bezweifeln? Neu ist diese Art von Habsucht nach Geld aber keineswegs. Bereits damals, als Thyssen durch finanzielle Zuwendungen, während ganz Deutschland durch Reparationszahlungen ausblutete, eine Hinterwäldlerpartei nebst einem österreichischen Postkartenmaler an die Macht brachte, hätte man sich fragen können, woher eben das dazu erforderliche Geld stammte. Nämlich von einer anglo-amerikanischen Finanzelite; Guido G. Preparatas Analyse belegt dies eindringlich. All das gipfelte im Zweiten Weltkrieg. Wenn so ein Krieg nur weit genug entfernt stattfindet, dann lässt es sich vorher, während und danach glänzend dabei verdienen, ohne dass man selbst Ungemach erleidet. Das ist die Denkweise von Kriegsgewinnlern – von Konzernlenkern u. d. h. von der Finanzelite.

Am Ende stand ein besetztes und zerstörtes Deutschland. Eines, in dem auf der einen Seite Amerikaner, Engländer und Franzosen sowie auf der anderen Seite die Russen den Ton angaben. Deutschlands Teilung war die Folge. Betrachten wir jetzt aber mal die westliche Seite. Es gab und gibt bis heute Sonderrechte für die US-Amerikaner. Der jüngste Geheimdienst-Skandal ist nur die Spitze des Eisberges; nationale Politgrößen begehen zugunsten der längst schon global agierenden Geldelite auch gerne mal Landesverrat. Deutschland heute ist ein zwar wiedervereinigtes, aber auch von westdeutscher Lebensart dominiertes Land, wobei die westdeutsche Lebensart wiederum von den US-Amerikanern initiiert worden ist. Unsere so genannten “Staatsoberhäupter” und “Volksvertreter” lassen von US-amerikanischer Seite aufgrund der o. a. Sonderrechte alles mit sich machen; sie kuschen schon, wenn Bush oder Obama nur leise furzen. Ist das wirklich ein eigenständiges Land? Oder nicht vielleicht doch eher der 51. Bundesstaat der USA?

Ein Bundesstaat mit Sonderstatus. Nach außen hin als unabhängig geltend und folglich nicht mitbestimmungsberechtigt, tatsächlich aber ein Experimentierfeld für wirtschaftliche Versuche – und im Zweifelsfalle auch Pufferzone und Kriegsschauplatz beim nächsten, großen Knall. Mit Deutschland kann man es ja machen, weil die Deutschen eben alles mit sich machen lassen. Gib’ ihnen eine griffige Parole und sie rennen der blindlings hinterher. Das wusste schon Napoleon Bonaparte, der da sagte (Zitat): “Kein Volk ist so gutmütig und leichtgläubig wie das deutsche Volk. Die Lüge kann noch so dick sein, sie glauben alles, was man ihnen erzählt. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde.” Daraus lässt sich unschwer folgern, dass der größte Feind der Deutschen der eigene Landsmann ist, der blind einer Obrigkeit folgt. Wer sind jetzt aber diejenigen in den USA, die als Lenker dahinter stehen? Das dortige Volk ist es nicht. Der einfache Amerikaner wird genauso beschissen wie wir. Es sind u. a. die Kongressabgeordneten. Und über die Hälfte von denen sind Multimillionäre. Sie zählen zur Finanzelite. Letztlich sind sie es, die entscheiden. Und ihr Präsident – einer “aus der Familie” – ist es, der die Entscheidungen durchsetzt. Wir sind es, die das ausbaden müssen. George H. W. Bush, der Vater des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, propagierte die NWO (New World Order bzw. Neue Weltordnung) im Sinne der Finanzelite bereits ganz öffentlich. Übrigens im Sinne einer Finanzelite, zu der er selbst gehörte.

Dazu ein Beispiel. Es stammt von der historischen Fakultät der Uni Münster. Demzufolge hat Prescott Bush, der Großvater von George W. Bush und Vater von George H. W. Bush, die Familie durch Geschäfte mit den Nazis zu erheblichem Reichtum geführt. Als Leiter der 1951 aufgelösten UBC-Bank finanzierte er Fritz Thyssen, der die Nazibewegung von 1924 bis zu ihrer Machtübernahme mit erheblichen Geldern unterstützte. Man darf also mit Fug und Recht sagen, dass es die USA waren, die Hitler in Deutschland an die Macht gebracht haben. Zitat: “Die Bush-Bank half den Thyssens, den Nazi-Stahl zu erzeugen, der alliierte Soldaten tötete.” Der spätere Präsident George W. Bush – in meinen Augen ein Kriegsverbrecher – ist von vornherein durch Geburt Mitglied dieser elitären Gesellschaftsschicht gewesen. Unter seiner Regie aber erlebte auch in Deutschland die so genannte und aus den USA übernommene neoliberale Politik erst ihren Aufschwung. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang als Politgrößen (Strohmänner?) mindestens Kohl, Schröder und Merkel. Schröder hat zwar den Bush-Kurs zum Irak-Krieg nicht mitgetragen, dafür aber die H4-Massenvereledungsmaschinerie eingeführt und Deutschland für US-amerikanische Heuschrecken – so genannte Hedgefonds (vgl. oben, die 50 Kontrolleure von allem) – geöffnet. Steckt vielleicht ein Deal dahinter? Nichtteilnahme am Rohstoffkrieg gegen ungebremste Umverteilung von unten nach oben? Ist ja nur so ein Gedanke, der einem dabei kommen kann  …

So weit, so gut – bzw. gar nicht gut für “uns hier unten”. Weiter oben wurde bereits angedeutet, dass die Finanzelite keine statische Gruppierung ist; dass es ein Kommen und Gehen geben dürfte. Daher ist es zum Bestand einer solchen Gruppierung unverzichtbar, dass so genannte “informelle Treffen” unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Letzteres dient dazu, untereinander Klartext reden zu können und sich nicht in die Karten gucken zu lassen. Nur auf diese Weise kann man die künftigen Schritte insgeheim untereinander absprechen. Gibt es derartige Treffen? Ja, einmal jährlich und schon seit 1942. An ihnen nehmen einflussreiche Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel teil. Man nennt die Teilnehmer solcher Konferenzen die “Bilderberger“. Aber letztlich ist auch das nur ein beliebig austauschbarer Name.

Betrachten wir nun einmal die Organisationsform der Finanzelite. Sie beruht auf einer Hierarchie. Es handelt sich um eine Pyramide, an deren Basis und Mitte 99% der Menschen dem 1% Nutznießern an der Spitze zuarbeiten. Die Organisationsform der Finanzelite und die Vermögenverteilung in Deutschland gleichen sich. Ist das nicht schon bezeichnend? Und kann so etwas auf die Dauer gutgehen? Ich glaube nicht. Nehmen wir noch einmal das Bild der Hierarchie-Pyramide. Unten ist die gelenkte Masse. Sie gegen die Herrscher zu aktivieren dürfte ziemlich aussichtslos sein, da die Lenkung schon seit Generationen auf Indoktrination beruht (was Merkel jetzt ja noch zu verstärken wünscht). Die ganz oben aber sind so ziemlich unangreifbar. Dazwischen jedoch gibt es eine mehr oder weniger breite Mitte. Die könnte durchaus ein Ansatzpunkt zum Verändern der Verhältnisse sein.

Werfen wir mal einen Blick auf diese Mitte. Ihre Oberschicht hat unmittelbar mit der Finanzelite zu tun. Die Finanzelite ist ohne ihre Zuträger isoliert, was mit machtlos gleichzusetzen wäre. Die Zuträger sind Menschen, die Wegschnecken ähneln. Sie hinterlassen mit ihrer “Chef-Chef-ich-weiß-was”-Art und mit ihrer Radfahrer-Mentalität (nach oben buckeln und nach unten treten) schon beim Kriechen eine Schleimspur. Doch sie sind, ausgestattet mit mäßiger Machtfülle, für Mitläufer durchaus attraktiv. Die Mitläufer scharen sich in der Hoffnung, auch ein paar Krümel vom großen Kuchen erhaschen zu können, um sie. Und zusammen – also Schleimer und Mitläufer – vermögen sie es, Gruppendruck im Sinne “der Familie” aufzubauen. Einen Druck, dem sich alle zu beugen haben. Wer kritisch ist, der wird ausgehungert oder auf die eine oder andere Art beseitigt. Der Existenzentzug im Rahmen von H4-Sanktionen (d. h. die Todesstrafe durch die Hintertür) ist nur eines der Mittel aus dieser Palette von Maßnahmen, wenngleich auch ein höchst effizientes Mittel. Denn wie Napoleon es ausdrückte (vgl. oben): “Die Lüge kann noch so dick sein, sie glauben alles, was man ihnen erzählt.” Auch das Märchen vom ungebildeten, arbeitsscheuen Sozialschmarotzer. Daher finden sich in dieser Mitte der Pyramide immer Menschen, welche die Schleimer und damit letztlich auch “die Familie” der Finanzelite unterstützen. Ihnen sollte man jegliche Form von Unterstützung versagen, denn das trifft die Spitze!

Ich habe den Begriff “die Familie” hier ganz bewusst gewählt, da auch die Mafia bzw. das organisierte Verbrechen oftmals so betitelt werden. Tatsächlich vermag ich kaum noch einen Unterschied zwischen dem organisierten Verbrechen und den wirtschaftspolitischen “Herrenmenschen” zu erkennen. Vielleicht mal davon abgesehen, dass die Einen die Gesetze brechen, die sie selbst gemacht haben. Das ist dann aber auch schon alles. Hier eine Familie und da eine Familie, durchaus auch mit Mischehen dazwischen (Beispiel Berlusconi): So oder so eine blutsaugende Zeckenkaste. Ob ein Pate sich nun “Pate” oder “Präsident” oder “Kanzler” nennt, ist letztlich gleichgültig. Auf sich allein gestellt wären sie zum Untergang verurteilt. Was uns wieder zu besagter Mitte zurück bringt, die m. E. durchaus einen Ansatzpunkt zum Ändern der Verhältnisse bietet. Mögliche Ansätze wären: Man macht die Schleimer öffentlich und zerrt ihre Leichen im Keller ans Licht. Edward Snowden hat das getan. Und Julian Assange, Daniel Ellsberg sowie Bradley Manning. Wir brauchen viel mehr von diesen Leuten – sehr viel mehr. Wir brauchen eine von den Mainstream-Medien unabhängige Gegenöffentlichkeit für echten, investigativen Journalismus anstelle von Regierungspropaganda. Da kann sich jeder irgendwie mit einbringen und denjenigen, die ganz unten indoktriniert mitlaufen, die Augen öffnen. Jeder, der dadurch kritisch wird, ist schon ein kleiner Sieg. Und irgendwann überwiegen diese Kritiker. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es sei denn, die Zeckenkaste entledigt sich zuvor im Rahmen eines Krieges des ungeliebten Fußvolks.

Wir müssen die Schleimer boykottieren, sowohl durch Streiks wie auch bei Wahlen wie auch durch den Verzicht auf den Kauf ihrer Waren. Oder durch den Verzicht auf den Kauf von geheimdienstlich gegründeten VerBLÖDungsblättern mit dem alleinigen Zweck der Massenmanipulation. Wenn eine winzige Finanzelite dazu gezwungen wird, einen Kampf an unendlich vielen, zahlenmäßig weit überlegenen Fronten gegen gesichtslose Gegner zu führen, dann kann sie sich nur verzetteln und verlieren. Jeder Guerillakrieg funktioniert nach diesem Muster. Wenn wir wirklich etwas an den herrschenden Verhältnissen verändern wollen, dann sollten wir vielleicht schleunigst mal damit anfangen, uns in diesem Sinne auch wie Guerilleros zu verhalten. Und nicht abwarten, bis wir – die wir zu 70% aus Wasser bestehen – mit von vermeintlichen “Volksvertretern” ausgehandelten Geheimabkommen wie z. B. TiSA selbst zum Besitz eines Konzerns wie z. B. Nestlé geworden sind, weil das Wasser privatisiert worden ist.

Wer gibt einem Konzern eigentlich das Recht, einen Rohstoff dieses Planeten sein Eigen zu nennen?
Wer hat die “Herrenmenschen” dazu autorisiert, über uns zu herrschen und zu befinden?
Wer kann so eine Fehlentwicklung korrigieren?
Wer kann die Irren auf den Boden der Tatsachen zurückholen?
Wer, wenn nicht wir?

 

 

 

 

 

 

Quelle: Quergedacht! v 3.0

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Massenmedien und ihre Lügen-Mechanik

10. Mai 2015 - 8:04

Ken Jebsen über die Medienpropaganda, die lügen der Politiker, welche den Weltfrieden, Montagsdemo Berlin verhindern wollen.

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Politik und Herrschaft

7. Mai 2015 - 7:49

“Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche herrschende Gedanken, das heißt die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.”
(Karl Marx)

Diese Worte eines großen deutschen Philosophen sind schon uralt. Dennoch sind sie aktuell wie eh und je. Die herrschende materielle Macht der Gesellschaft, wer ist das? Das sind die oberen Zehntausend. Das eine Prozent der Bevölkerung, das heute in geradezu unmoralischem Reichtum schwelgt, während 99% ihnen zuarbeiten müssen. Um deren Reichtum noch zu vermehren. Und zum eigenen Schaden. Das beruht auf repressiven Strukturen. In wirtschaftlich schwachen Regionen sind die Löhne schlechter als in wirtschaftlich starken Regionen. Der Reiche – der Monopolist – kann sich bequem zurücklehnen und sagen: “Seid froh, dass ihr überhaupt Arbeit habt!” Damit ist es ihm möglich, die Löhne beliebig zu drücken. Um besagte repressive Strukturen einzurichten und auch aufrecht erhalten zu können, bedarf es der Unterstützung durch die Politik. Lobbyarbeit – ganz legal, versteht sich – und hohe Parteispenden, um eine dem Wohlhabenden geneigte Partei an die Macht zu bringen sowie das ganze Gemauschele noch gewürzt mit “Public Private Partnership (PPP)”, was m. E. nur eine Umschreibung für legalisierte Korruption ist, führen letztlich dazu, dass Gesetze nur noch von Reichen für Reiche gemacht werden. Am Volk, am Wähler vorbei. So an die Macht gebrachte “Volksvertreter” vertreten nur einen Teil des Volkes, nämlich die Interessen des o. e. einen Prozents.

“Wir haben 1945 angefangen, uns den Globus zu erobern. Die NATO wurde nicht eingerichtet, um die armen Europäer vor den Russen zu schützen, sondern um die totale Kontrolle über Westeuropa zu erlangen.”
(US-Präsidentschaftskandidat Al Gore am 03.01.1999 in der “Berliner Zeitung”)

Dieses System funktioniert in Deutschland. Und es funktioniert in Europa. Dabei stammt es gar nicht mal aus Europa. Genau genommen handelt es sich nämlich um einen Importartikel. Die Völker Europas sind niemals gefragt worden, ob sie diesen Importartikel wirklich haben wollen. Er wurde ihnen einfach aufgedrückt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war das sogar sehr einfach. Alles zerbombt, alles kaputt. Kein Binnenmarkt, kein Warenangebot. Nur Elend. Da wurde natürlich und unvermeidlich derjenige, der unerschwingliche Luxusgüter wie Kaugummi oder Schokolade gratis verteilte, als der Retter schlechthin angesehen. Und von einem Retter erwartet man doch keine Hintergedanken, nicht wahr? Was Jahrhunderte zuvor mit Glasperlen bei den Indianern in Nordamerika funktionierte, das wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Grunde genommen nur für Europa adaptiert.

“In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.”
(Egon Bahr)

So begann der begeistert begrüßte Einstieg in den Importartikel. Der Mensch sieht nur, was er sehen will. Wenn er Nachteile nicht sehen will, dann blendet er die einfach aus: Tunnelblick! Heute ist Europa der Vorgarten der USA, ein aus mehreren Ländern bestehender Vasallenstaat. Das ist u. a. einer der Gründe dafür, warum CIA und NSA hier schalten und walten können wie sie wollen. Mit stillschweigender Billigung seitens der nationalen Regierungen. Daran ändern auch keine Untersuchungsausschüsse etwas. Und die Staaten, um deren Interessen es hier geht, sind mittlerweile gemäß (Zitat Merkel) “Die Wirtschaft dient uns allen!” letztlich von Konzernen gesponsorte und gelenkte Tochterunternehmen geworden. Weil auch die USA letztlich Konzerneigentum sind.

“Was nicht berichtet wird, das ist auch nicht passiert!”
(Erstes Gesetz der Desinformation)

Das darf selbstverständlich nicht auffallen. Folglich ist Ablenkung um jeden Preis angesagt. Bspw. durch ein seitens der CIA gegründetes Massenblatt zur VolksverBLÖDung. Solange sich die Medien im Besitz der oberen Zehntausend befinden oder aber von denjenigen gelenkt werden, die selbst mit besagten oberen Zehntausend herumkungeln und mauscheln, gibt es keine objektive Berichterstattung. Ein Journalist, der sich nicht den Vorgaben fügt, ist seinen Job los, ist existenziell bedroht. Existenzielle Bedrohung aber ist ein typisches Merkmal totalitärer Regime. “Aber wir können doch wählen“, höre ich da jemanden sagen. Ja, können wir. Aber die politischen Gallionsfiguren der oberen Zehntausend sind doch beliebig austauschbar! Oder macht es etwa einen Unterschied, ob Rösler oder Merkel Mist bauen? Macht es einen Unterschied, ob Schröder, Müntefering oder Gabriel die Rechte der Arbeitnehmer über Gebühr einschränken? Die Wahl, die wir tatsächlich haben, ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Oder zwischen Fallbeil und Strick.

“Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die Meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
(Jean-Claude Juncker, Vorsitzender der Eurogruppe)

Was entschieden wird, das wird hinter verschlossenen Türen entschieden. Mit den Prädikaten “geheim” oder “Krieg gegen den Terror” oder “nationale Sicherheit” lässt sich im Bedarfsfall grundsätzlich alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhaken. Ganz egal, ob es sich um Einschränkungen von Grundrechten, um die Vernichtung mühsam im Verlauf von Jahrhunderten erkämpften Arbeitnehmerrechten, um Freihandelsabkommen, um Rechtsbeugung durch Schiedsgerichte, unverblümtes Bespitzeln oder was auch immer handelt. Mit Gesetzen von Reichen für Reiche kann all das bequem legalisiert werden. Wahrscheinlich ahnen das bereits sehr viele Menschen, vielleicht sogar die Mehrheit. In Folge macht sich ein dumpfes Unbehagen breit. In einer solchen Gesellschaft ist das Miteinander dem Überlebenskampf gewichen. Es regieren die Angst und der Egoismus: Jeder gegen jeden! Bevor die Angst sich aber in Aufständen entlädt, wird sie seitens der kontrollierten Medien sorgsam kanalisiert. Es werden Sündenböcke geschaffen, auf die sich die ganze Wut ausrichtet. Die Sündenböcke wechseln. Mal sind es Arbeitslose in H4, mal Lokführer, mal Piloten, mal Menschen mit anderem Glauben, mal welche mit anderer Hautfarbe, mal Kita-Angestellte, mal der “böse Russe”. Völlig egal! Niemals jedoch sind es die oberen Zehntausend, die sich im Zweifelsfalle ihr Recht erkaufen können. Fällt das eigentlich niemandem auf?!? Hauptsache, die Wut und die Angst werden kanalisiert und von den eigentlich Verantwortlichen ferngehalten. Denn wenn zwei sich streiten, dann freut sich bekanntlich der Dritte.

“Wer den Privatbesitz an Produktionsmitteln nicht preisgeben will, wird den Faschismus nicht loswerden, sondern ihn brauchen!”
(Bertold Brecht)

Einher mit dem Kanalisieren der dumpfen Wut über die herrschenden Verhältnisse – d. h. über die Verhältnisse, für welche die Herrschenden verantwortlich zeichnen – gehen Nationalismus und Gleichschaltung, d. h. Faschismus. In beiden Fällen sehnen sich verängstigte Menschen nach einer starken Hand, nach einer Führungspersönlichkeit. Auch hier kommt wieder der eingangs bereits erwähnte Tunnelblick ins Spiel, nämlich die Tatsache, dass der Mensch nur das sieht, was er auch sehen will. Er will die rettende, starke Hand sehen. Er will nicht sehen, dass derjenige, der ihm diese Hand reicht, einerseits die Angst überhaupt erst erzeugt hat und andererseits für seine Hilfe blinden Kadavergehorsam, also unbedingte Gefolgschaft, verlangt. Nur so ist es zu erklären, dass so genannte “Volksparteien” noch immer Regierungen stellen und nicht längst schon vom Zorn der Ausgebeuteten hinweggefegt worden sind. Nur so ist es zu erklären, dass viele, viele Menschen das Illusionstheater einer parlamentarischen Demokratie, die längst schon zur postdemokratischen Plutokratenherrschaft mutiert ist, noch mitmachen. Aber wie lange noch? Denn ohne das von ihnen ausgebeutete und für dumm verkaufte Volk sind die Herrschenden … – NICHTS!

“Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.”
(Abraham Lincoln)

Quelle: Quergedacht! v 3.0

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TTIP, TISA, CETA und kein Ende

6. Mai 2015 - 11:49

Gestern Abend stellte ein Freund in einer umfangreichen Mail unter anderem die folgende Frage:

Da ich mich auch aktiv am Widerstand gegen TTIP,CETA und TISA beteilige stelle ich mir aber jetzt seit Samstag auch die Frage:

“Was können wir den Vertragspateien als Alternative bieten?”

Nur gegen diese Abkommen zu sein reicht wohl in keinster Weise um die Rolle der Supermacht USA zu kippen. Ich denke auch, dass die USA in Europa sehr aktiv sind, mit ihrer Strategie uns als Wirtschaftskonkurrent klein zu halten. Man stelle sich nur mal das Szenario vor, dass Europa ein Wachstum hätte und daraus resultierend eine Supermacht entstünde die mit Ihrer Währung sogar den Dollar ablöst. Oder noch g’sponnener: deutsches Know-how und russische Ressourcen. Was für ein Wahnsinn!
Dass es Handelsabkommen braucht, möchte ich nicht bestreiten. Nur, wie könnten die einzelnen Punkte stattdessen bei TTIP aussehen?

Die Frage hat mich beschäftigt – und die Antwort ist dann so ausgefallen:

Hallo, A…,

vielen Dank für Deine längste Mail seit ewigen Zeiten! Als ich gestern Abend mit schon fast geschlossenen Augen auf dem Weg zum Bett noch an meinem PC vorbeikam, hab ich sie gelesen, war aber nicht mehr fähig, gleich darauf zu antworten.

Die Frage, die Du stellst, ist wahrhaftig bedeutungsvoll.

“Was können wir den Verhandlungspartnern anbieten?”

Damit stellst Du nämlich schon klar, dass es Verhandlungspartner gibt. Solche, die die Interessen der US-Wirtschaft und der USA überhaupt vertreten, und solche, die die Interessen der EU-Wirtschaft und der EU überhaupt vertreten.

Du stellst weiter klar, dass es neben den Verhandlungspartnern, die sich fraglos einigen werden, noch etwas gibt, was Du “wir” nennst. Dieses “Wir” ist nicht an den Verhandlungen beteiligt, gegenüber diesem “wir” werden alle Details der Vertragsentwicklung geheimgehalten. Dieses “wir” wird weder gefragt, noch gehört.

Der Schluss liegt nahe, dass die Verhandlungspartner einen Vertrag zu Lasten Dritter abzuschließen gedenken. Und diese “Dritten”, das sind “wir”.

Wenn nun aber “Zwei” sich einig sind, dem “Dritten” das Hemd auszuziehen, und in der Gewissheit stehen, dass ihnen das auch gelingen wird, was kann der “Dritte” anbieten?

Wenn er das Hemd behalten will, muss er die Hose ausziehen.

Will sagen, es gibt kein Angebot, das Aussicht auf Annahme hat, solange es nicht noch mehr zu Gunsten der Verhandlungspartner – und damit zu unseren Lasten – ausfällt.

Außerdem – und das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen – wird es ja mit dem Hemd nicht aufhören. Das Hemd ist der erste Schritt. Wenn das weg ist, kommt sowieso die Hose dran.

Meine Schlussfolgerung: “Wir” können überhaupt nichts anbieten.

Wer aber nichts anbieten kann, um in einem “Tauschgeschäft” als Partner akzeptiert zu werden, dem bleibt nur übrig, entweder duldsam alles über sich ergehen zu lassen, oder endlich die eigene Position zu erkennen, festzustellen, dass er nicht Partner, sondern “Feind” ist, und dann, für den Fall tatsächlich eintretender kriegerischer Maßnahmen, mit “Ungemach” zu drohen.

Positiv ausgedrückt: “Wir” können nur anbieten, keinen Aufstand anzuzetteln, falls TTIP, CETA, TISA und wie die Vier-Buchstaben alle noch heißen, nicht kommen.

Dies setzt allerdings voraus, dass die Drohung mit einem – wie auch immer gearteten – Aufstand, von den Gegnern ernstgenommen wird. Um ernstgenommen zu werden, muss da allerdings außer starken Worten auch ein starker Wille und eine starke Kraft vorhanden sein.

Davon allerdings kann ich weit und breit, links und rechts, hint’ und vorn, oben und unten – NICHTS erkennen.

Der Frosch kann mit dem Storch nicht verhandeln, und mit der Sumpftrockenlegungsgesellschaft schon gar nicht.

Der Storch schadet sich allerdings schnell selbst, wenn er mehr Frösche frisst, als das gemeinsame Biotop verträgt. Die Sumpftrockenlegungsgesellschaft allerdings “scheißt” auf das Biotop.

Das ist der Wandel, der mit der Erfindung von weitreichenden Massenvernichtungswaffen eingetreten ist.
Es kommt nicht mehr darauf an, möglichst viele Menschen im eigenen Land zu haben und diese in “vaterländischer Gesinnung” verteidigungsbereit zu halten. Es kommt nicht mehr darauf an, jeden wehrfähigen Mann zu ernähren und fit zu halten. Es kommt einzig darauf an, über jene Spezialisten zu verfügen, die in der Lage sind, den eigenen Einflussbereich zu erhalten und auszuweiten, und das sind weniger als fünf Prozent der Bevölkerung.Darüber hinaus braucht man vielleicht weitere fünf Prozent, um den wenigen beherrschenden Familien den gewohnten Luxus bereitzustellen.

Die übrigen 90 Prozent sind vollkommen überflüssig. Im Gegenteil: Durch ihren Konsum zehren sie an den Ressourcen, und das vollkommen unnütz, es handelt sich um einen Bodensatz, vergleichbar den Schlammalgen am Grund von Zisternen. Die verderben das Trinkwasser, und wenn sie es schon nicht wirklich verderben, so lassen sie es doch mindestens ekelerregend aussehen…

Dass die Lage so eingeschätzt wird, ist rings um den Globus zu erkennen. Der “Internationale Wettbewerb” führt dazu, dass die – immer noch wachsende – Bevölkerung mit immer weniger Lohn und damit immer weniger Konsum und damit mit immer weniger Ressourcenverzehr zurechtkommen muss. Die Einschränkungen in den Gesundheitssystemen tragen das ihre dazu bei, dass die Lebenserwartung weltweit wieder sinken wird. Den Schlammalgen ist der Krieg angesagt.

Sie werden soweit reduziert, dass das obere Ende der Nahrungskette bestimmt, wie groß das untere Ende sein darf. Über den Bedarf des oberen Endes hinaus besteht für keine Schlammalge und keinen auf Schlammalgenbasis lebenden höheren Organismus noch eine Existenzberechtigung.

Ich weiß, das ist eine sehr niederschmetternde, dystopische Einsicht.

Was also können und sollen die Frösche und Schlammalgen tun?
Was sind ihre Fähigkeiten, welche “Waffen” stehen ihnen zur Verfügung?

Beide haben eine gemeinsame Eigenschaft. Sie sind glitschig. Die Algen, solange sie feucht bleiben, die Frösche, sobald sie zertreten werden.

10.000 Frösche vor der scharfen Kurve auf der Bundesstraße können mehrere Fahrzeuge der Sumpftrockenlegungsgesellschaft in den Graben befördern. Das kostet 1000 Fröschen das Leben, die überlebenden 9.000 haben wertvolle Zeit gewonnen.
Natürlich wird man sie jagen. Mit Gift besprühen, vielleicht mit Flammenwerfern zu rösten versuchen, doch solange der Sumpf nicht trocken ist, haben die Frösche eine Chance.

Womöglich stellt sich sogar die Einsicht ein, dass Frösche, deren Biotope ungestört bleiben, keine Anstalten machen, sich auf den Straßen zu Marschkolonnen zu formieren. Womöglich stellt sich die Einsicht ein, dass Frösche, die nicht wandern, auch keine Schlammalgen mit sich schleppen und damit die Unfallgefahr noch verstärken.
Womöglich stellt sich die Einsicht ein, dass es “betriebswirtschaftlich sinnvoll” wäre, eine friedliche Koexistenz zwischen Fröschen und Herrenmenschen anzustreben. Wer weiß?

Ich meine, wir haben lange genug “Angebote” gemacht. Lohnverzicht gegen Arbeitsplatzerhalt, zum Beispiel, was nichts anderes war, als die freiwillige Zustimmung zu noch effizienterer Ausbeutung. Oder die stillschweigende Zustimmung zur Eingliederung in ein an reinen Kapitalinteressen orientiertes, staatsähnliches Gebilde namens EU, die stillschweigende Akzeptanz einer von vornherein zum Scheitern verurteilten Währung namens Euro, die stillschweigende Zustimmung zu Angriffskriegen der vom Grundgesetz als Verteidigungsarmee bestimmten Bundeswehr, und, und, und …

Und immer haben wir darauf vertraut, dass damit, dass wir, wenn auch leise murrend, all das geschehen lassen, nun wirklich alles besser werden wird.

“Wir” haben uns Glasmurmeln andrehen lassen, und dafür unsere Rechte, unsere Freiheit und unseren Wohlstand verkauft.


“Wir” haben gar nichts mehr anzubieten.
Die einzige Frage, die noch bleibt, lautet meines Erachtens: “Haben wir uns noch einen Rest von Ehrgefühl und Selbstachtung erhalten?”, und, falls ja, “haben wir noch den Mut, wenigstens diesen Rest zu verteidigen?”.

Ein Esel bleibt stehen, wenn man ihm zu viel auflädt.

Doch “wir” glauben offenbar, dass im Grundgesetzt geschrieben steht:


“Die Bürde des Menschen ist unbeschränkbar”.Liebe Grüße
Wolfgang

 

Quelle: egon.w kreutzer.de

 

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Auf ein Wort – Teil 1

6. Mai 2015 - 7:52

Jetzt ist der Artikel weg und den Teil 2 wird es auch nicht geben.

Warum?

Von Seiten des Betroffenen wurde gebeten, alles aus dem Netz zu nehmen, da Druck auf ihn ausgeübt wird. Mehr weiß ich dazu leider auch nicht. Dies wurde respektiert und hiermit seiner Bitte nachgekommen.

Dafür nutze ich jetzt wenigstens die Überschrift, weil sie zum folgenden einfach passt, bzw. mir dazu etwas eingefallen ist, was ich schon lange einmal loswerden wollte.

Zunächst einmal an alle, die den Artikel von unserer Seite übernommen haben. Die sollten selbst entscheiden, ob sie den Artikel stehen lassen oder nicht.

Meine Spekulation, und das ist reine Spekulation, geht dahin, dass hier die Arbeitslosenverfolgungsbehörde Hand in Hand mit der Kindererentziehungsbehörde eine große rechtswidrige Sauerei vertuschen will. Aber was solls. Ein mutiger Schritt von betroffener Seite und ein völliges Versagen von den Helfern, wo man nur vermuten kann, dass einzig und allein das Helfersyndrom ausgelebt wird. Das ist jetzt eine Kritik die zum Nachdenken anregen soll.

Was aber passiert hier eigentlich? Fragt sich keiner wo sowas enden wird? Wollen wir uns dann hinstellen und sagen, wir haben von nichts gewusst? Werden unsere Kinder und Enkel uns das dann glauben? Wird es uns dann überhaupt noch geben?

Ja, Deutschland geht es gut, hat zumindest die Frau gesagt, die ihr Handwerk erst bei den Roten gelernt hat und auch in ihrem Sinne gearbeitet hat. Als der Arbeitgeber abhandengekommen war, hat sie sich dann fluxx den schwarzen angeschlossen und darf nun in ihrem Sinne verkünden, Deutschland geht es gut.

Solche und ähnliche Lügen, Propaganda in übelster Form und Gehirnwäsche, tun wir uns jeden Tag mehrmals freiwillig an. Wir sind auch noch so schlau und bezahlen diesen Scheiß, wenn auch nicht immer freiwillig. Warum kauft Mensch sich eine Zeitung? Glaubt Mensch wirklich, dass man seriöse Informationen erhält? Wer ist denn der Eigentümer der Zeitung? Was für ein Interesse verfolgt denn der Eigentümer mit der Herausgabe einer Zeitung? Das sind alles Fragen, die man sich mal stellen sollte. Genauso verhält es sich mit dem Fernsehen. Da geht das gleiche ab.

Ist denn das alles wahr, nur weil es in der Zeitung steht, oder weil Jan Hofer es seriös in den Nachrichten verkündet?

Nicht das Presseprodukt ist die Ware, die verkauft wird, obwohl sie sie käuflich erwerben müssen, jedenfalls in den allermeisten Fällen. Nein, der Leser ist die Ware, die verkauft wird. Der Leser wird an die Industrie verkauft, indem die Industrie Werbung in den Medien schaltet. Darüber generiert das Wirtschaftsunternehmen Verlag, seinen Gewinn. Die vermeintlichen Nachrichten dienen der Erhaltung des Systems, dass auch in Zukunft gesichert ist, dass sich mit Zeitungsverlegen Gewinne erwirtschaften lassen. Noch schlimmer ist es bei Gratisprodukten. So z.B. die Apotheken-Umschau. Die gibt es nicht umsonst, oder denken sie die Herstellung vom Layouten über den Druck bis zum Vertrieb kostet nichts? Denken sie vielleicht der Herausgeber ist ein Menschenfreund und verschenkt sein Produkt an arme Kranke aus inneren edlen Motiven? Nein, er verkauft sie an die Pharmaindustrie, indem er Werbung für diese macht. Ich habe jetzt nicht recherchiert, es kann auch gut sein, dass die Pharmaindustrie selbst der Herausgeber ist. Das sollten Sie verstehen. Das aber reicht alleine noch nicht. Nur das Wissen ändert nichts. Erst wenn daraus Konsequenzen folgen, sind wir auf dem richtigen Weg. Zeitung abbestellen und Fernseher aus, nur das kann helfen. Im Netz gibt es so viele unabhängige Informationen, nur da muss man dafür etwas tun. Die kommen nicht so einfach wie Fernsehen und die abonnierte Zeitung ins Haus. Da ist Arbeit angesagt und zusätzlich muss noch der Verstand eingesetzt werden.

Wenn man diesen Schritt geschafft hat, kann man auch mal zu Vergleichszwecken eine Zeitung lesen oder die Tagesschau ansehen und sich so seine Meinung bilden. Jedenfalls kann man so einigermaßen sicher sein, eine eigene Meinung zu vertreten und nicht die allgemeine gewünschte Meinung. Der Satz, „Wir haben von nichts gewusst“ kann in Zukunft nicht mehr gelten, denn die Informationen sind da und auch relativ leicht erreichbar, noch jedenfalls. Nichtwissen ist in unserer Zeit einfach nur Ignoranz oder Faulheit.

Wir sind alle füreinander verantwortlich, jeder einzelne, weil wir soziale Wesen sind, die nur in der Gruppe Leben und Überleben können. Das auseinanderdividieren und Vereinzeln der Menschen ist der Politik und letztlich den Medien zu verdanken. Nur ein weitgehend isolierter Mensch lässt sich für jegliche Zwecke missbrauchen. Dieser Verantwortung jedes Einzelnen für seine Mitmenschen müssen wir wieder erkennen. Aus diesem Grund müssen wir auch unserem Wissen Taten folgen lassen. Nur das Wissen allein nützt nichts. Es degeneriert mit der Zeit wieder. Wer erkannt hat, wohin die Reise geht, sollte seinen Arsch in Bewegung versetzen, seine ganz persönliche Verantwortung wahrnehmen, zum Wohle für sich selbst, aber vor allem für die lebensnotwendige Gemeinschaft. Nur am Stammtisch schimpfen ist voll daneben.

Wenn ich resümiere, was ich in den letzten 8 Jahren, seit es Gegenwind gibt, so erlebt habe, kann es einem nur Angst und Bange werden. Unter den Hartz-IV-Beziehern, also unter den Ausgestoßenen dieser Gesellschaft, herrscht der blanke Egoismus. Hilfe, die wir leisten, wird zur Selbstverständlichkeit. Viele kommen mit einem Anspruchsdenken, da fragt man sich manchmal, warum tut man sich sowas überhaupt an. Ist die Sache dann ausgestanden, zieht man sich wieder ins private zurück, selbst ein Dankeschön ist in vielen Fällen nicht drin. Was ist das, was uns so gegen die Wand fahren lässt? Haben viele von uns nun das sprichwörtliche schlichtere Gemüt, oder hat die Beeinflussung schon so durchschlagend gewirkt? Jedenfalls tragen die meisten einen erheblichen Anteil der Schuld mit, jedenfalls die, die intellektuell in der Lage sind, die Situation durchaus zu erkennen und nur den Kopf bis zur Hüfte in den Sand stecken um ihr kleines privates Glück zu leben.

Irgendwann wird der Tag kommen, da werden wir mit großen aufgerissenen Augen dastehen und unseren Augen nicht trauen, dann ist es zu spät. Bis dahin werden die Machthaber die Fassade aufrechterhalten, so gut es geht und verkünden, „Deutschland geht es gut“. Es gibt nur diesen Weg, wenn wir nicht untergehen wollen. Informieren, Meinung bilden und dann Arsch in Bewegung setzen. Dazu muss man auch nicht unbedingt sehr mutig sein, denn wenn man sich mit anderen zusammenschließt, entwickeln sich immer Ideen, was man selbst und insbesondere die Gruppe, unternehmen kann. Außerdem bestehen schon Zusammenschlüsse, denen man sich nur anzuschließen braucht. Bedeutet aber, dass man den Arsch in Bewegung setzt.

So jetzt ist es wieder mehr als nur ein Wort geworden und viele werden den Text nicht bis zu Ende lesen, ist viel zu anstrengend. Ich jedenfalls werde weiter machen, weil ich eine Tochter habe und weil ich auch ein Enkelkind habe und weil ich der Meinung bin, mir nahestehenden Menschen, aber auch den anderen Menschen so gut ich kann das Schreckliche was Menschen anderen Menschen antun können, zu ersparen. Wenn ich auch nicht alles richtig mache, aber ich mache und das sollten viel mehr machen.

 

A. Pianski

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… geh’ heim, Dienst!

5. Mai 2015 - 10:48

Geheimnisse sollen dem Kreis der Eingeweihten Vorteile verschaffen. Die Aufgabe der Geheimdienste ist es folglich, das eigene Geheimwissen zu schützen und das anderer zu entdecken, sowie Geheimoperationen durchzuführen und Geheimoperationen anderer zu vereiteln.

Diese – zugegebenermaßen etwas simple – Definition lässt sich allerdings nicht nur benutzen, um geheimdienstliches Wirken zu beschreiben, sondern auch, um die Grenzlinie zwischen unterschiedlichen Geheimnisbereichen, die Interessensphären zwischen Kooperation und Wettbewerb, oder – platt – zwischen Freund und Feind aufzufinden.

Es sieht zwar so aus, als gäbe es hier fließende Übergänge, breite Überschneidungsbereiche, Grauzonen, in denen sowohl Kooperation als auch gegenseitiges Misstrauen zu beobachten sind, doch nüchtern betrachtet liegt die Grenze zwischen Freund und Feind immer exakt da, wo Geheimnisse anderer ausgespäht werden, ganz gleichgültig, wieviel vordergründige Kooperation auch vereinbart sein und gepflegt werden mag.

Wenn also der BND die Regierungen anderer Staaten, die EU-Kommission und diverse High-Tech-Unternehmen ausspäht, dann äußert sich darin ein tiefes Misstrauen der Bundesregierung gegenüber den Organen der EU und gegenüber den aussgespähten Staaten und Unternehmen.

Dieses Misstrauen ist legitim – und dass ein deutscher Geheimdienst eingesetzt wird, um zu ergründen, ob dieses Misstrauen nun berechtigt sei, und falls ja, in welchem Maße und in welchen Zusammenhängen, ist ebenso legitim. Es wäre doch die schönste Erkenntnis, die so ein BND zutage fördern könnte, dass unsere Partner keinerlei Geheimwissen vor uns verbergen, keinerlei geheime, gegen und gerichtete Pläne verfolgen und dass die überwachten Unternehmen keinerlei Absichten hegen, uns durch verbotene Exportlieferungen zu schaden.

Es kann übrigens kein vernünftiger Grund ins Feld geführt werden, der zweifelsfrei belegen würde, dass die Dienste Frankreichs oder Italiens, Österreichs oder Lettlands nicht mit gleicher Intensität bemüht wären, Erkenntnisse über Pläne und Absichten der Bundesregierung zu gewinnen.

Zu allem Überdruss wäre es ein Witz, hätten sich Geheimdienste immer an das zu halten, was öffentlich in den die Geheimdienste betreffenden Gesetzen zu lesen ist. Da diese Gesetze nicht geheim sind, können und dürfen sie keinesfalls die wahren Aufgabenstellungen der Dienste und deren Ermessensspielräume aufzeigen, sondern nur das, was “zivilisierte” Nationen sich im Rahmen eines “Fair-Play” gegenseitig öffentlich zugestehen.

Ganz geheim ist, auf Basis welcher Verträge, Gesetze oder nachwirkendem Besatzungsrecht, die Zusammenarbeit zwischen den Diensten der USA und den Diensten der Bundesrepublik Deutschland stattfindet.

Es darf getrost angenommen werden, dass einerseits Verpflichtungen bestehen, Erkenntnisse deutscher Dienste an US-Dienste weiterzuleiten. Es darf getrost angenommen werden, dass aufgrund persönlicher Beziehungen zwischen den Angehörigen der Dienste mehr Informationen fließen, als der Regierung und dem Geheimdienst-Kontroll-Ausschuss bekannt sind, und es darf ebenso getrost angenommen werden, dass bestimmte Informationen, die von den US-Diensten gewünscht werden, nicht oder nur unscharf oder gar gefälscht geliefert werden.

Im Treiben der Geheimdienste wird daher überdeutlich, dass es “Freundschaften” zwischen Staaten nicht geben kann, sondern nur temporär gleichartige Interessen.

Die ganze Aufregung, die in diesem Zusammenhang losgetreten wurde, ist ein Spiel vor dem Vorhang, das ausschließlich innenpolitische Ziele verfolgt und dem Publikum weißmachen will, dass – was immer die Geheimdienste auch tun – garantiert der Zeitpunkt kommt, an welchem die “Sonne” es an den Tag bringt.
Dann gibt es ein oder zwei Bauernopfer, das Volk freut sich, und alles kann weitergehen wie zuvor.

Womit wir beim zweiten Aufgabenbereich der Dienste angekommen wären. Selbstverständlich gilt für die Beziehung zwischen Staat und Untertanen das Gleiche, wie für die Beziehungen zwischen Staaten. Man versichert sich gegenseitig sein Vertrauen und seine Loyalität, während hinter dem Vorhang das tiefste Misstrauen gepflegt wird.
Es kann also auch zwischen Bürgern und Regierungen niemals Freundchaften geben, sondern lediglich temporär gleichartige Interessen.

Der Staat darf nicht zulassen, dass unter seinen Bürgern geheime Pläne heranwachsen, die seinen Bestand gefährden, während die Bürger nicht zulassen dürfen, dass ihre Regierung geheime Pläne schmiedet, welche die Wahrung ihrer Interessen gefährden.

Bricht man diesen Gedanken vom “abstrakten Staat” herunter auf die agierenden Personen und von einer namenlosen Masse der Bürger herunter auf Gesichter und Steuernummern, stellt man fest, dass es ein paar Dutzend Personen gibt, die sich der Instrumente des Staates bedienen, um sich und die Interessen, die sie vertreten, vor den Bürgern zu schützen, während Hinz und Kunz, Herr und Frau Mustermann über faktisch keine Möglichkeit verfügen, Informationen über das zu erhalten, was in den innersten Zirkeln der Macht ausgekungelt wird.

Während also zwischen Staaten – zumindest theoretisch – Waffengleichheit hergestellt werden kann, muss dies im Verhältnis zwischen Staat und Bürgern sowohl praktisch als auch theoretisch absolut verneint werden.

Wo ein Innenminister den begründeten Verdacht eines bewussten Gesetzesverstoßes mit dem Hinweis auf “streng geheime” Dokumente, die sein Handeln rechtfertigen, entkräften kann, wo diesem ehemalige und gegenwärtige Kanzleramtsminister argumentativ zur Seite springen und selbst die Richtlinienkompetenz höchstpersönlich und mit magischer Raute an den Nebelwerfer tritt, um die Sachlage zu verschleiern, handelt es sich doch nur um einen Akt des Misstrauens gegenüber den eigenen Bürgern.

Niemand kann irgendjemanden zwingen, geheimes Wissen preiszugeben, jedenfalls kein bisschen mehr als das, was zufällig sowieso schon durgesickert ist. Kein parlamentarischer Untersuchungsausschuss kann Einblick in Akten erhalten, von deren Existenz er nichts weiß, und vorsorglich durch den Reißwolf gejagte Unterlagen sind ebensowenig beweiskräftig, wie in weiten Teilen geschwärzte Dokumente, die noch nicht einmal echt sein müssen, die letztendlich vielleicht doch herausgegeben werden.

Der Bürger hingegen hat gläsern zu sein und hat auch ansatzweise kaum eine Chance, irgendein Geheimnis zu enthüllen. Die Medien, einst als vierte Gewalt im Staate hin und wieder investigativ tätig, suchen sich ihre Skandale inzwischen lieber im seichten Milieu des Boulevards, wo sie Florida Rolf und Helene Fischer mit spitzer Feder pieksen, ohne mit Gegenwehr oder Repressalien rechnen zu müssen.

Die Realität beweist, dass auch das schönste Grundgesetz mit den herzallerliebsten Menschen- und Bürgerrechten vorne drin, nur jene Makulatur ist, mit der die Blümchentapete an die Wand geklebt wurde, hinter der sich Lüge und Kungelei, Intrigen und Profitgier im Sumpf des Geheimen suhlen.

Demokratie? Was ist das?

Der fatale Gedanke, Demokratie könnte nur noch als logische Kunstfigur existieren, die es unmöglich macht, gegen die dahinter verborgene Macht anzugehen, weil Freiheit ja nur gegen Diktatoren erkämpft werden braucht, während die Demokratie immer nur hervorbringt, was des Volkes Mehrheit will, also per se unangreifbar ist, drückt immer mehr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, was unter der real existierenden Demokratie in diesem unserem Lande verstanden werden muss.

Da dem so ist, wird kein Mitglied der Bundesregierung wegen der aktuellen Geheimdienst-Affäre zurücktreten.

Es könnte sein, dass ein Abteilungsleiter des BND zum Sündenbock erklärt und bei vollen Bezügen bis zum Pensionsalter vom Dienst suspendiert wird, während er zugleich gegen ein branchenübliches Beraterhonorar für die NSA weiterarbeitet.

Schließlich herrscht Fachkräftemangel.

Quelle: egon.w kreutzer.de

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Wissenschaft

4. Mai 2015 - 11:54

Ab heute gibt es hier eine neue Rubrik, die sich Wissenschaft nennt. Um es vorweg zu sagen, nein, wir werden jetzt nicht in die akademische Ecke wechseln. Es ist ein Versuch Wissen zu schaffen und zwar jenseits der TV-Wahrheit und jenseits der Presse.

Allerdings werden auch Wissenschaftler zu Wort kommen, die ihre Sicht der Dinge darlegen, aber, so meine ich, doch für jeden verständlich. Und nein, es geht auch nicht direkt um Hartz IV, denn Hartz IV ist nur ein Krebsgeschwür dieses Systems. Die Medizin für den Krebs kann im Endeffekt nur darin bestehen, eine ganzheitliche, auf den Menschen bezogene Therapie einzuleiten, dann verschwindet auch der Krebs mit seinen vielen Metastasen.

Es ist auch teileweise sehr erfrischend, welch einfache Fragen man stellen muss, um hinter den gigantischen Schwindel zu kommen, der uns tagtäglich so aufgetischt wird. Wir werden nahezu in fast allen Fragen der Politik und Wirtschaft hinter die Fichte geführt. Dort ist uns der Blick auf die tatsächlichen Ereignisse völlig verstellt. Kommen wir hinter dem Fichtenstamm vor und betrachten uns auch andere Meinungen und vor allem können wir uns unsere eigene Meinung viel objektiver bilden.

Sollte bei Irgendjemandem der Drang aufkommen, selbst etwas tun zu wollen, so scheuen sie sich nicht, uns über das Kontaktformular zu kontaktieren.

A. Pianski

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KenFM am Telefon: Dirk Pohlmann zum BND Skandal.

4. Mai 2015 - 10:43
Veröffentlicht am 27.04.2015

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist auch die wiedervereinigte Bundesrepublik Deutschland alles andere als souverän. Im Gegenteil. In allen wesentlichen Punkten muss man eher von einer Zwangsumarmung der USA sprechen.

Die USA stellen eben nicht nur die Leitwährung auf diesem Planeten, sie definieren auch Freiheit und Souveränität innerhalb des Machtblockes den wir den Westen nennen und zu dem Deutschland zählt.

Aufgrund der geografischen Lage war schon die Bonner Republik immer unter besonderer Beobachtung Washingtons. Daran hat sich mit der Wiedervereinigung wenig geändert. Im Gegenteil. Kein Land wird von den USA derart flächendeckend überwacht und ausspioniert wie die Bundesrepublik Deutschland.

Die meisten Bundesbürger fühlen sich durch die Machenschaften der NSA nicht nur vor den Kopf gestoßen, es beleidigt sie in ihrem natürlichen Selbstwertgefühl. Der nationale Stolz, auf den sich der Staat immer beruft, wenn es darum geht von den Bürgern Opfer zu verlangen, z.B. wenn deutsche Soldaten von Auslandseinsätzen verstümmelt oder tot zurückkehren, wird durch das Verhalten der USA mit seinem Partner Deutschland aufs schwerste belastetet und damit auf lange Sicht untergraben. „Wir sind eben im Zweiten Weltkrieg besiegt worden“, ist einer dieser Standardsätze, die man im Zusammenhang mit der NSA Affäre auch im politischen Berlin immer wieder vernehmen konnte. Wenn auch hinter vorgehaltener Hand.

Diese achselzuckende Feststellung war Ausdruck der Ohnmacht aber auch eines Pragmatismus, wie ihn jedes Land entwickelt, das gelernt hat, mehr oder weniger fremdbestimmt zu sein. Auch in der ehemaligen DDR herrschte dieser Pragmatismus, wenn es darum ging mit dem Einfluss aus Moskau umzugehen.

Für viele Bundesbürger ist der aktuelle BND Skandal aber noch verstörender. Dass ein ausländischer Geheimdienst in Deutschland nicht gerade deutsche Interessen vertritt, liegt in der Natur der Sache. Dass aber der ans Kanzleramt angedockte BND eher auf Washington hört, denn auf Berlin, ist für die meisten Bürger dieses Landes unerträglich. Sie stehen gewissermaßen unter Schock.

Dieser Schock hält sich bei Profis der Materie in Grenzen. Sie haben sich nie Illusionen über den BND gemacht, wissen sie doch, dass vor allem dieser Nachrichtendienst von Anfang an als Aussenbüro der CIA fungierte. Der CIA ist, wenn es um „Partner beim Spitzeln“ geht, nicht besonders wählerisch.

Der Bundesnachrichtendienst wurde unter Duldung der CIA von Reinhard Gehlen gegründet und nannte sich zu Anfang Organsiation Gehlen.

Gehlen war General unter Adolf Hitler und während der NS-Zeit zuständig für den Kampf gegen den Kommunismus. Der BND als Teil der neuen DNA der BRD war von Anfang an massiv von Nazis durchsetzt, die versuchten ihre Haut dahingehend zu retten, in dem sie den USA mit Informationen über den neuen Feind dienten. Russen.

Zwischen deutschem und amerikanischem Geheimdienst bestand und besteht bis heute ein Verhältnis wie zwischen dem Chef eines Konzerns und dem Fuhrparkleiter des Unternehmens.

Der Fuhrparkleiter tut gut daran nie auf die Idee zu kommen, nur weil er ab und an einen der Wagen des Chefs zum Waschen fahren darf, er selber sei der Besitzer der Luxuskarosse, oder aber hätte im Konzern etwas zu sagen. Er muss in der Garage bleiben. Wartend.

Der BND ist ein guter Fuhrparkleiter. Er macht bis heute immer schön den Bückling und verrät auch mal die deutsche Verfassung, wenn das in Washington so verlangt wird.

Die einen nennen es Hochverrat, für die anderen ist es ein sich arrangieren mit der Gesamtsituation. Oder anders gesagt, ein Hamsterrad sieht von innen auch aus wie eine Karriereleiter.

Wie selten ist Hochverrat in demokratischen Staaten?

KenFM sprach mit Filmemacher Dirk Pohlmann. Seine aktuelle Dokumentation trägt den Titel „Täuschung – die Methode Reagan“ und läuft am 5. Mai um 23 Uhr auf ARTE.

In diesem Film wird u.a gezeigt wie Olaf Palme, der damalige Premierminister von Schweden, von den eigenen Militärs auf Geheiß der USA verraten wurde, indem diese an ihm vorbei eine Politik der Konfrontation mit der UDSSR verfolgten. Palme wurde später ermordet.

Hochverrat ist nicht so selten wie man meinen möchte. Hochverrat ist eher alltägliches Instrument eines Imperiums um den Willen einer anderen Nation zu brechen. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich bei dieser Nation um ein besiegtes Land oder aber ein Land handelt, das immer davon ausging, politisch neutral zu sein. Ob eine Regierung neutral ist oder nicht und wo diese Neutralität endet, bestimmt das Imperium.

Der aktuelle BND-Skandal beweist erneut, was das Parlament in der BRD tatsächlich zu sagen hat, oder was diese Nachkriegs-Demokratie in Wahrheit ist. Ein mehr oder weniger gut gemachtes Täuschungsmanöver.

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Erfolgreiche Wertersatzklage für rechtswidrigen Ein-Euro-Job gegen das Jobcenter MK(Märkischer Kreis)

3. Mai 2015 - 21:01

SG Dortmund, Vergleich v. 30.04.2015 – S 40 (23)(28) AS 710/12: Wertersatz durch Einmalzahlung in Höhe von 900,00 EUR für rechtswidrigen Ein-Euro-Job

Sozialgericht Dortmund

Sieben Jahre nach dem aufgezwungenen und für den Kläger nutzlosen Ein-Euro-Job und mehr als drei Jahre nach Erhebung einer Wertersatzklage wurde das Verfahren Az.: S 40 (23)(28) AS 710/12 gestern durch Vergleich abgeschlossen. Die Beklagte erklärte sich dazu bereit, dem Klageführer für Januar und Februar 2008 eine Einmalzahlung in Höhe von 900,00 € zu erstatten. Eine Erstattung für die Monate September bis Dezember 2007 schloss das Gericht aufgrund einer Verjährungsfrist aus.

Unstrittig war für den vorsitzenden Richter, dass die Arbeitsgelegenheit nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprochen hatte, die Arbeit somit rechtsgrundlos geleistet war. Damit entstand dem Kläger ein Anspruch auf finanziellen Ausgleich im Wege eines öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs.

Das Verschulden der Verschwendung öffentlicher Mittel muss dem Jobcenter Märkischer Kreis angelastet werden, nicht dem Träger selbst.

Konsequenzen
Im Ergebnis bedeutet dieser Vergleich, dass alle Betroffenen die Möglichkeit haben die zugewiesenen Arbeitsgelegenheiten rückwirkend bis 2011 einer gerichtlichen Überprüfung auf Rechtskonformität zuzuleiten und ggfs. einen finanziellen Ausgleich im Wege eines öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs erhalten zu können.

Tadel des Bundesrechnungshofes ignoriert
Mehrmals hatte auch der Bundesrechnungshof angemahnt, dass der überwiegende Teil der AGHs nicht den gesetzlichen Vorgaben entspreche.

Der Bundesrechnungshof hat in mehreren Untersuchungen die Praxis der Arbeitsgelegenheiten auf den Prüfstand gestellt. Die Prüfberichte kritisierten im Wesentlichen die Nutzlosigkeit der Maßnahmen für die Betroffenen und die Mitnahmeeffekte der Träger.

Aber wenn das Kriterium der Zusätzlichkeit bei fast 25 % der 1-Euro-Jobs nicht vorgelegen hat, waren diese 1-Euro-Jobber doch logischerweise regulär bei den Maßnahme Trägern beschäftigt (ansonsten Schwarzarbeit) und dann stellt sich doch die Frage nach den evtl. Straftaten der Lohnsteuerhinterziehung (§ 370 AO) und des Sozialversicherungsbetruges (§ 266a StGB), neben den Subventionsbetrug durch die unrechtmäßig angenommen Maßnahme Pauschalen, oder sehe ich das falsch?”

Alle Prüfungsberichte des BRH kritisierten massive Rechtsverstöße vieler Träger. Zu den dokumentierten Vorwürfen zählten regelmäßig die Verdrängung regulärer Arbeitsplätze, Mitnahmeeffekte bei Steuermitteln, Verstöße gegen die “Zusätzlichkeit” und “Wettbewerbsneutralität”, sowie mangelndes öffentliches Interesse.
Viele Träger legten keinen Wert auf die individuelle Förderung der Erwerbslosen, und missbrauchten diese für die Erledigung ihrer regulären Pflichtaufgaben, ja, sogar zur Gewinnmaximierung im Akkord.

Trotz aller sorgfältig vorgetragenen Kritik des BRH wurde der Missbrauch an der Basis nicht nennenswert bekämpft, profitierten die Argen und Jobcenter doch von der frisierten Arbeitslosenstatistik.
http://www.lokalkompass.de/dortmund-city/ratgeber/erfolgreiche-wertersatzklage-fuer-rechtswidrigen-ein-euro-job-gegen-das-jobcenter-mk

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Museumsbesuch und Spazierengehen

1. Mai 2015 - 12:02

Die Betroffene erhielt von ihrer „Arbeitsvermittlerin“ Frau Rank, mit Sitz in Zwickau, Leipziger Str. 160, unter Androhung der Kürzung des Existenzminimums, dass unter Aushebelung des Grundgesetzes und unter Missachtung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes, geschieht, eine Vorladung zu einer Informationsveranstaltung des „Bildungsinstitut“ Pscherer gGmbH.

Am 26.03.2015 war es dann soweit. Wie schon mehrfach auf diesem Portal berichtet und mehrere Male selbst erlebt, fand als erstes die obligatorische Lobhudelei in eigener Sache statt. Zum Glück hatte die Betroffene sich im Vorfeld bei Gegenwind beraten lassen. So konnte sie der Aufforderung, die im Anschluss verteilte EinV, die natürlich sofort zu unterschreiben und wieder abzugeben war, ganz gelassen wiederstehen. Natürlich wurden die Anwesenden nicht informiert, dass sie das Recht haben, die EinV vor Unterschrift mit nach Hause zu nehmen und zu prüfen, geschweige denn, dass vor Unterschrift auch über den Inhalt verhandelt werden kann. Warum auch sollten die 2 anwesenden Mitarbeiter der Arbeitslosenverfolgungsbehörde diese Information erteilen? Die Betroffene steckte die beiden Zettel in ihre Tasche und verschwand, noch ehe die Nichtabgabe bemerkt wurde.

Bei der Lobpreisung ihrer Maßnahme KOMPAKT, was immer das auch aussagen soll, schnitt der Vertreter des Maßnahmeträgers auch an, das neben dem Inhalt des ausgereichten Infoblattes auch Spaziergänge und Museumsbesuche mit auf dem Plan stünden.

Alles in allem sehr wichtige Punkte, die man als Lohnsklave unbedingt benötigt. Pauschal wird hier einer erwerbslosen Person bescheinigt, dass sie völlig chaotisch und ziellos durchs Leben irrt. Ihr muss beigebracht werden, wann der Tag anfängt, wann Mittagessen einzuplanen ist und wie man seine restliche Zeit managt. Es wird auch davon ausgegangen, dass man 30, 40 oder sogar 50 Jahre keinerlei Ahnung von seiner eigenen beruflichen Vorstellung entwickeln konnte. Mal ganz davon abgesehen, dass nach dieser Maßnahme einem der ganze Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und man nach Herzenslust und seinen Fähigkeiten und Neigungen den Traumjob wählen kann. Sozusagen ein Job-Wunschkonzert.

Wie das mit der Mobilität funktionieren soll, bleibt mir noch etwas verborgen. Neue Knie- und Hüftgelenke mit Turboantrieb, oder etwa das Erlernen der Nutzung von Bahn und Bus, oder ist gemeint, wie man ein Traumauto von den 1500 € erwirbt, die die Arbeitslosenverfolgungsbehörde nach langem Kampf maximal zur Verfügung stellt.

Ach und vertrauensvoll werden auch gleich noch die persönlichen Probleme vom „Bildungsinstitut“ PSCHERER gGmbH noch mit gelöst.

Nein, diese Arbeitslosen aber auch! Können nichts, haben tun sie sowieso nichts, zeitlich leben sie in einer anderen Welt und das Innenleben ist in tiefem Chaos versunken, aus dem sie selbst nicht herausfinden. Diese ganzen Fehler werden In der Maßnahme KOMPAKT behoben.

Ich meine mich dunkel daran zu erinnern, dass ich irgendwo gelesen habe, dass jeder Mensch ein Individuum ist. Mir drängt sich hier stark der Verdacht auf, dass solche Erziehungsmaßnahmen darauf abzielen, das Humankapital kompatibel für die bestmögliche und effizienteste Ausbeutung herzurichten und das unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Wirklich perfide aber ist, dass den Menschen ständig Hoffnung gemacht wird, wenn sie ihre Fehler von eben solchen Bildungseinrichtungen eliminieren lassen, sie schon einen Job finden werden. Schließlich liegt der Fehler bei ihnen, dass es nicht klappt mit dem Job. Bei schlichteren Gemütern kann das psychisch verheerende Folgen auf die Dauer haben.

Nach dieser Verarsche meldete sich die Betroffene bei ihrer Arbeitslosenverwalterin Frau Rank und bat sie von dieser sinnfreien Maßnahme Abstand zu nehmen. Mit den Argumenten, dass sie dann endlich einmal was lernen würde und das es nie schaden kann, wenn man einen PC bedienen kann, lehnte sie es ab, die Maßnahme zu streichen.

Am 15.04.2015 8 Uhr war es dann soweit. Und weil offensichtlich das Zeitmanagement beim Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH ungenügend ist, wurde erst 8 Uhr 30 angefangen. Wieder wurden Lobpreisungen auf das eigene Haus ausgesprochen und noch einmal bekanntgegeben, was alles auf die Kandidaten so zukommen soll. Darunter auch wieder die Spaziergänge und die Museumsbesuche. Erweitert wurde die Palette der Aktivitäten noch mit einem herbstlichen Busausflug in die Denneritzer Heide zum Pilze sammeln. Von einem gutbezahlten Job als Pilzesammlerin hatte die Betroffene allerding noch nie etwas gehört. Gut, neue Berufsbezeichnungen werden ja aller Nase lang erfunden. Wer weis!

Wahrscheinlich haben sich die Verantwortlichen dieser gemeinnützigen Bildungseinrichtung an den diversen Beiträgen im TV orientiert und in Ermangelung von Lamas eben Pilze sammeln ins Programm mit aufgenommen. Irgendwie meine ich einmal gelesen zu haben, dass die Arbeitslosenverfolgungsbehörden angehalten sind, mit den Geldern sparsam und effizient umzugehen. Das wird einem jedenfalls immer wieder gepredigt, wenn man etwas will. So z.B. bei einem Antrag auf einen PKW.

Endlich wurden dann die Verträge verteilt, die nach kurzem Studium unterschrieben wieder eingesammelt werden sollten. Da die Betroffene dank Gegenwind wusste, dass man Verträge nicht einfach unterschreibt, sondern durchaus mit nach Hause nehmen soll und gegebenenfalls auch prüfen lassen kann, unterschrieb sie nicht. Wie sich jeder vielleicht denken kann, entfachte dass eine heiße Diskussion. Quintessenz des Ganzen, „Dann muss ich sie rausschmeißen“. Das wollte die Betroffene dann aber doch schriftlich haben. Natürlich verweigerte die Dame vom „Bildungsinstitut“ die Erstellung eines Beweises für ihre eklatante Fehlleistung. Als die Betroffene nicht locker lies, delegierte sie die Verantwortung weiter, in dem sie die Betroffene an den Außenstellenleiter der Niederlassung des „Bildungsinstitutes“, Herrn Holger Krämer, verwies. Der Herr Krämer war dann auch der Meinung, dass der Vertrag das Haus nicht verlässt und die Betroffene in diesem Fall rauszuschmeißen sei. Auch hier erhielt sie den Rausschmiss nicht schriftlich.

Was machen die da eigentlich? Sülzen in einem fort wie gut sie sind und verweigern auf der anderen Seite die primitivsten Rechte für die Betroffenen. Da könnte man doch glatt vermuten, dass sich die Gemeinnützigkeit auf den eigenen Vorteil bezieht. Natürlich hat in der Bananenrepublik Deutschland jeder das Recht, Verträge die er gedenkt einzugehen, oder auch nicht einzugehen, vorher genau zu studieren und bei Unklarheiten auch von sachkundigen Personen prüfen zu lassen. Eigentlich kann man da nur jedem raten, mit dieser Firma keinerlei Verträge abzuschließen. Sanktioniert kann man dafür nicht werden, denn die Vertragsfreiheit garantiert eben dies. Mir ist auch nicht bekannt, dass irgendwo im SGB II diese Vertragsfreiheit aufgehoben wurde.

Soweit die Schilderungen der Betroffenen.

Dann die obligatorische Vorladung für den 28.04.2015 bei Frau Rank in die Leipziger Str. 160 in Zwickau. Natürlich mit Beistand.

Das Gespräch begann dann auch gleich mit dem Vorwurf an die Betroffene, dass sie sich entschlossen hätte, nicht an der Maßnahme teilnehmen zu wollen. Das wiederum gestattet einen Einblick, was das gemeinnützige „Bildungsinstitut“ bzw. Herr Holger Krämer an die Arbeitslosenverfolgungsbehörde zurück gemeldet hat. Die Betroffene stellte erst einmal klar, dass sie aufgrund der Bitte, den Vertrag vor Unterschrift prüfen lassen zu wollen, rausgeschmissen wurde. Zu meiner großen Verwunderung stimmte frau Rank zu, dass es so nicht geht.

Dann telefonierte sie und aus dem Gespräch schloss ich darauf, dass der Gesprächspartner die Kollegin von der Infoveranstaltung war, da es plötzlich um die Nichtunterschrift der EinV ging. Offenbar hatte Frau Rank nicht verstanden, dass es um den Vertrag mit dem „Bildungsinstitut“ ging, obwohl die Betroffene klar geäußert hatte, dass Herr Krämer vom „Bildungsinstitut“ PSCHERER gGmbH sie vor die Tür gesetzt hatte.

Nun fragte sie endlich, wer ich sei. „Wie, was Beistand. Können Sie sich mal vorstellen.“ Als sie den Namen Pianski hörte, gab sie dem Gesprächspartner am anderen Ende der Telefonleitung bekannt, dass bei ihr der Herr Pianski sitzt. Schon dieser Umstand allein, lässt erahnen, was der Name in der Arbeitslosenverfolgungsbehörde auslöst. Denn um was geht es hier eigentlich? Geht es um die Betroffene, geht es darum, Menschen in Arbeit zu bringen, oder liegt der Schwerpunkt plötzlich auf dem Beistand und darauf, möglichst zu verhindern, dass die Vorgehensweise der Arbeitsverfolgungsbehörde nicht untergraben und auch nicht öffentlich wird.

Nun wurde ein Palaver verabredet, ich nehme an, mit der Teamleitung und einer weiteren Kollegin. Bei einer so gefährlichen Situation muss natürlich die Verantwortung, wenn auch nicht unbedingt abgegeben, doch zumindest geteilt werden. Sicherlich existiert hier auch ein Notfallplan. Wir mussten das Zimmer verlassen und Frau Rank verschwand für 10 Minuten in Richtung Teamleitung. Dann durften wir wieder eintreten und Platz nehmen. „Bevor das Gespräch weitergeführt wird, unterzeichnen Sie mir bitte eine Schweigepflichtsentbindung.“ O-Ton Frau Rank. Ausgefüllt sollte sie auch noch werden. Da ist jetzt zu vermuten, dass auch der Name des Beistandes festgehalten werden sollte, zumal es in der Vergangenheit so gewesen ist. Und da die Betroffene nun wirklich nichts mit sofortiger Unterschrift am Hut hat, war das Gespräch urplötzlich zu Ende. Vermittlung in Arbeit, die Maßnahme, alles nicht mehr wichtig. Oberste Priorität genoss der Beistand.

Wie in den meisten Fällen kommt das Beste zum Schluss und so halten wir es in dem Fall auch.

Zur gleichen Zeit war eine Kollegin von mir in der Schaltzentrale der Macht der Arbeitslosenverfolgungsbehörde, nämlich in der Werdauer Str. 62, Haus 5, beim stellvertretenden Standortleiter. Dort rief Frau Lappat an, teilte mit, dass Herr Pianski wohl irgendwie zu Gange sei und erwähnte auch die Schweigepflichtsentbindung. Der stellvertretende Standortleiter wies Frau Lappat darauf hin, dass die Schweigepflichtsentbindungen schon lange nicht mehr Praxis sind.

Wieso dann eine Schweigepflichtsentbindung zur Vorlage kam, lässt eigentlich nur darauf schließen, dass bei der Truppe jeder machen darf was er will. Verantwortlich für diese Truppe, dass sollte man nicht vergessen, ist Mathilde Schulze-Middig.

Jetzt folgt noch ein kleines Schmankerl.

Für eine Betroffene, die Frau Geier als Vermittlerin hat und so wie viele vor ihr und vermutlich auch nach ihr, um keinen Preis allein zu einer Vorladung gehen wollen, haben wir für den Fall, dass kein Beistand zur Verfügung steht, eine besondere Regelung getroffen. Bei Vorladung kontaktieren wir den Teamleiter und stellvertretenden Standortleiter, der dann beim Termin mit dabei ist. Beim letzten Termin hat sich Frau Geier, als das Gespräch auf Gegenwind zu sprechen kam, doch zu folgenden Verlautbarungen hinreißen lassen. Leute von Gegenwind hätten sie bis vor ihr Haus verfolgt und sie hätte Anzeige erstattet.

Der Teamleiter und stellvertretende Standortleiter, der bei diesem Gespräch dabei war, hätte hier sofort einschreiten müssen. Nach unserer Meinung ist Frau Geier nach den ganzen Vorfällen der letzten Jahre, da noch unter dem Namen Goldacker und jetzt nach dieser Entgleisung nicht mehr tragbar. Aber offenbar steht die ganze Vorgesetztenriege bis hin zu Frau Schulze-Middig hinter so einer Verhaltensweise.

Wir jedenfalls werden prüfen, ob wir Strafanzeige gegen die Verantwortlichen und gegen Frau Geier stellen werden.

Nach Informationen aus informierten Kreisen hat man in der Arbeitslosenverfolgungsbehörde jedenfalls die Parole ausgegeben, dass es sich hier um eine private Auseinandersetzung handelt. Den Zahn allerdings sollte sich die Geschäftsführerin ziehen lassen. Es geht immer um das Handeln der Behörde und um den Mitarbeiter, der im Auftrag der Behörde handelt.

A. Pianski

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Dort wo die Willkür zu Hause ist

18. April 2015 - 19:01

Die Betroffene erhielt eine Vorladung ins JC Zwickau für den 12.03.2015. Vorgeladen hatte die Arbeitsvermittlerin Frau Geier. Vom 11.03. bis 14.03.2015 hatte die Betroffene im Rahmen eines Arbeitsvertrages bei der Deutschen Post AG als Abrufkraft einen Einsatz. Dies macht sie schon einige Zeit und hatte auch mit ihren Vermittlern bis jetzt keinen Ärger deswegen. Der Leser wird es schon ahnen, diesmal war es anders.

Lange Rede, kurzer Sinn. Sanktion wegen Meldeversäumnis. Frau Geier meinte, so die Betroffene, dass sie so einen komischen Arbeitsvertrag noch nie gesehen hat und im Übrigen müsse sie diesen erst vom Zoll prüfen lassen. Offensichtlich hat sie in ihrem langen bundesrepublikanischen Berufsleben noch nicht mitbekommen, dass Arbeitsverträge keiner bestimmten Form bedürfen. Aber dies nur nebenbei.

Spätestens seit Günter Wallraff wissen wir ja nun offiziell, dass sich Vermittler auch gern einmal als personifizierte Gottheit betrachten und sich über alles Irdische hinwegsetzen. Der Unterschichtenmensch nennt das etwas schlichter Willkür und so kann man hier eben diese stark vermuten, denn laut Sanktionsschreiben konnte Frau Geier keinen wichtigen Grund erkennen, warum der Termin nicht wahrgenommen wurde.

Gleichzeitig absolvierte die Betroffene noch eine dieser Sinnlosmaßnahmen, wo man 8 Stunden am Tag nach offenen Stellen sucht, beim Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH in Werdau. Und da diese um ihre Einnahmen fürchten, schickten die auch noch eine Abmahnung. Dabei hatte Frau Geier nach Aussage der Betroffene noch darauf hingewiesen, dass bei Antritt einer Arbeit selbstverständlich die Maßnahme obsolet ist. Das hinderte die Vermittlerin aber nicht daran eine weitere Sanktion anzudrohen, wegen versäumter Tage im Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH.

 

Nun flatterte der Betroffenen eine Folgevorladung für den 16.04.2015 ins Haus. Da sie nicht allein in die Arbeitslosenverfolgungsbehörde gehen wollte, bat sie mich als Beistand mitzugehen. Nun folgt wieder ein Beispiel von totaler Unprofessionalität, denn wir hatten kaum das Büro von Frau Geier betreten, durften wir es auf ihre Anordnung auch schon wieder verlassen. Wenig später kam dann der stellvertretende Teamleiter Herr Wolfram und übernahm das Gespräch. Frau Geier war der Meinung, dass sie mit mir als Beistand nicht sprechen wolle. Sonderbar, Gegenwind hat schon mehrmals für Betroffene, die bei Frau Geier als Vermittlerin waren, versucht, eine andere Vermittlerin zu bekommen. Dies wurde immer vehement abgelehnt.

Herr Wolfram erkannte sofort, dass die Arbeit bei der Deutschen Post AG ein wichtiger Grund ist und nach nochmaliger Prüfung die Sanktion zurückgenommen wird. Bei der Sanktionsandrohung für versäumte Stunden bei der Beschäftigungstherapie in Werdau war er nicht so einsichtig, schließlich könne die Betroffene nicht nachweisen, ob Frau Geier eine Beendigung der Maßnahme bei Aufnahme einer Arbeit befürwortet hat. Auf meinen Einwand, was im Strafrecht gilt, wenn Aussage gegen Aussage steht, wusste er zu berichten, dass im Zweifelsfalle für den Angeklagten entschieden würde. Aber leider bewegen wir uns hier nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, geschweige denn trifft das Strafrecht zu, noch wird hier nach allgemeinen Rechtsgrundlagen entschieden.

Auf meine Frage, warum Frau Geier eigentlich immer so weitermachen darf, Gegenwind hat schließlich schon in vielen Fällen interveniert, kam eine sehr bemerkenswerte Antwort. „Sie hat schon viele in Arbeit gebracht.“ Im Umkehrschluss bedeutet dass, das der Zweck die Mittel heiligt. Weiter konfrontierte ich Herrn Wolfram damit, dass es ausschließlich prekäre Jobs sind und dass außerdem eine massive Statistikfälschung hinter den angeblichen Erfolgen steht, was auch wissenschaftlich von vielen belegt wurde. Herr Wolfram: „Damit kann ich leben.“

Es ist schön, so selbstzufriedene Mitmenschen erleben zu dürfen. Jedenfalls muss man sich hier keine Gedanken um die psychische Gesundheit machen.

Heute, 18.04.2015, erreichte mich die Nachricht, dass die Sanktion zurückgenommen und von der beabsichtigten Sanktion Abstand genommen wurde.

A. Pianski

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Einige begreifen es nie

1. April 2015 - 9:49

Mit Einige sind Mitarbeiter des Jobcenter Zwickau gemeint, die einfach nicht begreifen können, dass sie es mit MENSCHEN zu tun haben und nicht mit irgendwelchen abgelegten BG Nummern, die man hin und her schieben kann so nach Gutdünken wie man einfach Lust u. Laune hat.

Hier geht es um eine alleinerziehende junge Frau, die bisher wenig Glück mit ihren „Vermittlern“ hatte. Sie hat sich im vergangenen Jahr um eine Weiterbildungsmaßnahme gekümmert, da sie endlich wieder für sich und ihr Kind selbst sorgen will, indem sie sich durch diese Maßnahme eine am Arbeitsmarkt gesuchte Qualifizierung aneignen wollte. Soweit so gut, die Maßnahme in Werdau war mit dem PKW zeitlich auch mit Kind und Kita und Arztbesuchen ganz gut zu erreichen und es hat ihr auch Spaß gemacht, weil eine Übernahme in eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem 2er Abschluss zugesichert wurde. Der Abschluss war kein Problem, aber das Auto wollte nicht mehr und hat den Geist aufgegeben, es wollte nur noch in den „Schrotthimmel“ und von da an war alles anders für die junge Frau.

Bei einem Termin im Jobcenter hat sie die Frage nach einer finanziellen Unterstützung zum Kauf eines gebrauchten „für sie neuen PKW“ gefragt, da dies aus dem Vermittlungsbudget möglich ist, war ihre Frageeine normale Angelegenheit. Nur es kommt ja immer anders als man denkt vor allem in der „Erwerbslosenverwaltung“ genannt Jobcenter.

Hier Originalmails an mich(mit Genehmigung der Betroffenen):

gern hätte ich Sie persönlich im Büro aufgesucht und Ihnen meine Situation geschildert. Aber es ist wohl besser so gewesen, dass die Zeit, um zu Ihnen zu fahren und noch vor 16 Uhr bei Ihnen sein zu können, zu knapp war. Sonst hätten Sie noch meinen ganzen Frust und Ärger abbekommen….

Ich habe heute einen Anruf von meiner Arbeitsvermittlerin, Frau Algenstädt erhalten. Ich dachte, sie ruft mich zurück, da ich um Rückruf gebeten habe um den Gesprächstermin zu verschieben. Nein. Ihr Anruf hatte folgenden Grund: Da ich dem Jobcenter mitgeteilt hatte (der Widerspruchsstelle), dass ich ab sofort kein Auto mehr habe, hatte sie von ihrer Vorgesetzten den Auftrag, zu prüfen, wie ich jetzt zur Schule komme. Da ja zu Beginn der Maßnahme Fahrkosten für die Fahrt mit privatem Pkw bewilligt worden sind und ich den ja nun nicht mehr habe. “Nicht, dass eine Überzahlung zustande kommt.”

Ich bin am Telefon echt geplatzt und habe mir Luft gemacht.
Es sind so viele Sachen gesagt worden und ich komme mir als Arbeitssuchende und alleinerziehende Mutti wirklich verarscht, im Stich gelassen und minderwertig vor. Es sind noch mehr Dinge vorgefallen und ich wollte Sie fragen, ob es Sinn macht, sich bei der Geschäftsführung Luft zu machen?
Ich will so nicht mit mir umgehen lassen…

Wie schon aus der Mail hervorgeht wurde der Antrag auf einen Zuschuss verwehrt und die Betroffene ist dagegen in Widerspruch gegangen.

Ergebnis des Widerspruchs:

mein Widerspruch wurde abgelehnt… Ich bin nervlich an meiner Grenze…

Nach einer weiteren Vorsprache im Jobcenter und der nochmaligen Darlegung der Situation, dass es keinen fahrbereiten PKW mehr gibt und alles mit dem öffentlichen Nahverkehr getätigt werden muss und, dass diese Situation für Alleinerziehende mit Kind kaum zu schaffen ist, hat es anscheinend einen Mitarbeiter gegeben der Mensch war. Denn es folgte, man will es erst einmal nicht glauben folgende Mail:

Hallo Frau Madaus,

Sie werden es nicht glauben: ich habe es endlich geschafft!!! Gestern hatte ich den Bewilligungsbescheid vom Jobcenter im Briefkasten. Mir wird ein gebrauchter Pkw für maximal 1500 Euro aus dem Vermittlungsbudget genehmigt.

Ich war Donnerstag früh bei Herrn Hammer vom Jobcenter und habe ihn gefragt, ober er nicht den Mitarbeitern des Jobcenters irgendwie die Vereinbarung zwischen ABC Office 24 und dem Jobcenter bestätigen kann (gern auch telefonisch), da es sich lt. Aussage der Widerspruchsstelle aufgrund der fehlenden schriftlichen Vereinbarung nicht um eine Anbahnung eines sv-pflichtigen Arbeitsverhältnisses handelt. Es hatte ein Anruf seinerseits bei der Teamleitung gereicht. Diese hatte in der Schule angerufen und schon ging alles seinen Gang… Das war ein Krampf…
Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung.

Bei diesem Fall frage ich mich ganz einfach ob die Klagen der Mitarbeiter im Jobcenter ob Vermittlung oder Leistung nicht teilweise Klagen auf hohem Niveau sind. In solchen Fällen wie hier sollte eine schnelle und unbürokratische Entscheidung doch möglich sein. Es spart Zeit und Nerven auf beiden Seiten, denn Mitarbeiter und Betroffene stehen hier unter Druck der nicht sein muss. Für mich sollte ein Mitarbeiter auch einmal eine Entscheidung treffen die spontan zum Ziel führt, wenn er auch vielleicht danach seinem Vorgesetzten eine Erklärung geben muss.

Muss es eigentlich erst zu einer „Wallraff Aktion“ kommen, damit auch die BA aufwacht, die Jobcenterbeiräte an die Öffentlichkeit gehen und die Wahrheit sagen was los ist, wir haben schon lange bemerkt, dass da vieles schief läuft und gefrustete Mitarbeiter in solch heiklen Jobs sind das Schlimmste was passieren kann. Das alles hat man verschleppt und nun ist es fünf vor zwölf und endlich soll sich etwas tun so die Jobcenterpersonalräte:

„Uns ist bewusst, dass die Ursachen für die geschilderten Problemlagenunter anderem auch in der Politik zu suchen sind. Wir hoffen dennoch, durch diese nur knapp umrissene Aufzählung den Teil der Verantwortung verdeutlicht zu haben, den wir bei Ihnen sehen. Grundlegende Veränderungen sind aus unserer Sicht überfällig.“

!!!Überfällig ist das ganze Konstrukt Hartz IV, also weg damit!!!

M. Madaus

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Glückwunsch! Ab heute sind sie geistig behindert!

29. März 2015 - 22:20

Was sagt man dazu? Doris Kruse aus Magdeburg ist 41 Jahre alt und bis dahin gesund wie ein Fisch im Wasser, physisch und psychisch. Sie hat zwei Töchter alleine großgezogen, die heute erwachsen sind und beide arbeiten. Und jetzt, ist sie geistig behindert, dem Job-Center sei Dank!

Blöderweise ist sie eines Tages arbeitslos geworden, weil man ihre Stelle gestrichen hat. Das ist nicht weiter schlimm, denkt sie, und schreibt einfach weiterhin Bewerbungen. Sie hofft darauf, mit ihren (für den Arbeitsmarkt) steinalten 41 Jahren wieder irgendeine Anstellung zu bekommen. Doch leider machte sie die Rechnung ohne das Job-Center Magdeburg.

Für das Job-Center ist das eine äußerst unangenehme Situation. Sie ist zu alt für den freien Arbeitsmarkt und zu jung, um sie aus der Statistik rauszuschmeißen. Denn erst mit 58 fliegt man aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik raus. Was aber macht man solange mit solchen Leuten? Keine Sorge, da gibt es einige Möglichkeiten: Man zwingt sie zu 1-Euro-Jobs, man überlässt sie Sklavenhändlern (Zeitarbeit), man macht ihnen weis, dass sie noch eine Zusatzausbildung benötigen, weil ja ein Ausbildungsberuf nicht genügt oder man schickt sie zum 183ten Bewerbertraining. Hauptsache weg.

Um Doris Kruse aus dem Weg zu schaffen, bot man ihr einen psychologischen Test an – zur Überprüfung ihrer Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt -, den sie auch ohne Hintergedanken annahm und durchführte. Das hätte sie mal lieber nicht tun sollen. Der wurde ihr nämlich zum Verhängnis.

Was sie sich davon versprach, man weiß es nicht. Denn wirklich Sinn ergibt so ein Test, in meinen Augen, sowieso nicht. Danach weiß man lediglich, was man weiß oder eben nicht weiß. Das ändert aber am Arbeitsmarkt nichts. Vielleicht ist sie einfach nur naiv, aber ist sie deshalb gleich geistig behindert? Auf jeden Fall bekam sie Post vom Job-Center, in man ihr schrieb, dass anhand dieses Tests und der Aktenlage ein Gutachten erstellt wurde.

Dieses Gutachten wurde vom ärztlichen Dienst des Job-Centers erstellt und das Ergebnis schockierte Doris Kruse. Sie sei ab jetzt “geistig behindert” – voraussichtlich auf Dauer. Eine Erklärung, wie dies Zustande kam, hat sie nicht bekommen, dafür ein Angebot, in Zukunft in einer Werkstatt für geistig Behinderte arbeiten zu dürfen. Den Rest, den sie zum Leben benötigt, würde das Job-Center aufgestocken. Mache sie geistig behindert, schiebe sie ab, in eine gemeinnützige Werkstatt und schon is sie weg. So schnell geht das. Nicht gerade menschenwürdig, aber sehr effektiv.

Wahrscheinlich messen sie bei dem Test, wer über die Intelligenz verfügt, sich anschließend über den Rechtsweg zu wehren. Bei ihr hatten sie offensichtlich damit gerechnet, dass sie sich zwar ein wenig darüber aufregt, es aber letztendlich hinnimmt. Wäre da nicht das Team von “Monitor” gewesen, die beim Pressesprecher zwar unangenehme Fragen stellten, aber natürlich mal wieder keine befriedigende Antworten erhielten.

Doris Kruse darf sich nun einreihen, in die Statistik für schwervermittelbare Aufgestockte. Im August 2014 waren es immerhin 4.066. Wer es zahlenmäßig noch ein bisschen genauer möchte, der kann sich hier einen Überblick über die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland verschaffen.

Laut Monitor ist Doris Kruse kein Einzelfall. Also, Finger weg von solchen Tests. Wer weiß, was sie daraus basteln. Am Ende geht man abends ins Bett und am nächsten Tag, wenn der Postbote kommt, ist man schon geistig behindert. Wie schon erwähnt, wegen so einem Test wird der Arbeitsmarkt nicht besser. Damit sich da was tut, müsste Angi erstmal von ihrem ewigen Geschwafel über Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung runterkommen. Das bedingungslose Grundeinkommen muss her, die gerechte Umverteilung muss her und Angi muss weg. Dann klappt`s auch mit der Arbeit!

Quelle: Maras Welt

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Schlag gegen Hartz IV

25. März 2015 - 12:43

Nach 10 Jahren Hartz-IV-Faschismus und der Weigerung der Gerichte, diesen stinkenden Haufen von G. Schröder wegzuräumen und die Grundrechte der Betroffenen zu schützen, sowie ohne die Aussicht, dass eine ausländische Macht einmarschieren wird, um den Menschenrechtsverletzungen in Deutschland ein Ende zu bereiten, angesichts schließlich der finanziellen Erpressung, der sich die Mehrheit im Parlament verschrieben hat, ist es höchste Zeit, das Widerstandsrecht aus Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes hervorzuholen.

Wie heute Kriege ohne Kriegserklärung geführt werden. so werden auch Menschenrechte abgeschafft ohne deren Abschaffung zu erklären. Wer sich nicht speziell mit der Frage beschäftigt, geht davon aus, dass die Regierung die Grundrechte schützt, wie es das Grundgesetz vorsieht, und folglich ist für diese Leute alles grundrechtskonform, was von der Regierung kommt. Ein eigenes Urteil bilden sie sich erst gar nicht.

Da auch bei Jobcenter-MitarbeiterInnen von einem solch fehlenden Grundrechtsbewusstsein auszugehen ist, bildet Aufklärung die wichtigste Maßnahme. Sie finden deshalb hier einen Auszug aus dem Grundgesetz speziell für Jobcenter-MitarbeiterInnen, damit diese ohne viel Aufwand sehen können, gegen welche Grundrechte sie täglich verstoßen. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), bei der das Grundgesetz in Buchform kostenlos bezogen werden kann, schreibt über den Inhalt: “In den Artikeln, die im Rang über allen anderen deutschen Rechtsnormen stehen, sind die grundlegenden staatlichen System und Wertentscheidungen festgelegt.” Wer also unter Schikanen eines Jobcenters leidet, sollte den betreffenden MitarbeiterInnen zunächst einen für ihre Arbeit relevanten Auszug aus Artikel 1-20 des Grundgesetzes zukommen lassen, mit der freundlichen Bitte um Beachtung.

Verbessert sich die Praxis dadurch nicht, sollten Sie Ihren Frust und Ihre Wut nicht in sich hineinfressen, sondern beim nächsten Schikanetermin an der Türklinke Tuerklinkezu dem Raum, in den Sie unter Sanktionsdrohung vorgeladen wurden, mit voller Wucht rauslassen. Türklinken halten einiges aus, und der Schlag auf die Türklinke wird die betreffende Person des Jobcenters an die Grundrechte gemahnen, vor allem, wenn Sie den für die sogenannte Meldepflicht auch von Hartz-IV-Geplagten relevanten § 309 SGB III in Absatz 3 beachten und verspätet und deshalb unerwartet und ohne anzuklopfen hereinplatzen. § 309 Abs. 3 SGB III besagt, dass Arbeitslose der Meldepflicht auch dann nachkommen, wenn sich die meldepflichtige Person zu einer anderen Zeit am selben Tag meldet und der Zweck der Meldung erreicht wird. Nutzen Sie diesen kleinen Spielraum für einen Schlag gegen Hartz IV.

Wenn die Jobcenter von Schlägen auf die Türklinken widerhallen, dann besteht eine Chance, dass sich die MitarbeiterInnen in den Jobcentern für die Abschaffung der Hartz-IV-Vollzugsordnung einsetzen und deren Anwendung verweigern. In der Masse werden sie stark genug dazu sein.

Quelle:Grundrechtsschutz-Initiative

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“Team Wallraff” Undercover in Jobcentern

23. März 2015 - 12:11

Obwohl ich diesen Sender, der diese Enthüllungsgeschichte auf unsere heimischen Mattscheiben geschickt hat, gefühlte hundert Jahre nicht gesehen habe, er belegt übrigens auch keine Taste auf der Fernbedienung, hat sich doch ob des Themas und des Namen Wallraff bei mir eine gewisse Neugierde und Erwartung eingestellt. Da mir die Suche im Senderverzeichnis des Fernsehers mit seinen über vier- oder fünftausend Sendern zu mühsam und die Aussicht, mir zwangsweise all die schönen Produkte, die kein Mensch braucht und die mit sehr tiefgreifenden Sprüchen garniert werden, zu abschreckend war, wollte ich mir Wallraff im Internet anschauen.

Das mit der Vermeidung von Werbung hat leider nicht hingehauen und anschauen musste ich sie mir auch, da das Filmchen bei der Werbung nicht weitergespult werden konnte. Eines gleich vornweg, nichts Neues gibt es nicht, jedenfalls für die Leute, die im Thema drinstecken oder betroffen sind. Alles Sachen die man wissen kann. Allenfalls der noch arbeitenden Bevölkerung bzw. der sogenannten Mittelschicht dürfte jetzt ganz klar sein, dass man alles zu tun hat, um seinen Arbeitsplatz zu behalten.

Doch was wird denn dem Durchschnittsdeutschen da abends vor der Klotze präsentiert. Eine Arbeitsverwaltung, die hinten und vorn nicht weiß, wo sie anfangen soll. Völlig demotivierte Vermittler, da die Aufgaben wegen zu wenig Personals kaum zu erfüllen sind und wegen befristeten Verträgen auch keine richtige Motivation aufkommt. Der ständige Druck, für die Statistik alles Mögliche erfüllen zu müssen und im Wettbewerb mit den anderen Teams und Standorten immer mit an der Spitze zu sein.

Weiter wird von den Mitarbeitern zugegeben, ihren Frust auch schon mal an den „Kunden“ auszulassen. Sie berichten aber auch, dass sie sich mehr Zeit für den Einzelnen wünschen und beklagen die sinnlosen Maßnahmen, in die sie die „Kunden“ stecken müssen. Der durchschnittliche RTL-Zuschauer weiß jetzt, dass die Mitarbeiter der Jobcenter unter katastrophalen Arbeitsbedingungen leiden und dass der Vorstand und die Politik etwas unternehmen müssen. Schließlich sind am Ende auch die „Kunden“ die leidtragenden. (Was ich mich immer wieder Frage, warum überhaupt noch Mitarbeiter der Jobcenter Mitglied bei der Gurkentruppe ver.di sind)

Somit schließt sich der logische Kreis für den deutschen Michel wieder. Hartz IV ist gar nicht so schlecht, man muss nur die Ämter mit genügend Personal ausstatten und die arbeitsmarktpolitischen Instrumente ein wenig reformieren.

Es ist eine systemstützende Reportage, auch wenn sie Missstände anprangert. Mehr Personal, würde nur eins bedeuten. Erwerbslose würden im Zweifelsfalle noch dichter „betreut“ und somit noch schneller in dem Hamsterrad der Sinnlosbewerbungen und frustrierenden Absagen laufen müssen. Es ist kein handwerklicher Fehler oder gar Stümperei seitens der Politik, nein es ist genau so gewollt, wie es jetzt läuft. Politiker sind die Kasperl des Kapitals und als solche nur die Ausführenden. Die Industrie braucht billige Sklaven und da sie nie genug bekommen kann, werden auch die Maßnahmen dahingehend immer weiter ausgebaut und verfeinert. Psychologie spielt dabei eine ganz große Rolle.

Ich setze die gesamte Belegschaft mit allerlei unterschiedlichen Mitteln unter Druck. In dem Falle mit einem Wettbewerb untereinander, quasi jeder gegen jeden. Dazu schaffe ich katastrophale Arbeitsbedingungen. Jetzt passieren ganz unterschiedliche Dinge, die aber alle dem einen Ziel dienen, nämlich die Erwerbslosen so kaputt zu spielen, dass sie sich freiwillig selbst Versklaven und zu allen Bedingungen bereit sind, einen Job anzunehmen. Die, die bei dem Spielchen über die Klinge springen, sprich krank werden, haben eben Pech gehabt, Kollateralschaden sozusagen. Sie dienen aber immer noch als abschreckendes Beispiel.

Der Mechanismus ist ganz einfach. Die so zermürbten Angestellten lassen ihren ganzen Frust an den Erwerbslosen aus, zumal sie über Jahrzehnte immer wieder suggeriert bekommen haben, wie faul doch Erwerbslose sind. Diese verbale Suggestion, ob direkt oder indirekt hat keineswegs ihre Wirkung verfehlt und verstärkt den Effekt noch erheblich. Alles in allem also hat die Konstruktion Hartz IV und Jobcenter aus der Sicht der Initiatoren die gewünschte Wirkung gebracht.

Dies hätte das Team um Wallraff der RTL-Fangemeinde vermitteln müssen. Kein herumbasteln an einem verbrecherischen System, wo es nur Verlierer geben kann, sondern eindeutig:
„Weg mit Hartz IV“

Noch ein Wort zu den Verblödungsmaßnahmen.
Wirtschaftswissenschaftler Stefan Sell mein dazu ganz klar, dass ein Großteil der Kurse sinnlos ist und den Teilnehmern dabei sogar Schaden zugefügt wird. Das ist fahrlässige oder sogar vorsätzliche Körperverletzung die man an den Leuten begeht, weil man sie regelrecht in einen Zustand reintreibt, der ihre Situation noch verschlimmert, so Stefan Sell.
Dem kann ich mich nur anschließen. Mir sind in der Beratung von Erwerbslosen genügend Personen bekannt geworden, die psychische Erkrankungen und daraus resultierend auch körperliche Beschwerden unter diesen Behandlungen ausgebildet haben. Wenn wir also von Körperverletzung sprechen, sprechen wir von einer Straftat und diese geschehen tausendfach. Wer Lust hat, kann auch einmal im Netz nach Suiziden in Verbindung mit Hartz IV suchen. Es dürften nicht wenige sein, die dieses System auf dem Gewissen hat.

Aber die Täter sind nicht nur an der Spitze zu suchen. Täter sind auch die vielen Ausführenden in den Jobcentern. Kein Mensch ist gezwungen, seine Mitmenschen zu misshandeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob derjenige die Sache durchschaut oder nicht. Es ist nicht automatisch rechtens, nur weil der Staat es für rechtens erklärt.
Wir sollten endlich aufhören, ständig Forderungen in die Welt hinauszuposaunen, die eine gewisse Verbesserung bewirken sollen. Sie wird es niemals geben, eher fallen Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Ganz klar, das System Hartz IV ist zu bekämpfen und zwar solange, bis es weg ist.

A. Pianski

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Jobbörse: Wer fehlt, hat Ärger

20. März 2015 - 16:35

Die Besucher der von der Arbeitsagentur organisierten Veranstaltungen sind offenbar nicht alle freiwillig da. Denn wer der Einladung der Jobvermittler nicht folgt, muss mit Kürzung seiner Leistungen rechnen.

Zwickau/Glauchau. 1070 Besucher nutzten jüngst die Jobbörsen der Agentur für Arbeit in Glauchau und Zwickau, um mit Arbeitgebern aus der Region ins Gespräch zu kommen. Doch diese wohlklingende Bilanz, die von der Arbeitsagentur per Pressemitteilung verkündet wurde, ist nur die halbe Wahrheit. Denn offenbar waren nicht alle freiwillig da. Das sagt ein Arbeitsloser aus Zwickau. Mehrmals im Jahr bekommt er Einladungen zu den Jobbörsen. Einer Einladung kann man für gewöhnlich folgen – muss man aber nicht. Anders sei dies bei den Schreiben der Zwickauer Agentur.
Denn dort würden Arbeitslose unter Androhung von Sanktionen zum Besuch aufgefordert. “Wer nicht kommt, muss mit einer Kürzung seiner Leistungen rechnen
Freie Presse vom 19.03.2015

SIE WERDEN ES NIE LASSEN

SANKTIONEN EINE DER TÄTIGKEITEN DIE VIELE SOGENANNTE ARBEITSVERMITTLER ALS EINZIGES ZU 100% BEHERRSCHEN!

JOBBÖRSEN hier wird mit der Arbeitskraft der vom Hartz IV Betroffenen gehandelt, denn nichts anderes bedeutet das Wort Börse. Hier ist es also ein Marktplatz auf dem mit Erwerbslosen gehandelt wird, weil zur Hälfte bei dem Handel wenn es denn klappt dem sogenannten Arbeitgeber, auch noch finanziell etwas zukommt ist das mehr als „Sklavenhandel“. Zeitarbeitsunternehmen und auch Arbeitgeber die sich selbst vor Ort vertreten nehmen doch gern solche finanziellen Zuwendungen von den Agenturen für Arbeit oder Jobcenter. Können sie das doch beliebig nutzen und die Personen nach einem halben Jahr wieder austauschen, natürlich wieder gegen ein Salär, es soll ja keiner sagen das wäre nicht so, denn diese Angebote bekommt man gleich mit auf den Weg bei der Jobsuche.
Warum diese Erwerbslosenhandelsplätze, es gab Zeiten da hatten die Unternehmen ihre Arbeitsangebote für alle lesbar am Unternehmen stehen und das hat geklappt. Jetzt wird die Arbeitskraft wie alles zur Ware gemacht und gehandelt und wehe einer lässt sich nicht verkaufen, dem wird dann das Existenzminimum gekürzt, was für eine irre Arbeitswelt.

Verstehen kann ich schon lange nicht mehr, dass sich angeblich geschulte Menschen für diese Sache hergeben und das noch umsetzen, es ist zum (Verzeihung) Kotzen. Von den Erwerbslosen will bis auf einen geringen Prozentsatz jeder eine Arbeit, aber was sind für sie die wichtigsten Aspekte einer guten Arbeit? Gute Bezahlung und Sicherheit des Arbeitsplatzes, interessante Tätigkeiten, freundliche und hilfsbereite Kollegen oder auch etwas für die Gesellschaft zu tun. Untersuchungen zeigen, dass diese Merkmale genauso wichtig sind wie eine gute und gerechte Bezahlung!

Wenn dann noch solche Aussagen fallen wie diese:

Mirjam Sobe bestätigt den Passus auf dem Einladungsschreiben, dass Leistungskürzungen drohen, wenn jemand nicht erscheint. Jeder habe allerdings die Möglichkeit, sich zu entschuldigen, wenn beispielsweise das Kind krank ist. In solchen Fällen habe man auch nichts zu befürchten. Dennoch: “Jeder Arbeitslose ist zur Mitwirkung bei der Jobsuche verpflichtet”, sagt Sobe. Deshalb gebe es die Rechtsfolgenbelehrung. Und natürlich müsse die Bereitschaft mitzuwirken auch kontrolliert werden.
Freie Presse vom 19.03.2015

Es fehlen einem dann die Worte, nur noch so viel hunderte von EURO werden für diesen „Blödsinn“ Jobbörse ausgegeben natürlich Steuergelder und das wird nicht abgeschafft? Kann man das etwa von den erlassenen Sanktionen finanzieren? Es soll nur kein Mitarbeiter der Jobcenter mehr äußern, dass der Erwerbslose von Steuergeldern lebt, solange wie für solchen „Blödsinn“ mit der Arbeitskraft Handel zu betreiben genau diese Steuergelder in den Wind geschossen werden.

Schlusswort:
Die Arbeit als philosophische Kategorie erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur und der Gesellschaft. Sinngeber dieser Prozesse sind die selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen.

M. Madaus

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Allgemeine Gedanken zum drohenden Zusammenbruch der Ordnung

20. März 2015 - 16:19

Man kann die „Ordnung“ von zwei extrem unterschiedlichen Blickwinkeln aus betrachten. Der eine Blickwinkel vermittelt eine „göttliche“ Ordnung, die von den Bahnen der Gestirne bis zum Kristallgitter des Diamanten überall sichtbar wird, wenn man nur die Augen öffnet und bereit ist, diese Ordnung zu erkennen. Der andere Blickwinkel offenbart die menschliche Ordnung, die sich in Grenzen und Gesetzen ebenso zeigt, wie im Aktenschrank des Bürokraten.

Weite Teile des menschlichen Lebens sind inzwischen von dieser menschengemachten Ordnung abhängig, davon dass alles und jeder an seinem Platz ist und dort nach den vorgegebenen Regeln ordnungsgemäß funktioniert.

Während die „göttliche“ Ordnung sich mit dem natürlichen Chaos bestens arrangiert hat, und uns sowohl bis an die Grenzen des Universums wie auch bis in die Verästelungen des Mikrokosmos immer wieder durch neue, verwirrende Erkenntnisse überrascht, lässt sich die menschengemachte Ordnung mit dem um sie herum herrschenden Chaos schlecht vereinbaren.

Hätte ein Mensch die Welt geschaffen, wir müssten weder Gold noch Diamanten in tiefen Bergwerksgruben suchen. Alles was gut und wichtig und nützlich wäre, hätte seinen festen Platz und wäre für den Berechtigten leicht zugänglich, während alles was schlecht und -wichtig und unnütz ist, in einer gigantischen Mülldeponie vom Anbeginn der Zeit an vergraben wäre, mit einem großen Hinweisschild oben drauf: „Deponie – Nicht öffnen! – Eltern haften für ihre Kinder!“

Da der Mensch die Welt nun aber nicht geschaffen hat, bemüht er sich zumindest, alles, was sich ordnen lässt, den Prinzipien seiner Ordnung zu unterwerfen.

Postleitzahl, Straße, Hausnummer, Name, Vorname bilden ein Ordnungsschema, das den Transport von Briefen und Paketen ebenso ermöglicht, wie den Einzug der GEZ-Gebühren.

Grundgesetz, Straßenverkehrsordnung, Kfz-Zulassungsstelle, Kfz-Kennzeichen bilden ein anderes Ordnungssystem, das zum Beispiel die Ausstellung von Bußgeldbescheiden ermöglicht.

Die beiden hier genannten sind „alte Ordnungen“, die auch vor 50 Jahren schon bestanden und nahezu unverändert auch heute noch aufrechterhalten werden.

Die Ordnungssysteme, die für große, ja gigantische Datenbanken gelten, wie sie zum Beispiel von Google aufgebaut werden, sind dagegen etwas für Spezialisten – und es sind noch höher qualifizierte und spezialisierte Spezialisten, die sich Software-Instrumente ausdenken, die in der Lage sind, über das Internet die Steuerzentralen von Atomkraftwerken zu infizieren und diese gegen den Willen der Betreiber abzuschalten oder zur Havarie zu treiben.

Grundlage für das Wirken dieser Spezialisten ist ihre Fähigkeit, sich in diese für den Normal-bürger unerklärlichen Ordnungen der Quelltexte und Maschinencodes unerkannt einzuschleichen – und sie zu verändern.

Wir erleben also im professionellen Hacker ein „System“, das sich menschengemachte Ordnungen zunutze macht, um Chaos zu stiften.

Wobei davon ausgegangen werden kann, dass zunehmende Komplexität mit zunehmender Störanfälligkeit einhergeht, bzw., dass der Aufwand, eine komplexe Ordnung zu schützen, weitaus größer ist, als der Aufwand eine einfachere Ordnung zu erhalten.

Während die einfachere Ordnung oft schon alleine durch eine mehr- bzw. vielfache Redundanz ihrer Elemente erhalten werden kann, stößt dieses Prinzip bei hochkomplexen Ordnungen sehr schnell an seine physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen.

Ein Eisenbahngleis ist relativ schnell zu reparieren. Es besteht aus einfachen Komponenten, die in ausreichender Zahl verfügbar sind, so dass eine Reparatur innerhalb weniger Tage, vielleicht sogar innerhalb von Stunden erfolgen kann, während der Güter und Personen-transport auf Ausweichstrecken und per Lkw bzw. Omnibus während der Störung ohne große Behinderungen aufrecht erhalten werden kann. Nach der Reparatur ist die Ordnung wie-der hergestellt, als hätte es die Störung nie gegeben. Die Zahl der redundanten Elemente des Systems war ausreichend, um mit dem Problem fertig zu werden.

Wo die Komplexität es nicht mehr gestattet, alles redundant zu halten, verlagern sich die Anstrengungen zum Erhalt der Ordnung darauf, die Ordnung durch gesonderte Schutzmaß-nahmen zu bewahren. Es wird also – um die eigentliche Ordnung herum – ein Abwehr- und Verteidigungswall errichtet, der jedoch wiederum eine Ordnung für sich selbst darstellt.

Ist diese Ordnung einfacher Natur, kann sie sich selbst durch Redundanz vor der Zerstörung bewahren. Soldaten, Wächter, Handfeuerwaffen, Munition, das alles ist leicht mehrfach redundant vorzuhalten.

Ist die Ordnung des Schutzwalls komplexer, wie z.B. bei einer Antiviren-Software, ist Redundanz nur noch sehr bedingt möglich, zumal durch redundante Prüfroutinen auch die Funktion des eigentlichen Systems beeinträchtigt (verlangsamt) wird,

Während jedoch Heerscharen von Spezialisten tagtäglich an nichts anderem arbeiten, als die Sicherheit hochkomplexer System zu gewährleisten, sind Heerscharen von Betriebswirten dabei, überall die Redundanzen einfacher Systeme zu beseitigen, bzw. ehemals harmonisch zusammenwirkende redundante Elemente in konkurrierende Elemente zu verwandeln. Das schöne und beeindruckende Beispiel heißt „Briefzustellung“.

Wir hatten einst ein Staatsunternehmen „Post“, das überwiegend Beamte beschäftigte. Zwischen den einzelnen Funktionsbereichen der Post gab es breite personelle Überlappungsbereiche. Der Chef eines Postamtes konnte Mitarbeiter vom Schalterdienst in die Zustellung beordern, wenn dort Not am Mann war, und er konnte Zusteller dazu verdonnern, die abgehende Post zu sortieren und in die richtigen Lkws zu verladen, bzw. auf die richtigen Post-waggons der Bahn zu verteilen. Ein System mit vielen Redundanzen, mit denen einzelne Ausfälle mühelos überbrückt werden konnten.

Heute gibt es kaum noch Postämter. Stattdessen finden sich in Supermärkten, an Bahnhöfen und irgendwo in der Prärie winzige Stationen, die zum Teil noch mit zwei oder drei Angestellten der Post besetzt sind, zum Teil aber auch von der Supermarktkassiererin „nebenbei“ mit bedient werden. Subunternehmer leeren die Briefkästen, Subunternehmer fahren für die Post und DHL. Daneben haben sich unzählige Paketdienste und einige regionale Briefzusteller etabliert. Alle sind gezwungen, ihre Kosten immer weiter zu senken, um im gegenseitigen Konkurrenzkampf zu bestehen. Das heißt aber letztlich immer nur: Senkung der Personalkosten durch Entlassungen und Verschlechterung der Entlohnung.

Für den Kunden ist das System „Post“, das noch nie besonders kundenfreundlich war, in den letzten 20 Jahren schwieriger zugänglich geworden. Die Beförderungsgebühren sind jedoch gestiegen und die Zuverlässigkeit, was Postlaufzeiten und Sendungsverluste betrifft, ist gesunken.

Ähnlich sieht es bei der Bahn aus, wo inzwischen unterschiedliche „Betriebsunternehmen“ auf dem deutschen Schienennetz untereinander im Wettbewerb stehen. Niemand kann sagen, dass die Preise für das Bahnfahren dadurch gesunken oder die Zuverlässigkeit der Beförderung gestiegen wäre. Zugverspätungen und technisches Versagen sind an der Tages-ordnung – und es ist sogar schon vorgekommen, dass ein ganzes Stellwerk (Hbf Mainz) aus-gefallen ist, weil für Ausfälle in der Bedienungsmannschaft kein Ersatz beschafft werden konnte. Die Bahn meinte dazu lapidar: Dieses Problem kann letztlich bei allen unseren Stell-werken auftreten. Die Personaldecke reicht nicht mehr, um Ausfälle mühelos kompensieren zu können.

Das sind jedoch nur zwei einfache Beispiele, die der kostensparenden Beseitigung sinnvoller Redundanzen geschuldet sind und sich bereits für die Allgemeinheit spürbar ausgewirkt haben.

Sieht man genauer hin, findet man in jeder Werkhalle und in jedem Büro die gleiche Situation vor. Früher war es üblich, den Personalbedarf so zu berechnen, dass man ausgehend von der Zahl der bei normaler Belastung erforderlichen Mitarbeiter den planbaren Ausfall wegen Urlaub und den nicht planbaren, aber prognostizierbaren Ausfall durch Krankheiten und Kuren berücksichtigte, so dass statt 10 Leuten eben 12 beschäftigt wurden. Heute ist es eher üblich, den Personalbedarf so zu bemessen, dass statt 10 Leuten nur 8 beschäftigt werden, die unter stärkerem Leistungsdruck die Arbeit von 10 zu verrichten haben, ggfs. unter Aus-nutzung von Überstunden und stetig wachsenden Gleitzeitkonten, während bei echten Eng-pässen schnell und billig Leiharbeitskräfte angefordert werden. Da auch Leiharbeiter Anlernzeiten benötigen, wächst die Zahl der chaotischen und zudem langen Arbeitstage für alle Beteiligten und den Schaden haben die Endabnehmer, die entweder zu spät oder mit dem Falschen bedient werden.

Bei der Bundeswehr sollen ähnliche Zustände herrschen. Es fehlt sowohl am Personal als auch am Gerät. Panzer und schwere Waffen sind nicht mehr fest einem Truppenteil zugeordnet, sondern laufen als eine Art Wanderpokal von einem zum anderen, wenn sie im Rahmen der Ausbildung oder eines Manövers gebraucht werden. Selbstverständlich wirkt sich das negativ auf den Wartungszustand aus.

Pflegenotstand in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen? Nicht verwunderlich. Es gibt keine Redundanzen mehr und schon im normalen Betrieb zu wenig Stellen.

Noch versucht man, diese Problem durch den Einsatz von Computerprogrammen zu lösen, die eine Art „Ressourcen-Management“ betreiben und Dienst- und Einsatzpläne liefern, die um den Preis stark erhöhter Flexibilitäts- und Verfügbarkeitsanforderungen gegenüber den Mitarbeitern den Betrieb noch aufrechterhalten.

Der Trend geht also dahin, einfache Systeme, die auf der Basis von vielfacher Redundanz leicht gesichert werden können, dieser Redundanzen zu berauben, und sie stattdessen durch komplexe Systeme, die nicht redundant gehalten werden können, auf komplexe Weise zu sichern, was wiederum deren Absicherung durch Abwehr- und Verteidigungsmaßnahmen erforderlich macht.

Dieser „Fortschritt“ führt selbstverständlich auch zur „Verschlankung“ der Führungsstrukturen. Der Gruppenleiter, der früher aufgrund seiner Erfahrung intuitiv die richtigen Entscheidungen zur Entschärfung einer problematischen Situation treffen konnte, ist überflüssig geworden. Das Ressourcen-Management hat seine Funktion übernommen. Das allerdings kann nur so gut sein, wie sein Datenbestand und die darauf zugreifenden Regeln. Ich will nicht in Abrede stellen, dass es dazu gute und sehr gute Systeme gibt, die mithilfe von automatisierter (Betriebs-) Datenerfassung so ziemlich alles wissen, was früher ein Gruppenleiter auch wusste. Was allerdings viel zu wenig betrachtet wird, sind die Interessen und die Motivation der Menschen, die von einem solchen System „geführt“ werden.

Ein Teil voller Angst, den Job schnell wieder zu verlieren, wird sich bemühen, allen Anordnungen buchstabengetreu Folge zu leisten, was in 98 Prozent der Fälle super ist, in einem Prozent der Fälle problematisch und im letzten Prozent unter Umständen zu schlimmen Folgen führt, die niemand bemerkt, bevor sie eingetreten sind.

Ein weiterer Teil voller Neugier, wie das System wohl auf Fehlverhalten jeglicher Art reagieren wird, wird sich der Überwachung und Kontrolle zu entziehen verstehen und Mittel und Wege finden, daraus entstehende Störungen auf ganz andere Einflussgrößen zu schieben, als auf sich selbst.

Die große Mehrheit jedoch wird mit mäßigem Interesse die zugeteilten Aufgaben an den zugewiesenen Einsatzorten mit durchschnittlicher Aufmerksamkeit ausführen und sich nicht im Geringsten Gedanken darum machen, was sie da überhaupt tun, warum sie es tun, zu

welchem Zweck sie es tun, ob es wichtig ist oder nicht, ob es gefährlich ist oder nicht, ob es falsch ist oder nicht …

Diese Entwicklung kann mit einem Satz auf einen Nenner gebracht werden, der da lautet:

„Die Verantwortung des Einzelnen wird mehr und mehr durch die Kontrolle aller ersetzt“.

Versuche, diesen Satz zu widerlegen, scheitern schnell.

Wohin man auch schaut, es beginnt in den Krippen und Kindertagesstätten, deren Personal nach „Lehrplänen“ mit „Erfolgskontrollen“ zu arbeiten hat, während den Müttern ein Großteil der Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder abgenommen wird. Wo früher pro Jahr rund 1 Million Neugeborene von 1 Million Müttern bis zum Kindergarten oder zur Ein-schulung in Eigenverantwortung geliebt, gepflegt und erzogen wurden, also ein „millionen-fach redundantes“ System darstellten, sollen diesen Job heute rund 150.000 Erzieher erledigen. Aus dem Netzwerk der Mütter, das sich von Haus zu Haus, von Straße zu Straße zog, sind isolierte „Stützpunkte“ geworden, die praktisch keinerlei Redundanz mehr aufweisen. D.h., jeder Ausfall einer Erziehungsperson führt dazu, dass sich für 20 Kinder die Zuwendung um 30 Prozent reduziert. Das heißt zwar nicht, dass 6 oder sieben Kinder überhaupt nicht mehr betreut werden, es heißt nur (!), dass 20 Kinder nur noch sehr rudimentär betreut werden können.

Kaum ein größeres Unternehmen verzichtet noch darauf, das Kommen und Gehen der Mit-arbeiter über Zeiterfassungssysteme zu registrieren, die Arbeitsleistung über Kontrollsysteme ständig mit dem Soll abzugleichen und Versäumnisse beim Ein- und Auschecken mit Sanktionen zu ahnden.

Allgegenwärtige Videokameras verfolgen Mitarbeiter und Kunden innerhalb der Unternehmen auf Schritt und Tritt und beim Verlassen des Unternehmens werden sie an die öffentlichen Überwachungskameras der Polizei nahtlos übergeben.

Alle großen Datensammlungen, soweit sie sich in privater Hand befinden, wachsen – trotz aller Datenschutzbemühungen – immer stärker zusammen, und der Staat geniert sich nicht, im Zweifelsfall selbst auf diese Sammlungen zuzugreifen, ja deren Installation sogar gesetzlich vorzuschreiben und zudem eine neue Datenbank nach der anderen aufzubauen, deren insgesamte Vernetzung keine Frage des Ob mehr ist, sondern nur noch eine Frage des Wann.

Satelliten kontrollieren inzwischen die Einhaltung der von den Bauern gemeldeten Anbauflächen auf den Quadratmeter genau – und wehe, einer hat einen Streifen Ackerland statt mit Kartoffeln mit Weizen bebaut!

Demnächst sollen alle Neuwagen mit einer Elektronik ausgerüstet werden, die nicht nur den jeweiligen Standort des Fahrzeugs permanent meldet, sondern auch bei Unfällen Hilfe rufen soll, mit der kleinen Nebenfähigkeit, jedes so ausgestattete Fahrzeug durch einen Funkangriff auf die Motorelektronik zum Stehen zu bringen. Die Versuche mit den selbstfahrenden Autos haben begonnen – und sie werden ihr Ende erst dann finden, wenn niemand mehr selbst fahren darf, sondern ein Zentralcomputer die Bewegung aller Mobile auf deutschen Straßen vollständig steuert. Vermutlich werden diese Automobile nicht nur kein Gaspedal mehr haben, sondern auch keine von Menschen bedienbare Bremse mehr, mit allen sich daraus ergebenden Möglichkeiten…

Mit jedem Aufflackern einer Infektionskrankheit wird der Ruf nach der Zwangsimpfung lauter – und mit der elektronischen Gesundheitskarte steht der Weg offen, die Teilnahme an der Zwangsimpfung auch einfach zu kontrollieren. Jeder Personalausweis enthält einen aus-reichenden Satz biometrischer Daten, um den registrierten Bürger per Gesichtserkennungs-software aus den Bildern jeder Videokamera herauszufiltern.

An den U- und S-Bahnhöfen verschwindet bald auch der letzte „Stationswächter“. Noch sitzt in jedem Zug ein Fahrer, aber nur aus psychologischen Gründen. Wie lange noch, wissen die Götter. Das System „schienengebundener Transport“ ist längst vollautomatisch zu betreiben, so wie im Grunde auch die Passagierluftfahrt vollautomatisch betrieben werden könnte.

Dass der Autopilot bei Start und Landung nicht eingesetzt wird, ist im Grunde ein Anachronismus. Theoretisch könnte heute ein einzelner Pilot alle 10 Minute eine andere Maschine irgendwo auf der Welt per Fernsteuerung starten und dann für den Streckenflug den Autopiloten aktivieren, während ein ganz anderer Pilot, irgendwo auf der Welt die ferngesteuerte Landung übernimmt. Dafür müsste kein Pilot mehr seinen bequemen Sessel im Home Office verlassen.

Ohne noch auf Edward Snowden einzugehen, der das Szenario der Überwachung durch Geheimdienste und deren Fähigkeiten zum Eindringen in jedes denkbare System öffentlich gemacht hat, kann der Satz von der Verantwortung des Einzelnen, die mehr und mehr durch die Kontrolle aller ersetzt wird, um einen zweiten Gedanken ergänzt werden:

„Die vollständige Kontrolle aller erzwingt die strikte Einhaltung feststehender Entscheidungsregeln“.

Sind solche Entscheidungsregeln erst einmal gesetzt, können Sie nur noch durch die Anwendung einer übergeordneten Entscheidungsregel korrigiert werden.

Dieser Weg führt, auch wenn die Zahl der Ebenen groß erscheinen mag, zwangsläufig an das Ende der Entscheidungspyramide.

Im Klartext heißt das, bei Vollendung des Systems, dessen rasante Entwicklung wir miterleben, wird es nur noch eine einzige Instanz geben, von der die gesamte Gestaltung des menschlichen Lebens vorbestimmt wird. Stellen wir uns vor, es handelt sich um einen Menschen oder um eine kleine Gruppe (2 bis 7) Menschen, die noch wirklich frei sind, grundlegende Entscheidungsregeln für eine Gruppe von nur 10 Ressorts zu treffen.

Stellen wir uns weiter vor, zwischen der „obersten Instanz“ und dem einzelnen Menschen, dessen Lebensumstände betroffen sind, befinden sich nur 6 Hierarchiestufen (es sind mehr!), dann stehen der obersten Instanz für ihre Entscheidungen lediglich Informationen zur Verfügung, auf ein Millionstel der Realität komprimiert sind.

Ein Bild einer 10 Megapixel-Kamera auf 10 Pixel zu komprimieren ist ebenso unsinnig, wie den Zustand eines Autobahnkilometers prüfen zu wollen, indem man sein 1 Millimeter langes Abbild auf einer Straßenkarte betrachtet. Man kann auch nicht die Probleme einer Stadt mit 1 Million Einwohnern aus einem Gespräch mit einem einzigen Einwohner erkennen.

Entscheidungen der „obersten Instanz“, die damit den Rahmen der Entscheidungsregeln für die nächstniedrige Instanz vorgeben, können also nur zufällig gut sein.

Dies ist allerdings keine neue Erkenntnis. Es ist die Malaise jeder Hierarchie, die in der Vergangenheit jedoch zumeist durch „Eigenmächtigkeiten“ der nicht 100%ig kontrollierbaren nachgeordneten Hierarchie-Ebenen geheilt wurde.

Wohl gemerkt: Eigenmächtigkeiten, die weit über einen zugebilligten Ermessenspielraum hinausgingen.

Eigenmächtigkeiten, die jedoch nicht aus Mutwillen, sondern aus Verantwortung heraus entstanden, oder auch, um einen Beweis zu führen, dessen Gültigkeit letztlich auch von der obersten Instanz anerkannt werden musste.

Es gab ein paar Jahre in der zweiten Hälfte des 20ten Jahrhunderts, in denen man „Untergebenen“ extrem hohe Freiheitsgrade zubilligte, um genau jenen Korrektureffekt zu verstärken. Doch diese Zeiten sind vorbei. Nicht, weil damit nicht gute Erfahrungen gemacht worden wären, sondern schlicht aus Angst um den Verlust der Macht, der mit jeder einzugestehenden Fehlentscheidung wahrscheinlicher zu werden schien.

Freiheit belebt, Kontrolle lähmt.

Fortschritt, Wachstum und Wohlstand entstehen aus Begeisterung für die Sache, für die ein Mensch sich einsetzt, nicht aus der Angst vor der Obrigkeit, die etwas erzwingen will.

Die Versuchung, Griechenland und die Troika hier beispielhaft breitzuwalzen, ist groß, doch will ich es mit der bloßen Erwähnung bewenden lassen.

Ebenso ist es müßig, auf die Erfolge von Waldorf- und Montessori-Schulen hinzuweisen, in denen Schülern große Freiheiten darin gewährt werden, auf welche Weise und wann sie sich welchen Stoff aneignen wollen. Deutlich ist, dass diese Erfolge sich von den Ergebnissen der öffentlichen Schulen, die immer noch ein Zwangskorsett aus Lehr- und Stundenplänen und ständig drohenden Kontrollen mit sich herumschleppen, klar unterscheiden.

Natürlich bringt auch fortgesetzte Prüfungs- und Schulangst Absolventen mit hervorragen-den Noten hervor, vergessen wird, dass hinter diesen strahlenden 1er-Abiturienten eine weitaus größere Zahl von Schulabgängern steht, denen die Schule die Begeisterung geraubt, ihre Potentiale verschüttet und ihre Lebenschancen auf ein Minimum reduziert hat.

Es ist schon so, dass die hervorragenden Schüler mit dem Schulsystem am besten zurechtgekommen sind. Es ist aber nicht so, dass dieses Schulsystem mit der Mehrzahl der Schüler bestmöglich umgegangen ist.

Zyniker mögen nun behaupten, das spiele keine Rolle, weil der Arbeitsmarkt sowieso nur wenige Spitzenkräfte benötigt – und dass diejenigen, die schon in der Schule versagen, gar nicht erst mit großen Hoffnungen ins Leben ziehen, wo sie sowieso nur enttäuscht würden.

Auch das ist nicht neu – und im Kern wohl auch ein Mantra der Schulpolitik aller seit 1949 amtierenden Regierungen in Bund und Ländern.

Die Gefahr für den Zusammenbruch der Ordnung liegt nicht in diesen altbekannten, und – wenn man den Befürwortern folgt – auch bewährten Verhältnissen.

Der Zusammenbruch der Ordnung folgt zwangsläufig dem Überhandnehmen der Kontrolle.

Die „Ordnung“, die der Mensch schafft, kann nur erhalten werden, indem sie sich ständig verändert und anpasst. Wo Ordnungen erstarren, zerfallen sie bei der leichtesten Erschütterung. Eine wirksame, effektive und effiziente Ordnung entsteht nicht an der Spitze der Hierarchie, sondern nahe an der Arbeitsebene.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Arbeitsebene nicht ständig am Limit der Leistungsfähigkeit gehalten wird, und dass der Arbeitsebene Freiräume gewährt werden, die das notwendige Experimentieren an der Ordnung erlauben.

In den letzten 50 Jahren wurden vermutlich Billionen investiert, um die Arbeitsebene auszudünnen und den verbliebenen Rest in ein Korsett aus Regeln zu zwängen, dessen Einhaltung von Computern kontrolliert, protokolliert und moniert wird. Dabei ist es gleichgültig, ob wir in die Fabrikhallen gehen, in die krakenhaft in die Kommunikation eingebrochenen Call-Center, oder in die Büros der Personalabteilungen, der Buchhalter und der Frachtdisponenten. Selbst da, wo Kreativität und spielerisches Experimentieren gefragt sind, also in den Entwicklungsabteilungen, sind Zielvorgaben und Kontrollen zu übermächtigen Instrumenten herangewachsen, mit der Absicht, vorgegebene Lösungen mit einem vorgegebenen Budget zu einem vorgegebenen Termin auf dem kürzesten Weg – wie mit Scheuklappen – erarbeiten zu lassen. Sicherlich werden in der ersten Such- und Entwurfsphase auch Impulse von unten aufgenommen. Sobald die allerdings abgesegnet sind, sind alle Freiräume dahin.

Die Zeiten, in denen mit dem zugewiesenen Budget – nebenbei – auch noch „heimliche“ Projekte bis zu einer gewissen Reife vorangetrieben werden konnten, sind vorbei. Wenn der Rechner, an dem der Entwickler arbeiten muss, jede Aktivität protokolliert und Abweichungen moniert – und das tut er, und der Entwickler weiß das – dann stecken die Füße des Entwicklers schon in jenem Betonschuh, mit dem er ins Wasser geworfen werden wird, falls er gegen die Regeln verstößt.

Außerhalb der Wirtschaft wurde eine zweite, haarsträubend engmaschige und unbewegliche Ordnung errichtet, mit der alle diszipliniert und überwacht werden, die vom Arbeitsmarkt ausgeschieden wurden. ARGEn und Job Center sind die perfekten Kontrollmechanismen für mehr als 10 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung. Kontrolle und Sanktionen sind dort derart perfektioniert, dass, wer einmal in Hartz-IV gefallen ist, aus eigener Kraft nie mehr herausfinden kann, es sei denn, er ignoriert die ihn lähmende Ordnung. Ein gefährliches Spiel, das im wahrsten Sinne des Wortes die Existenz kosten kann, doch es ist durchaus vergleichbar mit dem Risiko, dass Afrikaner auf sich nehmen, wenn sie im Platz auf einem über-füllten Flüchtlingsboot die Chance sehen, Armut und Terror zu entfliehen. In beiden Spielen gibt es viele Verlierer, wenige, denen es gelingt, zumindest über Wasser zu bleiben und natürlich auch Einzelne, denen damit der Coup ihres Lebens gelingt.

Dies am Rande.

Der Zusammenbruch der Ordnung wird von zwei Entwicklungen hervorgerufen, die den gleichen Ursprung haben, nämlich das Gewinn- bzw. Renditestreben. Dies erzwingt einerseits die Eliminierung der vermeintlich kostspieligen und überflüssigen Redundanzen und andererseits führt es zwangsläufig zum gefährlichen Wachstum der Kontrolle.

Die Eliminierung der Redundanz verringert die Stabilität der Ordnung und ihre Fähigkeit, sich flexibel anzupassen.

Jenes Prinzip, das die Evolution derart perfektioniert hat, dass zum Beispiel der Bestand von Eichenwäldern erhalten werden konnte, obwohl Wildschweine und anderes Getier 99 Pro-zent aller Eicheln vertilgten, bevor sie überhaupt keimen konnten, und Rehe und Hirsche 99 Prozent der jungen Sprösslinge kahl gefressen haben, bevor sie auch nur die Andeutung eines Stammes entwickeln konnten, wird als ineffektiv verdammt, ohne zu erkennen, dass es längst keine Eichen mehr gäbe, produzierte jeder Baum während seiner Lebenszeit nur eine einzig Eichel, was theoretisch zum Erhalt des Bestandes ausreichen sollte. (Dann kontrolliert mal schön!)

Die Eliminierung der Redundanz, die aus Gründen der Kostensenkung in Angriff genommen wird, hat allerdings im Bereich des menschlichen Wirtschaftens noch eine weitere Auswirkung: Jede Kostensenkung in der Produktion reduziert die Kaufkraft der Konsumenten in dem Maße, wie der daraus entstandene Gewinn nicht in Form von Preissenkungen weiter-gegeben, sondern zur Bildung von Kapitalstöcken verwendet wird.

Eine Ordnung, bei der jedoch die Steigerung der Produktivität mit dem Wachstum der Armut einhergeht, entzieht sich selbst die Grundlage.

Eine Pflanze, die für ihre Fortpflanzung auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen ist, wird in Probleme geraten, wenn sie diese zwar noch mit attraktiven Farben anlockt, ihnen aber das Tröpfchen Nektar verwehrt, um dessentwillen die Biene die Blüte besucht.

Klar, für die Fortpflanzung ist immer noch gesorgt. Die Bienen kommen ja noch. Es kommen auch im nächsten und im übernächsten Jahr noch welche. Doch es werden immer weniger, weil eben eine Nahrungsquelle versiegt ist, die bisher für den Bestand der Bienenvölker gesorgt hat. Weniger Bienen – weniger befruchtete Blüten. Das Ende der Entwicklung ist abzusehen.

Geiz und Wachstum vertragen sich nicht. Auf lange Sicht hilft da auch der Export nichts, denn Export exportiert eben nicht nur Güter und Leistungen, sondern auch Arbeitslosigkeit und Armut.

Das Wachstum der Kontrolle wird durch die Eliminierung der Redundanzen erzwungen. Ein immer fragiler werdendes Ordnungsgerüst kann jedoch ohne stetige Kontrolle nicht erhalten bleiben. Kontrolle setzt jedoch SOLL-Vorgaben voraus. SOLL-Vorgaben passen sich jedoch nicht automatisch veränderten Bedingungen an. Entweder ein Kontroll-System zur Kontrolle des Kontroll-Systems wird implementiert, oder jede ungeplante Entwicklung kann zum Zusammenbruch der Ordnung führen.

Um das Bienen-Blüten-Beispiel noch einmal zu bemühen: Stellen wir uns vor, ein Züchter hätte die Pflanze mit den nektarfreien Blüten geschaffen. Nun stellt er nach einiger Zeit fest, dass die Bienen seine Pflanzen nicht mehr besuchen. Also versucht er Kontrolle über die Bienen zu erlangen. Er errichtet über seiner Pflanzung ein insektendichtes Gewächshaus und bittet einen Wanderimker ihm zur Blütezeit ein Bienenvolk zur Verfügung zu stellen. Mit et-was Glück wird ein Teil der Blüten befruchtet, doch nach kurzer Zeit ist auch die letzte Biene verhungert. Der Imker verlangt Schadensersatz und wird diesem Züchter nie wieder Bienen zur Verfügung stellen. In der nächsten Blütephase erinnert sich der Züchter daran, dass Bienen vom Imker nach der Honigernte eine Zuckerlösung als Nahrungsersatz erhalten. Er füllt also ein entsprechendes Gefäß mit einer geeigneten Zuckerlösung. Nun hat er zu kontrollieren, ob die Bienen überhaupt noch Versuche unternehmen, den Blüten Nahrung zu entlocken, oder ob sie gleich an die Zuckerlösung gehen. Dazu installiert er Kameras und eine Software, die das Aufkommen an Bienen an der Zuckerlösung auswerten und den Zugang zum Zuckersaft automatisch verschließen, wenn dort mehr als drei Exemplare gleichzeitig anzutreffen sind.

Auch dieser Versuch, Kontrolle zu gelingen, wird mit dem Sterben des Bienenvolkes und einer weiteren Verringerung der Zahl der befruchteten Blüten enden.

Alle Versuche, ein bestimmtes, unnatürliches Verhalten dauerhaft zu erzwingen, sind langfristig zum Scheitern verurteilt oder bringen als Nebeneffekt unerwartete neue Probleme mit sich.

Vor allem aber kann Kontrolle zwar die Einhaltung eines erwarteten Verhaltens verstärken, was Kontrolle aber nicht vermag, ist die durch Eliminierung der Redundanzen verschwundene Kaufkraft zu ersetzen, denn sobald die Kosten der Kontrolle den Ertrag der Einsparung übersteigen, wird man den Kontrollaufwand wieder zurückfahren.

Die Möglichkeiten der elektronischen Überwachung der Menschheit sind allerdings derzeit so preiswert zu haben, dass die Notwendigkeit, Kontrollen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit aufzugeben, absolut nicht im Raum steht.

Die Gewinnmaximierung und damit das weitere Abschmelzen der Strukturen zugunsten vermehrter Kontrolle wird also weitergehen.

Der Eiffelturm steht nun seit 1889 mitten in Paris. Dass er noch steht, hat er unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass seither kein Statiker auf die Idee gekommen ist, die Redundanzen im verbauten Stahl zu eliminieren, überflüssig erscheinende Verstrebungen zu entfernen und stattdessen ein Netz von automatischen Messstationen einzubauen, die jede Bewegung des Stahlgerüsts überwachen und bei unzulässigen Ausschlägen einen Alarm aus-lösen.

Vermutlich hätte die Hälfte des verbauten Stahls auch ausgereicht, um die 324 Meter Höhe zu erreichen. Ziemlich sicher ist jedoch, dass ein derart abgespeckter Turm trotz modernster Überwachungstechnik heute nicht mehr stünde.

Früher hieß es einmal: „Qualität kann nicht in ein Produkt hineingeprüft werden“.

Dennoch versucht man heute, eingesparte Substanz durch Kontrolle und Überwachung zu kompensieren. Es kann nur schiefgehen.

Wo wird der erste Dominostein fallen?

Schwer zu sagen. Die Chancen stehen gut, dass der Zusammenbruch der Ordnung im Bereich Logistik seinen Anfang nimmt. Alte Lkws auf kaputten Straßen, planmäßig überladen mit planmäßig übermüdeten Fahrern sind sicherlich ein neuralgischer Punkt. Mit nur wenig mehr aktiver Kontrolle, sei es bei den Fahrzeugen, sei es bei maroden Brücken, sei es bei den Fahrern, könnte ein Versorgungsengpass erzeugt werden, zu dessen Behebung noch mehr übermüdete Fahrer mit noch älteren Lkws auf die schon überlasteten Straßen geschickt werden.

Die Folge: Eine Häufung von Monsterstaus rings um die Metropolen. Lieferungen, die just in time ankommen sollten, verspäten sich. Innerhalb von Stunden stehen die ersten Bänder still. Die Belegschaften werden nach Hause geschickt und verstopfen mit ihren Pkws die Straßen zusätzlich. Irgendwo im Stau vor München steckt ein Ingenieur fest, der als einziger in der Lage wäre, Block 1 des Heizkraftwerkes im Münchner Süden in den geregelten Betrieb zurückführen, nachdem die reguläre Bedienmannschaft wegen einer Lebensmittelvergiftung (der Fisch für die Kantine stand zu lange auf dem Lkw vor München in der Sonne) ausgefallen ist und die Ablösung der Spätschicht, die eigentlich bei Notfällen gerufen werden soll, nicht zu erreichen war.

Als der erste Trafo am Heizkraftwerk durchknallt, weil das Kraftwerk im ungeregelten Betrieb Stromspitzen abliefert, die nirgends mehr automatisch abgefangen werden konnten, fällt erst im Süden der Stadt, dann im gesamten Stadtgebiet der Strom aus. Alle Ampeln fallen aus, der Verkehr kommt total zum Erliegen.

Gestrandete Autofahrer und ganze Busladungen von Touristen versuchen in Restaurants und Kaffees unterzukommen, werden aber, aufgrund des Stromausfalls entweder gar nicht ein-gelassen oder nur mit kalten bis lauwarmen Getränken versorgt. In U-Bahnhöfen bricht Panik aus.

Das Bayerische Innenministerium fordert Hilfe vom Bundesinnenministerium an. Kolonnen von Fahrzeugen mit Bundespolizisten in voller Montur rücken aus. Ein Räumpanzer der Bundeswehr bahnt ihnen den Weg vom Autobahnende in Pasing bis zum Odeonsplatz, ein Weiterkommen bis zur Staatskanzlei ist nicht mehr möglich, weil Scharen aufgebrachter Bürger alle Zufahrten blockieren. Einige beginnen, die Polizisten und ihre Fahrzeuge mit schnell her-ausgerissenen Pflastersteinen zu bewerfen. Ein wie aus dem Nichts aufgetauchter Wasser-werfer treibt die Menge in Richtung Feldherrnhalle.

Ein Hubschrauber von RTL II überfliegt die Szenerie und sendet seine Livebilder an alle noch funktionierenden Fernsehgeräte außerhalb des Großraums Bayern. Dann erscheint Angela Merkel auf dem Bildschirm, erklärt, die Lage sei überall normal, und in München auch bald wieder. Eine männliche Person kommt von rechts ins Bild, reicht ihr einen Zettel. Merkels Miene erstarrt. Dann reißt sie sich zusammen und erklärt: Hiermit verkünde ich mit sofortiger Wirkung den Ausnahmezustand. Es gilt Kriegsrecht und ab sofort totale Ausgangssperre. Gegen jeden, der zuwiderhandelt, wird ohne Vorwarnung von der Schusswaffe Gebrauch gemacht.

24 Stunden später ist die Republik gelähmt, die Ordnung zusammengebrochen. Es kommt zu Übergriffen, Plünderungen, vereinzelt zu ausgedehnten Schusswechseln mit der Polizei. Aktivisten aus der rechten und linken Szene errichten Barrikaden und liefern sich erbitterte Straßenkämpfe.

Die Bundesregierung ruft die Eingreiftruppe der EU zur Aufstandsbekämpfung zu Hilfe. Am zweiten Abend zählt man bundesweit 632 tote Zivilisten und 72 getötete Einsatzkräfte.

Später stellt sich heraus, dass der Überbringer der Nachricht kein anderer war, als jener Komiker aus Oliver Welkes heute-Show, der immer wieder mit seinen Scherzen an Politiker herankommt und diese in Verwirrung stürzt. Sein Kameramann wurde festgenommen, er selbst befindet sich weiterhin auf der Flucht.

Es gäbe noch manch anderes Szenario, das ebenso schnell aus einer fragilen Normalität innerhalb weniger Stunden ins totale Chaos mündet.

Es genügen Kleinigkeiten.

Ein ganz anderes Feld, das noch zu betrachten ist, ist das Feld der bewusst und absichtlich getroffenen Fehlentscheidungen — Fehlentscheidungen, die einzig dem Zweck dienen, Einzelpersonen oder Personengruppen Vorteile zu verschaffen. Die Freisetzung genveränderter Organismen gehört dazu ebenso, wie die Zustimmung zu Investorenschutzklauseln in Freihandelsabkommen, die Teilnahme an Angriffskriege, die Privatisierung von staatlicher Infrastruktur und Grundversorgungsein-richtungen, die Aufhebung der Vermögenssteuer und die Umsetzung der Agenda 2010.

Projizieren wird nur die üblen Hartz-Gesetze auf das vorne beschriebene Hierarchiemodell, dann stellen wir fest, dass eine Handvoll Menschen, die seinerzeit die oberste Instanz dar-stellten, nämlich Schröder, Müntefering, Clement, Gerster und Hartz, innerhalber kürzester Zeit nicht nur eine tragende Säule der Sozialen Sicherungssysteme zerschlagen haben, sondern zugleich den gesamten Arbeitsmarkt destabilisiert und die Gewerkschaften massiv geschwächt haben. Die Zusammenlegung von Arbeitslosenversicherung und Sozialleistungen war nichts anderes, als eine redundante Struktur auf Befehl von oben zu zerschlagen. Um den sofortigen Zusammenbruch derart materiell wie personell und organisatorisch geschwächten Ordnung zu verhindern, wurden die bisherigen Arbeitsvermittler in Fall-Manager umbenannt und mit umfassenden Anweisungs- und Kontrollbefugnissen ausgestattet, mit der Zielsetzung, den Kreis der Arbeitslosen und Hilfebedürftigen durch allfällige Sanktionen beherrschen zu können. Weder die Lebensbedingungen der so unter die Knute gestellten Bürger, noch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in den ARGEN und Jobcentern tauchten vor dem geistigen Auge der anführenden Sozialdemokraten auf und so entstand eine brutale Vorgabe ohne Ermessenspielraum für die Behörde, durch deren Instanzen hindurch die Anweisung von oben zwar immer weiter konkretisiert wurde, aber in keiner Weise mehr korrigiert werden konnte. Zudem sorgt ein straffes Berichtssystem dafür, dass sogar Zielvereinbarungen über Art und Umfang der auszusprechenden Sanktionen getroffen, deren Einhaltung gegenüber den Sachbearbeitern, aber auch gegenüber den Leitern der einzelnen Dienststellen und darüber hinaus Bundesland für Bundesland kontrolliert wird.

Kein Sachbearbeiter hat noch wirklichen Ermessensspielraum, obwohl er derjenige ist, der als einziger mit den Problemen der Einzelfälle vertraut ist, und – in eigener Verantwortung – durchaus in vielen Fällen bessere und gesamtgesellschaftlich sinnvollere Entscheidungen treffen könnte.

Bei den Ärzten ist es kaum anders. Festgesetzte Budgets für die Verschreibung von Arznei-mitteln, deren Überschreitung gerügt wird und für die im Zweifelsfall der Arzt selbst aufzukommen hat, entmündigen die Ärzteschaft und schaffen den Patienten unnötiges Leid.

Dahinter stehen Fehlentscheidungen.

Doch auch die Einhaltung der Regeln, die diesen Fehlentscheidungen folgen, wird selbstverständlich in das allgegenwärtige und weit und tief vernetzte Kontrollsystem einbezogen.

Sozial- und Arbeitsmarktpolitik in Deutschland, angewandt auf die Vorschriften für die See-fahrt, würden auf direktem Wege zum Verbot und zur Verschrottung aller doppelwandigen Öltanker führen. Stattdessen würden Im Abstand von 100 Seemeilen Bojen gesetzt, die ständig kontrollieren, ob die Meeresoberfläche ölfrei ist. Einmal im Monat würden die Auf-zeichnungen der Bojen ausgelesen und in eine Statistik gefasst, die von einer Kommission dahingehend überprüft wird, ob nicht die Stärke der einen verblieben Schiffswände noch halbiert werden könnte.

Schon die wenigen angeführten Beispiele für beabsichtigte Fehlentscheidungen lassen jeden leicht erkennen, der sich auch nur oberflächlich mit den Themen beschäftigt hat, dass der Schaden, der dadurch verursacht wird, wenn überhaupt, so nur mit gewaltigem Aufwand und über lange Zeitstrecken wieder beseitigt werden kann.

Wie sollen die Pollen genmanipulierter Pflanzen wieder aus der Welt geschafft werden, ohne alle Felder abzubrennen und damit eine Hungersnot heraufzubeschwören? Wie sollen Gesetze, die unter dem Eindruck von Investorenschutzklauseln beschlossen wurden, je wieder verbessert werden, wenn die geheim tagenden privaten Schiedsgerichte nach dem Beitritt zu TTIP zu einer Ewigkeitseinrichtung geworden sein werden, ohne in einer Revolution die bestehende Ordnung vollends zu zerschlagen und damit eine Zeit der Gesetzlosigkeit, des Faustrechts und der Anarchie einzuläuten? Wer räumt die Minenfelder, die von Angreifern und Verteidigern in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in die Erde gelegt werden?

Wer holt Post und Bahn, Wasserwerke und Stromversorgung, Kanalisation und Autobahnen zurück in Staatsbesitz, wenn sie erst einmal verkauft sind? Wer baut die verheerenden, auf immer mehr Export ausgerichteten Wirtschaftsstrukturen wieder um, zu einer besseren Versorgung des Binnenmarktes, wenn dort die Kaufkraft vernichtet wurde?

Wir wissen, dass der fruchtbare Boden in den Urwäldern nur eine ganz dünne Schicht dar-stellt, weil Vegetation und Boden nicht zwei getrennte Dinge sind, sondern nur unterschiedliche Erscheinungen, der immer gleichen Biomasse, die sich im Kreislauf der Natur ständig erneuert und ganz allmählich anpasst und optimiert.

Wer auch immer Schneisen in den Urwald schlägt, um den „Nutzpflanzen“ mehr Licht und mehr Nährstoffe zukommen zu lassen, und das dabei „abfallende“ Holz in Essstäbchen oder Gartenmöbel verwandelt, verhilft dem Ökosystem nicht zu mehr Effektivität, er amputiert einen Teil davon und bringt ihn dort wieder aus, wo die Umweltbedingungen keine Chance bieten, dass sich aus dem Essstäbchen schnell wieder ein Zweig eines Urwaldriesen entwickelt.

Wer auch immer Schneisen in Einkommen und Wohlstand eines Volkes schlägt, um „Redundanzen“ zu beseitigen und über den Weg der Kostensenkung Exportmärkte zu erobern, verfährt nicht anders. Er schlägt den Wald kahl – und wundert sich, wenn der Ertrag schwindet.

Noch glauben die Global Player, immer noch einen Wald zu finden, den sie noch nicht kahl-gefressen haben.

Noch glauben die Politiker, mit immer neuen Gesetzen zur Einschränkung der Meinungs- und Wahlfreiheit ihrer Bürger und immer schärferer Kontrolle der Einhaltung dieser Gesetze, das Volk ruhig und die Ordnung aufrecht halten zu können.

Was allgemein verdrängt wird, ist die Tatsache, dass der Substanzverlust an tragenden Elementen einer Struktur die Statik verändert und ab einem gewissen Grad der Erosion akute Einsturzgefahr hervorruft. Diese Entwicklung ist vollkommen unabhängig von Art und Um-fang der Kontrollen und sie ist nicht durch Kontrollen zu aufzuhalten oder zu heilen.

Wo der Rost der Gier ungehindert am Stahl der Brücke nagt, wird auch die beste Kontroll-strategie den Einsturz nicht verhindern.

 

Quelle: Egon W. Kreutzer

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Gar schröckliche Zeichen des Himmels

18. März 2015 - 23:35

Nun dürfen wir uns glücklich preisen, dass die Wissenschaft in der Lage ist, diese Phänomene erklären zu können. So können wir die Angst davor jenen überlassen, die trotzig immer noch dem alten Aberglauben anhängen und schlimme Ereignisse auf uns zukommen sehen, während wir Aufgeklärten einfach weiter in den Tag hineinleben oder “business as usual” betreiben.

 
Allerdings meine ich, dass ein bisschen unwissenschaftlicher Angst auch in unserer Zeit nicht schaden könnte. Wenn früher eine Sonnenfinsternis mit der Ankündigung von Krieg, Zerstörung und Missernten verbunden war, führte dies doch nicht nur zu blinder Angst, sondern vor allem zu besonderer Achtsamkeit, zur Vorbereitung und zur Vorsorge auf die erwarteten Ereignisse hin. Man war gewarnt, und konnte das Seine tun, um den vorhergesagten Schaden für sich persönlich, die Familie, das Dorf oder das Fürstentum gering zu halten.

 
Wir hingegen wähnen uns stets in Sicherheit, und wo sich warnende Stimmen erheben, werden diese als Verschwörungstheoretiker abgetan. Wo einst Schamanen und Priester, Kräuterhexen und Astrologen ihr geheimes überliefertes Wissen nutzten, um sich mit Warnungen oder Drohungen Respekt zu verschaffen, und so mit dazu beitrugen, dass ihre Anhänger sich für Gefahren wappneten, finden sich in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Welt nur noch Abwiegler, die in nichts mehr eine Gefahr erkennen können.

 
Betrachtet man diese Entwicklung unter dem Aspekt “Herrschaftswissen”, dann scheint sich in den Lehranstalten der Eliten die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass alle Versuche, das Volk mit Drohungen und angsterregenden Prophezeihungen dahin zu bringen, wo man es haben will, nur suboptimale Ergebnisse hervorbrachten. Einerseits kostete es recht viel Fantasie, andererseits war die Herstellung ausreichender Glaubwürdigkeit der Verkünder ein mühsames Unterfangen – und letztlich bedurfte es schlussendlich doch auch einer gewissen Gewaltanwendung, um der Herde den letzten Schubs in die gewünschte Richtung mitzugeben. Außerdem führte dieses Vorgehen in nicht wenigen Fällen dazu, dass das geängstigte Volk zu einem stärkeren Zusammenhalt fand, also dem Prinzip des “Teile und herrsche” nicht mehr so leicht zu unterwerfen war, wodurch die Herrschaft durch ihre eigenen Herrschaftsprinzipien einen nicht geringen Widerstand gegen sich selbst erst schuf.

 
Also ist man dazu übergegangen, das Volk in jeder Hinsicht in Sicherheit zu wiegen, es nur nicht vorzeitig auf Gefahren aufmerksam zu machen, und sollte es selbst Gefahren wittern, nur beschwichtigend und “aufklärend” aufzutreten.

 
So hat die Wissenschaft das Phänomen “Grenzwert” hervorgebracht. Egal, wie viel Gift auch immer im Wasser, in der Erde, in der Luft und im Essen angereichert sind, es bleibt immer unterhalb der festgesetzten Grenzwerte, die man, mit dem Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnis bei Bedarf stets so korrigieren kann, dass Essen, Trinken und Atmen stets wissenschaftlich als unbedenklich eingestuft werden können.

 
Die Wissenschaft hat auch die “chirurgische Präzision” in der Kriegsführung hervorgebracht, so dass selbst der Einsatz der schrecklichsten Waffen wirkt, als werde nach Vollnarkose und gründlicher Desinfektion von der Hand eines begnadeten Chirurgen ein entzündeter Blinddarm mit sicheren Schnitten entfernt, die Wunde sorgfältig vernäht und der Patient nach vier oder fünf Tagen geheilt aus dem Krankenhaus entlassen.

 
Die Wissenschaft schüttelt verwundert den Kopf über die “deutsche Inflationsangst” und belehrt uns darüber, dass auch die nun von der EZB ausgeschütteten Billionenbeträge nur dazu dienen, die Deflation zu bekämpfen.

 
Die Wissenschaft erklärt, dass der bevorstehende Abschluss eines transatlantischen Freihandelsabkommen in keiner Weise als böses Omen anzusehen sei, sondern diesseits und jenseits des Atlantiks Wachstum und Arbeitsplätze und Frieden auf Erden hervorbringen werde.

 
Die Wissenschaft weiß, dass alle Kernkraftwerke dieser Welt, die noch nicht havarierten, absolut sicher sind, die Wissenschaft weiß, dass die Freiheit der Bürger nur durch vollständige und lückenlose Überwachung zu erhalten sei und erklärt uns, wenn auch mit schöneren Worten, dass der Preis der Freiheit eben der Verzicht auf jegliche Freiheit sei, während der Käfig, in den wir auf diese Weise gesperrt werden, uns jene Sicherheit gewährt, die auf andere Weise auch nicht herzustellen sei.

 
So wird das Volk nicht mehr aufgeregt und damit unproduktiv hin und her gescheucht, sondern sorglos ruhig gehalten.

 
Und wenn man vom Volk etwas will, dann bringt man die sorglosen Herdentiere ein bisschen gegeneinander auf. Da gibt es keine in der Zukunft lauernde Gefahr, die nicht schon bekannt wäre und sich beheben ließe, wenn nur, ja: Wenn nur die Rentner nicht auf Kosten der Jungen lebten, hätten alle ein Auskommen. Wenn nur die Arbeitslosen nicht so faul wären, könnten wir Vollbeschäftigung haben und volle Sozialkassen. Wenn nur die privaten Haushalte mehr Geld für Wärmedämmung einsetzen würden, könnte so manche Insel im Pazifik vor dem Untergang bewahrt werden. Ein ewiges Für und Wider: Mülltrennung, Frauenquote, Sommerzeit, Impfpflicht, Zölibat, usw., usw.

 
Das sorgt dafür, dass Zusammenhalt da, wo es ihn noch gibt, geschwächt oder ganz aufgelöst wird.

 
Vor allen wirklichen Gefahren beschützt uns das selbstgewählte Regime hauptsächlich durch Beschwichtigung und ggfs. durch die sich über Jahre hinziehende lückenlose Aufklärung bedauerlicher Einzelfälle, die sich leider nie ganz vermeiden lassen. Alle anderen Gefahren gehen vom Volk selbst aus – und wenn das Volk nicht in der Lage ist, diese Gefahren durch Einsicht selbst abzuwehren, dann wird es dennoch gerettet werden, weil die alternativlosen Konzepte für jedes mit Bedacht in die Welt gesetzte Problem auch längst fix und fertig in den Schubladen liegen.

 
Das Volk jedoch freut sich, wenn ihm jemand die Verantwortung abnimmt. Dass das die gleichen sind, die das Problem erst geschaffen haben und nun eine Lösung anbieten, die für alle Betroffenen schlechter ist als der Zustand vor der Implementierung des Problems, fällt gar nicht mehr auf. Man glaubt – endlich wieder sorglos – die Lösung sei alternativlos.

 
Meinen Sie nicht auch, dass es hin und wieder ganz gut wäre, im Angesicht von Meteoriteneinschlag und Sonnenfinsternis sehr aufmerksam nachzuforschen, aus welcher Ecke das so angekündigte Unheil wohl kommen könnte?

 
Ich bin sicher, da könnten viele fündig werden.

Quelle: Egon W. Kreutzer

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