ArmutsBlog

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Aktuelle Nachrichten zum Thema Armut
Aktualisiert: vor 7 Wochen 3 Tage

Fast eine Million Menschen erhalten seit Einführung des SGB II durchgängig Arbeitslosengeld II

4. Februar 2017 - 16:13

Wie eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben hat, erhalten fast eine Million Menschen seit Einführung des SGB II durchgängig Arbeitslosengeld II, konnten also trotz prinzipieller Erwerbsfähigkeit nicht auf den Arbeitsmarkt vermittelt werden. Unter ihnen sind viele, die keinen formalen Bildungsabschluss haben bzw. als gering qualifiziert gelten. Lediglich einem guten Viertel gelingt es, den Leistungsbezug durch die Aufnahme einer ungeförderten Beschäftigung vergleichsweise schnell zu verlassen.

Link zum Kurzbericht des IAB

Unliebsame Befunde beim Armuts- und Reichtumsbericht?

11. Januar 2017 - 11:00

Über die Medien ist es schon durchgesickert: Auch in dieser Legislaturperiode wird der noch nicht offiziell publizierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kritisiert, weil unliebsame Befunde wie zu Kinderarmut und Wohnungsnot zugunsten von „Erfolgsmeldungen“ im Bericht der Regierung „versteckt“ werden. Eine Pressemitteilung der Diakone Deutschland prangert dies an.

Pressemitteilung der Diakonie

Noch keine Chancengleichheit in der Bildung

19. Dezember 2016 - 13:40

Die aktuellen Ergebnisse vom Länderranking im Rahmen der Pisa-Studie von 2015 lassen Deutschland ganz gut aussehen: So liegt Deutschland an 16. Stelle von 71 sowie die Schüler_innen in allen geprüften Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. Was die Chancengleichheit angeht, sieht es allerdings nicht so gut aus: Weiterhin ist sowohl eine Geschlechterungleichheit als auch Benachteiligung von Kindern aus sogenannten bildungsfernen Haushalten zu verzeichnen. Diese „Sozialvererbung“ in Deutschland wurde schon bei der ersten Pisa-Studie vor 15 Jahren kritisiert, wie ein taz-Artikel zum Thema aufzeigt.

taz-Artikel zum Thema

 

Soziale Gerechtigkeit in der EU

18. November 2016 - 15:58

Im Auftrag der Bertelsmannstiftung wurde soeben ein Bericht zur Sozialen Gerechtigkeit in der EU vorgelegt. Die wesentlichen Erkenntnisse: Die Teilhabechancen der Menschen haben sich in den meisten Ländern verbessert, liegen aber noch unter dem Vorkrisenniveau. Armut und Ausgrenzung sind noch immer auf einem besorgniserregenden Niveau und Kinder und Jugendliche sind hiervon besonders betroffen. Im Ländervergleich liegt Deutschland beim Gesamtindex „Soziale Gerechtigkeit“ auf Platz 7 von 28 Mitgliedsstaaten. Platz 1 wird von Schweden besetzt und am unteren Ende befindet sich Griechenland. Die Autor_innen der Studie empfehlen einen multidimensionalen Ansatz für die Sicherstellung von mehr Teilhabegerechtigkeit und sprechen konkrete Empfehlungen aus.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Armut und soziale Ausgrenzung in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau

3. November 2016 - 10:18

Wie das Statistische Bundesamt heute in einer ausführlichen Pressemitteilung aufzeigt, waren 2015 20 % der Bevölkerung in Deutschland von Armut und Ausgrenzung bedroht bzw. betroffen (2014: 20,6 %). Im EU-Vergleich (23,7 %) ist der Anteil in Deutschand damit etwas geringer. Als „von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht“ wird in der Erhebung „Leben in Europa (EU-Silc)“ bezeichnet, wer sich mindestens in einer der nachfolgenden Lebenssituationen  befindet: die Person ist von Einkommensarmut bedroht, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Weitere Differenzierungen, bspw. nach Geschlecht und Alter, werden in der Pressemitteilung dargestellt.

Link zur Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts

Arme sind verschuldet – Reiche sparen

25. Oktober 2016 - 16:23

Eine aktuelle Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung macht deutlich, dass sich soziale Ungleichheit nicht nur in der Verteilung von Einkommen zeigt, sondern auch in der Chance Geld  beiseite zu legen, d. h. zu sparen. In ihrer Untersuchung mithilfe von Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) aus dem Jahr 2013 fanden sie heraus, dass die einkommensstärksten 10 % der Bevölkerung rund 60 % des gesamten Sparvermögens ihr eigen nannte. Die untere Hälfte konnte nicht nur nichts sparen, sondern war mit durchschnittlich 300 Euro überschuldet. Einen weiteren Zusammenhang konnten sie zwischen der Gesundheit und dem Sparvermögen identifizieren.

Link zur Studie

Link zur Pressemitteilung

 

Verfestigung von Armut und Reichtum in Deutschland

13. Oktober 2016 - 9:12

Wie der diesjährige Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt, nimmt die sogenannte soziale Mobilität ab, d. h.: „Armut und Reichtum werden immer dauerhafter“. Vor allem in Ostdeutschland sei die Durchlässigkeit zwischen den Einkommensklassen seit der Wiedervereinigung stark rückläufig.  Immer mehr Menschen würden so dauerhaft an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Das WSI fordert u. a. eine stärkere Umverteilung über Steuern und die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit sowie den Abbau von Ungleichheiten im Bildungssystem.

Link zum Report

Dax-Vorstände verdienen 57mal so viel wie ihre Angestellten

10. Oktober 2016 - 12:27
Eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) ergab, dass die Dax-Vorstände im Durchschnitt 57mal so viel verdienen wie ihre Angestellten. 141mal so viel verdienen die Vorstände bei VW, dem negativen Spitzenreiter, der geringste Wert liegt beim 17-Fachen. Die Stiftung verweist darauf, dass es in den USA ab 2017 eine Pflicht gibt, diese Einkommensdifferenzen zu veröffentlichen. Dies könnte/sollte auch in den Vorstandsvergütungsbericht  in Deutschland aufgenommen werden, denn „[d]as würde garantieren, dass sich der Aufsichtsrat mit der Thematik beschäftigt und eine Bewertung vornimmt“ (HBS). Link zum Report der HBS

 

Kinderarmut steigt – trotz guter Wirtschaftslage

13. September 2016 - 12:35

In einer neuen Studie im Auftrag der Bertelsmannstiftung zum Thema Kinderarmut wurde festgestellt, dass 2015 14,7 % der Kinder in Deutschland in Hartz-IV-Familien lebten. Dies ist ein Anstieg um 0,4 % seit 2011. Weiterhin sind vor allem Kinder Alleinerziehender sowie Kinder in Familien mit zwei und mehr Geschwistern überproportial betroffen. Besonders dramatisch ist, dass Armut für diese Kinder oft zum Dauerstand wird: 57 % von ihnen bezogen drei Jahre und länger staatliche Unterstützung nach dem SGB II. Regionale Unterschiede bestehen, so stieg die SGB-II-Quote im Westen leicht, im Osten sank sie.

Link zum Factsheet (8 Seiten)

Datenreport 2016 mit Schwerpunkt Migration

9. Juni 2016 - 13:18

Das Statistische Bundesamt und das Wissenschaftszentrum Berlin haben im Mai den Datenreport 2016 vorgestellt. Interessant im Kontext von Armut sind vor allem die Kapitel 6 und 7 zu den Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte sowie zur sozialen Mobilität. Aber auch in den anderen Kapiteln finden sich Hinweise auf Armuts- und Ungleichheitsfaktoren, wie bspw. in den Lebenslagenbereichen Wohnen und Gesundheit. Schwerpunkt des Reports ist dieses Mal Migration.

Link zum Datenreport 2016

DPW prangert Folgen sozialer Ungleichheit an

26. Mai 2016 - 16:00

In seinem Jahresgutachten zur sozialen Lage in Deutschland prangert der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPW) die Folgen sozialer Ungleichheit in Deutschland an. Trotz positiver Arbeitsmarktbilanz wachse die soziale Ungleichheit. Dies führe u. a. zum Erfolg rechtspopulistischer Strömungen. Die Forderung: Gleiche Teilhabechancen ermöglichen,  u. a. im Rahmen einer bedürfnisorientierten Beschäftigungspolitik, durch die Erhöhung der Regelsätze nach SGB II und XII sowie die schnellstmögliche Integration von Flüchtlingen.

Link zum Jahresgutachten des DPW

Die Mittelschicht schrumpft in Deutschland wie in den USA weiter

7. Mai 2016 - 15:51

Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) schrumpft die Mittelschicht in Deutschland wie in den USA seit Jahrzehnten. 2013 waren es in Deutschland nur noch 54 %, die der Mittelschicht nach ihrem Einkommen zugerechnet wurden (d. h. sie verdienten zwischen 67 und 200 % des durchschnittlichen Einkommens). Ursächlich sind lt. der Studie v. a. die Arbeitsmarktreformen Anfang der Nullerjahre durch das Anwachsen des Niedrigeinkommensbereiches. Maßnahmen dagegen wären lt. DIW u. a. eine offensivere  Lohnpolitik sowie Anreize für die Überführung von in der Regel schlecht entlohnten Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

DIW-Report Nr. 18/2016 mit den Ergebnissen der Studie

Armut im Alter steigt – mehr GrundsicherungsempfängerInnen im Alter

20. April 2016 - 14:58

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Zahl der GrundsicherungsempfängerInnen im Alter und bei Erwerbsminderung weiter gestiegen. So bezogen im Dezember 2015 rund 1 038 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung, davon jedeR Zweite die Grundsicherung im Alter. Dies ist ein Anstieg um 3,5 % in einem Jahr und setzt den Trend seit 2009 fort. Zwar sind ältere Menschen zz. noch unterdurchschnittlich von Einkommensarmut betroffen, die steigende Zahl der GrundsicherungsempfängerInnen im Alter stützt jedoch die These vieler ArmutsforscherInnen, dass sich für die Zukunft eine Altersarmut in Deutschland abzeichnet.

Link zur Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 19.4.16

 

DPWV legt Armutsbericht für 2016 vor

24. Februar 2016 - 15:54

Der  Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) legt seinen Armutsbericht 2016 vor. Dieser erscheint erstmalig in erweiterter Form und beinhaltet neben Daten zur Armutsentwicklung in den Bundesländern und Deutschland insgesamt auch Berichte  weiterer Verbände und Fachorganisationen wie dem Deutschen Kinderhilfswerk und der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. Außer in Bayern und Nordrhein-Westfalen sind die Armutsquoten 2014 in den Ländern im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Weiterhin sind allerdings bspw. Alleinerziehende und Erwerbslose sowie erstmals seit der Berichterstattung RentnerInnen überproportional von Einkommensarmut betroffen. Entsprechend fordert der DPWV einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, „um Armut zu bekämpfen und eine Verringerung sozialer Ungleichheit zu erreichen“, wie in der Pressemitteilung zu lesen ist.

Link zum Bericht

Link zur Pressemitteilung

Euro-Memorandum 2016 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik erschienen

3. Februar 2016 - 15:19

Das Euro-Memorandum 2016 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik ist erschienen.  Der Zusammenschluss von mehr als 300 kritischen Ökonomen legt damit seine kritische Einschätzung der europäischen Wirtschaft vor.  Sie beschreiben eine soziale und wirtschaftliche Polarisierung sowie politische Entmachtung und prophezeien für die Zukunft weiterhin geringes Wachstum und hohe Arbeitslosigkeit.

Link zur englischsprachigen Kurzfassung

62 Superreiche besitzen soviel wie die ärmere Hälfte der Welt

18. Januar 2016 - 12:16

Eine aktuelle Studie von Oxfam belegt, dass 62 Superreiche soviel besitzen wie die ärmere Hälfte der Welt. 1 % der Weltbevölkerung hat zudem mehr Vermögen als die verbleibenden 99 %. Oxfam identifiziert in ihrer Studie vor allem die ungerechte Steuerpolitik als Ursache für diese (wachsende) soziale Ungleichheit. Neben der Verpflichtung von Unternehmen zu einer öffentlichen länderbezogenen Berichterstattung über ihr Vermögen etc. fokussieren die Forderungen daher vor allem auf eine Änderung des Steuersystems.

Link zum Bericht von Oxfam

Gesundheits- und Sozialstrukturatlas für die Bundesrepublik Deutschland

16. Januar 2016 - 17:53

Im Dezember 2015 hat die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales einen Gesundheits- und Sozialstrukturatlas für die Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. Ausgehend von Berlin wurden die im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung für Berlin entwickelten Indikatoren zur gesundheitlichen und sozialen Lage auf die Datensätze der anderen 15 Bundesländer angewandt.  Die zusammenfassende Erkenntnis ist, dass  „sowohl die sozioökonomische als auch die gesundheitliche Chancengleichheit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland auf Bundeslandebene … nicht gegeben“ ist (S. 14). Vielmehr wurde eine Vierteilung bestehend aus einem Cluster der drei Stadtstaaten, einem Cluster von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, einem Cluster aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie einem Cluster der ostdeutschen Flächenländer identifiziert. Schlussfolgerungen oder Handlungsstrategien enthält der  Bericht allerdings nicht, der laut Vorwort auf einer Abschlussarbeit des Studienganges Master of Public Health an der Berliner Charité beruht.

Link zum Bericht

 

In eigener Sache

16. Januar 2016 - 17:36

Durch massive Hackerangriffe konnten längere Zeit keine Beiträge erstellt werden. Ab sofort finden Sie an dieser Stelle wieder Informationen und Kommentare rund um das Thema Armut.

Altersarmut steigt an und ist regional ungleich verteilt

19. Oktober 2015 - 9:50

In einer aktuellen Studie wurde Altersarmut nach Bundesländern und sozialen Gruppen untersucht und erforscht, wie sich das Armutsrisiko im Alter zukünftig entwickeln wird. Nicht überraschend sind danach vor allem Frauen, Alleinstehende, Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund überproportional von Altersarmut betroffen. Regional stünden hohe Armutsquoten im Zusammenhang mit niedrigen Frauenbeschäftigtenquoten und Einkommen in der Vergangenheit. Negative Spitzenreiter seien das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern  mit Altersarmutsquoten von bis zu 19,2 %.  Aber auch deutschlandweit war 2013 schon jede_r siebte der Zielgruppe von Armut betroffen.

Link zur Kurzfassung der Studie

Zahl der wohnungslosen Menschen auf Höchststand

6. Oktober 2015 - 15:54

Lt. aktueller Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) ist die Anzahl wohnungsloser Menschen auf einen Höchststand geklettert. 335.000 Menschen waren nach ihren Schätzungen in 2014 ohne Wohnung, dies sei ein Anstieg um ca. 18 % seit 2012 . Eine amtliche Statistik zur Zahl der Wohnungsnotfälle gibt es in Deutschland nicht. Entsprechende Forderungen werden seit Jahrzehnten immer wieder von der jeweiligen Bundesregierung zurückgewiesen.

Pressemitteilung der BAGW