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Dort wo die Willkür zu Hause ist

Gegenwind - 18. April 2015 - 19:01

Die Betroffene erhielt eine Vorladung ins JC Zwickau für den 12.03.2015. Vorgeladen hatte die Arbeitsvermittlerin Frau Geier. Vom 11.03. bis 14.03.2015 hatte die Betroffene im Rahmen eines Arbeitsvertrages bei der Deutschen Post AG als Abrufkraft einen Einsatz. Dies macht sie schon einige Zeit und hatte auch mit ihren Vermittlern bis jetzt keinen Ärger deswegen. Der Leser wird es schon ahnen, diesmal war es anders.

Lange Rede, kurzer Sinn. Sanktion wegen Meldeversäumnis. Frau Geier meinte, so die Betroffene, dass sie so einen komischen Arbeitsvertrag noch nie gesehen hat und im Übrigen müsse sie diesen erst vom Zoll prüfen lassen. Offensichtlich hat sie in ihrem langen bundesrepublikanischen Berufsleben noch nicht mitbekommen, dass Arbeitsverträge keiner bestimmten Form bedürfen. Aber dies nur nebenbei.

Spätestens seit Günter Wallraff wissen wir ja nun offiziell, dass sich Vermittler auch gern einmal als personifizierte Gottheit betrachten und sich über alles Irdische hinwegsetzen. Der Unterschichtenmensch nennt das etwas schlichter Willkür und so kann man hier eben diese stark vermuten, denn laut Sanktionsschreiben konnte Frau Geier keinen wichtigen Grund erkennen, warum der Termin nicht wahrgenommen wurde.

Gleichzeitig absolvierte die Betroffene noch eine dieser Sinnlosmaßnahmen, wo man 8 Stunden am Tag nach offenen Stellen sucht, beim Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH in Werdau. Und da diese um ihre Einnahmen fürchten, schickten die auch noch eine Abmahnung. Dabei hatte Frau Geier nach Aussage der Betroffene noch darauf hingewiesen, dass bei Antritt einer Arbeit selbstverständlich die Maßnahme obsolet ist. Das hinderte die Vermittlerin aber nicht daran eine weitere Sanktion anzudrohen, wegen versäumter Tage im Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH.

 

Nun flatterte der Betroffenen eine Folgevorladung für den 16.04.2015 ins Haus. Da sie nicht allein in die Arbeitslosenverfolgungsbehörde gehen wollte, bat sie mich als Beistand mitzugehen. Nun folgt wieder ein Beispiel von totaler Unprofessionalität, denn wir hatten kaum das Büro von Frau Geier betreten, durften wir es auf ihre Anordnung auch schon wieder verlassen. Wenig später kam dann der stellvertretende Teamleiter Herr Wolfram und übernahm das Gespräch. Frau Geier war der Meinung, dass sie mit mir als Beistand nicht sprechen wolle. Sonderbar, Gegenwind hat schon mehrmals für Betroffene, die bei Frau Geier als Vermittlerin waren, versucht, eine andere Vermittlerin zu bekommen. Dies wurde immer vehement abgelehnt.

Herr Wolfram erkannte sofort, dass die Arbeit bei der Deutschen Post AG ein wichtiger Grund ist und nach nochmaliger Prüfung die Sanktion zurückgenommen wird. Bei der Sanktionsandrohung für versäumte Stunden bei der Beschäftigungstherapie in Werdau war er nicht so einsichtig, schließlich könne die Betroffene nicht nachweisen, ob Frau Geier eine Beendigung der Maßnahme bei Aufnahme einer Arbeit befürwortet hat. Auf meinen Einwand, was im Strafrecht gilt, wenn Aussage gegen Aussage steht, wusste er zu berichten, dass im Zweifelsfalle für den Angeklagten entschieden würde. Aber leider bewegen wir uns hier nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, geschweige denn trifft das Strafrecht zu, noch wird hier nach allgemeinen Rechtsgrundlagen entschieden.

Auf meine Frage, warum Frau Geier eigentlich immer so weitermachen darf, Gegenwind hat schließlich schon in vielen Fällen interveniert, kam eine sehr bemerkenswerte Antwort. „Sie hat schon viele in Arbeit gebracht.“ Im Umkehrschluss bedeutet dass, das der Zweck die Mittel heiligt. Weiter konfrontierte ich Herrn Wolfram damit, dass es ausschließlich prekäre Jobs sind und dass außerdem eine massive Statistikfälschung hinter den angeblichen Erfolgen steht, was auch wissenschaftlich von vielen belegt wurde. Herr Wolfram: „Damit kann ich leben.“

Es ist schön, so selbstzufriedene Mitmenschen erleben zu dürfen. Jedenfalls muss man sich hier keine Gedanken um die psychische Gesundheit machen.

Heute, 18.04.2015, erreichte mich die Nachricht, dass die Sanktion zurückgenommen und von der beabsichtigten Sanktion Abstand genommen wurde.

A. Pianski

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Immer mehr Kinder leben von Hartz IV

gegen-hartz.de - 17. April 2015 - 23:00
Immer mehr Kinder unter 15 Jahre sind auf Hartz IV Leistungen angewiesen. Die Zahl der Betroffenen ist seit Jahren stetig ansteigend. Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) leben rund 1,6 Millionen Kinder in Deutschland von Hartz IV Leistungen. Ganz besonders häufig betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden...

Hartz IV: Zwangsverrentung rechtswidrig

gegen-hartz.de - 15. April 2015 - 23:00
Das Sozialgericht Dresden hat festgestellt, dass es rechtswidrig ist SGB-II-Leistungsbezieher zur vorzeitigen Beantragung der Altersrente aufzufordern, wenn zuvor die zu erwartende Rentenhöhe nicht ermittelt wurde (Az.: S28 AS 567/14 ER)...

Hartz IV: Schulden durch zu hohe Mieten

gegen-hartz.de - 15. April 2015 - 23:00
Angesichts steigender Mieten und Nebenkosten wissen viele Hartz IV-Bezieher nicht mehr, wie sie für die Unterkunftskosten aufkommen sollen. Denn das Jobcenter zählt die Beträge nur bis zu einer bestimmten Obergrenze. Den Rest müssen die Betroffenen aus eigener Tasche finanzieren. In vielen Städten weicht diese Mietobergrenze aber deutlich von den Preisen auf dem realen Wohnungsmarkt ab. In der Folge finden Menschen mit geringem Einkommen keine Wohnung...

Hartz IV-Bezieher müssen Tauben fangen

gegen-hartz.de - 14. April 2015 - 23:00
Dass sich die Jobcentern außerordentlich kreativ beim Ausdenken von Eingliederungsmaßnahme in den Arbeitsmarkt zeigen, ist nicht neu. Wir berichteten bereits über Erwerbslose, die Lamas spazieren führen oder gegen Bier Müll auf der Straße einsammeln. Die Stadt Moers befindet sich also in bester Gesellschaft mit ihrem Projekt...

Über 50 Prozent der Hartz IV-Bescheide fehlerhaft

gegen-hartz.de - 14. April 2015 - 23:00
Die Sozialberatung Ruhr e.V. hat ihren Jahresbericht für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach führte der Verein fast 800 persönliche und telefonische Beratungen durch, was einer Zunahme von rund einem Drittel im Vergleich zu 2013 entspricht. Der Sozialberatung zufolge waren mehr als die Hälfte der Bescheide des Jobcenters (Arbeitslosengeld II), des Sozialamtes (Sozialhilfe) und der Agentur für Arbeit..

Über eine Million Hartz IV-Sanktionen in 2014

gegen-hartz.de - 13. April 2015 - 23:00
Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1.001.103 Sanktionen gegen Hartz IV-Bezieher verhängt. Meist waren Meldeversäumnisse Grund der Leistungskürzungen. Das geht auf einen Bericht der „Bild“-Zeitung zurück, in dem sich das Blatt auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) beruft. Während die Linkspartei regelmäßig Kritik hat an der menschenunwürdigen...

Einmal Hartz IV, immer Hartz IV?

gegen-hartz.de - 12. April 2015 - 23:00
Knapp drei Millionen Menschen sind dauerhaft auf Hartz IV angewiesen. Da ergab eine Studie von Wissenschaftlern des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Demnach bezieht knapp die Hälfte aller Leistungsberechtigten mehr als vier Jahre Arbeitslosengeld II (ALG II). Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern...

KSA: Erwerbslose brauchen vor allem Arbeit

gegen-hartz.de - 9. April 2015 - 23:00
Als Ablenkungsmanöver hat die Koordination Saarländischer Arbeitsloseninitiativen (KSA) die Forderung von Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit bezeichnet, wonach Arbeitslose sich stärker sozial engagieren sollten. Soziale Kontakte könnten zur persönlichen Stabilisierung beitragen aber keine neuen Arbeitsplätze schaffen, so KSA-Vorsitzender Manfred Klasen...

Arbeitslose haben von Hartz IV die Nase voll

gegen-hartz.de - 8. April 2015 - 23:00
Unter dem Motto „AufRecht bestehen“ planen Erwerbslosengruppen um den 16. April herum rund 20 Aktionen gegen die Missstände in den Jobcentern und das Hartz-IV-Gesetz, das seit über zehn Jahren Ausgrenzung und Niedriglohn fördert....

Jobcenter muss Baby-Erstausstattung gewähren

gegen-hartz.de - 7. April 2015 - 23:00
Hartz IV-Bezieherinnen, die mit einem Stipendium der Bundesstiftung „Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens“ unterstützt werden, haben vollen Anspruch auf eine Erstausstattung für ihr Baby. Das entschied das Sozialgericht Magdeburg in seinem Urteil...

Frau soll 4,6 Billiarden Euro an Behörde zahlen

gegen-hartz.de - 7. April 2015 - 23:00
Eine Frau aus dem Schwarzwald staunte nicht schlecht, als sie einen Brief von der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See im Ruhrgebiet in den Händen hielt. Genau 4.632.124.357.000.001 Euro sollte die Betroffene zahlen. Doch es kam noch dicker: In dem Schreiben wurde angekündigt, den horrenden Betrag „erneut“...

Bald Hartz IV für Jobcenter-Mitarbeiter?

gegen-hartz.de - 6. April 2015 - 23:00
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) plant bis zum Jahr 2019 rund 17.000 Stellen bundesweit in den Arbeitsagenturen abzubauen. Offenbar haben die Mitarbeiter aufgrund der der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr genug zu tun. Die Jobcenter sollen aber nicht vom Stellenabbau betroffen sind, berichtet die Online-Ausgabe...

Hartz IV Urteil: Erstattung von Fahrtkosten

gegen-hartz.de - 6. April 2015 - 23:00
Vom Arbeitgeber erstattete Fahrtkosten gelten nicht als zusätzliches Einkommen und dürfen somit nicht auf Hartz IV-Leistungen angerechnet werden. Ein Kürzung der Grundsicherung wäre deshalb rechtswidrig, wie der Deutsche Anwaltvereins (DAV) mit Bezug auf ein Urteil des Sozialgerichts Detmold (Aktenzeichen: S 18 AS 871/12)...

Hartz IV: BA fordert zum Schummeln auf

gegen-hartz.de - 4. April 2015 - 23:00
Laut einer internen Weisung der Bundesagentur für Arbeit (BA) sollen Mitarbeiter der Jobcenter die Bearbeitungszeiten der Hartz IV-Anträge so in die Bearbeitungssoftware „Allegro“, dass die Statistiken „gut aussehen“. Das berichtet die BZ in Printausgabe am Samstag. Die Folge: Viele Hartz IV Beziehende..

Studenten: Bis Vorlesebeginn ALG-1-Anspruch

gegen-hartz.de - 2. April 2015 - 23:00
Studenten haben bis Vorlesungsbeginn Anspruch auf Arbeitslosengeld. Studenten haben bis zum Vorlesungsbeginn Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das entschied das hessische Landessozialgeric...

Immer mehr ältere Erwerbslose rutschen in Hartz IV

gegen-hartz.de - 1. April 2015 - 23:00
Die Zahl der erwerbslosen Hartz IV-Bezieher über 55 Jahre ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre stark angestiegen. Das berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ in ihrer Montag-Ausgabe. Demnach waren 2010 knapp 257.000 Personen in dieser Altersgruppe auf Hartz IV angewiesen. Im vergangenen Jahr bezogen bereits fast 318.000 ältere Erwerbslose Leistungen...

Einige begreifen es nie

Gegenwind - 1. April 2015 - 9:49

Mit Einige sind Mitarbeiter des Jobcenter Zwickau gemeint, die einfach nicht begreifen können, dass sie es mit MENSCHEN zu tun haben und nicht mit irgendwelchen abgelegten BG Nummern, die man hin und her schieben kann so nach Gutdünken wie man einfach Lust u. Laune hat.

Hier geht es um eine alleinerziehende junge Frau, die bisher wenig Glück mit ihren „Vermittlern“ hatte. Sie hat sich im vergangenen Jahr um eine Weiterbildungsmaßnahme gekümmert, da sie endlich wieder für sich und ihr Kind selbst sorgen will, indem sie sich durch diese Maßnahme eine am Arbeitsmarkt gesuchte Qualifizierung aneignen wollte. Soweit so gut, die Maßnahme in Werdau war mit dem PKW zeitlich auch mit Kind und Kita und Arztbesuchen ganz gut zu erreichen und es hat ihr auch Spaß gemacht, weil eine Übernahme in eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem 2er Abschluss zugesichert wurde. Der Abschluss war kein Problem, aber das Auto wollte nicht mehr und hat den Geist aufgegeben, es wollte nur noch in den „Schrotthimmel“ und von da an war alles anders für die junge Frau.

Bei einem Termin im Jobcenter hat sie die Frage nach einer finanziellen Unterstützung zum Kauf eines gebrauchten „für sie neuen PKW“ gefragt, da dies aus dem Vermittlungsbudget möglich ist, war ihre Frageeine normale Angelegenheit. Nur es kommt ja immer anders als man denkt vor allem in der „Erwerbslosenverwaltung“ genannt Jobcenter.

Hier Originalmails an mich(mit Genehmigung der Betroffenen):

gern hätte ich Sie persönlich im Büro aufgesucht und Ihnen meine Situation geschildert. Aber es ist wohl besser so gewesen, dass die Zeit, um zu Ihnen zu fahren und noch vor 16 Uhr bei Ihnen sein zu können, zu knapp war. Sonst hätten Sie noch meinen ganzen Frust und Ärger abbekommen….

Ich habe heute einen Anruf von meiner Arbeitsvermittlerin, Frau Algenstädt erhalten. Ich dachte, sie ruft mich zurück, da ich um Rückruf gebeten habe um den Gesprächstermin zu verschieben. Nein. Ihr Anruf hatte folgenden Grund: Da ich dem Jobcenter mitgeteilt hatte (der Widerspruchsstelle), dass ich ab sofort kein Auto mehr habe, hatte sie von ihrer Vorgesetzten den Auftrag, zu prüfen, wie ich jetzt zur Schule komme. Da ja zu Beginn der Maßnahme Fahrkosten für die Fahrt mit privatem Pkw bewilligt worden sind und ich den ja nun nicht mehr habe. “Nicht, dass eine Überzahlung zustande kommt.”

Ich bin am Telefon echt geplatzt und habe mir Luft gemacht.
Es sind so viele Sachen gesagt worden und ich komme mir als Arbeitssuchende und alleinerziehende Mutti wirklich verarscht, im Stich gelassen und minderwertig vor. Es sind noch mehr Dinge vorgefallen und ich wollte Sie fragen, ob es Sinn macht, sich bei der Geschäftsführung Luft zu machen?
Ich will so nicht mit mir umgehen lassen…

Wie schon aus der Mail hervorgeht wurde der Antrag auf einen Zuschuss verwehrt und die Betroffene ist dagegen in Widerspruch gegangen.

Ergebnis des Widerspruchs:

mein Widerspruch wurde abgelehnt… Ich bin nervlich an meiner Grenze…

Nach einer weiteren Vorsprache im Jobcenter und der nochmaligen Darlegung der Situation, dass es keinen fahrbereiten PKW mehr gibt und alles mit dem öffentlichen Nahverkehr getätigt werden muss und, dass diese Situation für Alleinerziehende mit Kind kaum zu schaffen ist, hat es anscheinend einen Mitarbeiter gegeben der Mensch war. Denn es folgte, man will es erst einmal nicht glauben folgende Mail:

Hallo Frau Madaus,

Sie werden es nicht glauben: ich habe es endlich geschafft!!! Gestern hatte ich den Bewilligungsbescheid vom Jobcenter im Briefkasten. Mir wird ein gebrauchter Pkw für maximal 1500 Euro aus dem Vermittlungsbudget genehmigt.

Ich war Donnerstag früh bei Herrn Hammer vom Jobcenter und habe ihn gefragt, ober er nicht den Mitarbeitern des Jobcenters irgendwie die Vereinbarung zwischen ABC Office 24 und dem Jobcenter bestätigen kann (gern auch telefonisch), da es sich lt. Aussage der Widerspruchsstelle aufgrund der fehlenden schriftlichen Vereinbarung nicht um eine Anbahnung eines sv-pflichtigen Arbeitsverhältnisses handelt. Es hatte ein Anruf seinerseits bei der Teamleitung gereicht. Diese hatte in der Schule angerufen und schon ging alles seinen Gang… Das war ein Krampf…
Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung.

Bei diesem Fall frage ich mich ganz einfach ob die Klagen der Mitarbeiter im Jobcenter ob Vermittlung oder Leistung nicht teilweise Klagen auf hohem Niveau sind. In solchen Fällen wie hier sollte eine schnelle und unbürokratische Entscheidung doch möglich sein. Es spart Zeit und Nerven auf beiden Seiten, denn Mitarbeiter und Betroffene stehen hier unter Druck der nicht sein muss. Für mich sollte ein Mitarbeiter auch einmal eine Entscheidung treffen die spontan zum Ziel führt, wenn er auch vielleicht danach seinem Vorgesetzten eine Erklärung geben muss.

Muss es eigentlich erst zu einer „Wallraff Aktion“ kommen, damit auch die BA aufwacht, die Jobcenterbeiräte an die Öffentlichkeit gehen und die Wahrheit sagen was los ist, wir haben schon lange bemerkt, dass da vieles schief läuft und gefrustete Mitarbeiter in solch heiklen Jobs sind das Schlimmste was passieren kann. Das alles hat man verschleppt und nun ist es fünf vor zwölf und endlich soll sich etwas tun so die Jobcenterpersonalräte:

„Uns ist bewusst, dass die Ursachen für die geschilderten Problemlagenunter anderem auch in der Politik zu suchen sind. Wir hoffen dennoch, durch diese nur knapp umrissene Aufzählung den Teil der Verantwortung verdeutlicht zu haben, den wir bei Ihnen sehen. Grundlegende Veränderungen sind aus unserer Sicht überfällig.“

!!!Überfällig ist das ganze Konstrukt Hartz IV, also weg damit!!!

M. Madaus

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Bundesagentur spart bei Hartz IV-Beziehern

gegen-hartz.de - 31. März 2015 - 23:00
Statt Hilfen für Langzeiterwerbslose, Deckung der Verwaltungskosten der Jobcenter. Die Jobcenter finanzieren ihre Verwaltungskosten zunehmen aus Eingliederungsmitteln für Hartz IV-Bezieh...

Glückwunsch! Ab heute sind sie geistig behindert!

Gegenwind - 29. März 2015 - 22:20

Was sagt man dazu? Doris Kruse aus Magdeburg ist 41 Jahre alt und bis dahin gesund wie ein Fisch im Wasser, physisch und psychisch. Sie hat zwei Töchter alleine großgezogen, die heute erwachsen sind und beide arbeiten. Und jetzt, ist sie geistig behindert, dem Job-Center sei Dank!

Blöderweise ist sie eines Tages arbeitslos geworden, weil man ihre Stelle gestrichen hat. Das ist nicht weiter schlimm, denkt sie, und schreibt einfach weiterhin Bewerbungen. Sie hofft darauf, mit ihren (für den Arbeitsmarkt) steinalten 41 Jahren wieder irgendeine Anstellung zu bekommen. Doch leider machte sie die Rechnung ohne das Job-Center Magdeburg.

Für das Job-Center ist das eine äußerst unangenehme Situation. Sie ist zu alt für den freien Arbeitsmarkt und zu jung, um sie aus der Statistik rauszuschmeißen. Denn erst mit 58 fliegt man aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik raus. Was aber macht man solange mit solchen Leuten? Keine Sorge, da gibt es einige Möglichkeiten: Man zwingt sie zu 1-Euro-Jobs, man überlässt sie Sklavenhändlern (Zeitarbeit), man macht ihnen weis, dass sie noch eine Zusatzausbildung benötigen, weil ja ein Ausbildungsberuf nicht genügt oder man schickt sie zum 183ten Bewerbertraining. Hauptsache weg.

Um Doris Kruse aus dem Weg zu schaffen, bot man ihr einen psychologischen Test an – zur Überprüfung ihrer Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt -, den sie auch ohne Hintergedanken annahm und durchführte. Das hätte sie mal lieber nicht tun sollen. Der wurde ihr nämlich zum Verhängnis.

Was sie sich davon versprach, man weiß es nicht. Denn wirklich Sinn ergibt so ein Test, in meinen Augen, sowieso nicht. Danach weiß man lediglich, was man weiß oder eben nicht weiß. Das ändert aber am Arbeitsmarkt nichts. Vielleicht ist sie einfach nur naiv, aber ist sie deshalb gleich geistig behindert? Auf jeden Fall bekam sie Post vom Job-Center, in man ihr schrieb, dass anhand dieses Tests und der Aktenlage ein Gutachten erstellt wurde.

Dieses Gutachten wurde vom ärztlichen Dienst des Job-Centers erstellt und das Ergebnis schockierte Doris Kruse. Sie sei ab jetzt “geistig behindert” – voraussichtlich auf Dauer. Eine Erklärung, wie dies Zustande kam, hat sie nicht bekommen, dafür ein Angebot, in Zukunft in einer Werkstatt für geistig Behinderte arbeiten zu dürfen. Den Rest, den sie zum Leben benötigt, würde das Job-Center aufgestocken. Mache sie geistig behindert, schiebe sie ab, in eine gemeinnützige Werkstatt und schon is sie weg. So schnell geht das. Nicht gerade menschenwürdig, aber sehr effektiv.

Wahrscheinlich messen sie bei dem Test, wer über die Intelligenz verfügt, sich anschließend über den Rechtsweg zu wehren. Bei ihr hatten sie offensichtlich damit gerechnet, dass sie sich zwar ein wenig darüber aufregt, es aber letztendlich hinnimmt. Wäre da nicht das Team von “Monitor” gewesen, die beim Pressesprecher zwar unangenehme Fragen stellten, aber natürlich mal wieder keine befriedigende Antworten erhielten.

Doris Kruse darf sich nun einreihen, in die Statistik für schwervermittelbare Aufgestockte. Im August 2014 waren es immerhin 4.066. Wer es zahlenmäßig noch ein bisschen genauer möchte, der kann sich hier einen Überblick über die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland verschaffen.

Laut Monitor ist Doris Kruse kein Einzelfall. Also, Finger weg von solchen Tests. Wer weiß, was sie daraus basteln. Am Ende geht man abends ins Bett und am nächsten Tag, wenn der Postbote kommt, ist man schon geistig behindert. Wie schon erwähnt, wegen so einem Test wird der Arbeitsmarkt nicht besser. Damit sich da was tut, müsste Angi erstmal von ihrem ewigen Geschwafel über Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung runterkommen. Das bedingungslose Grundeinkommen muss her, die gerechte Umverteilung muss her und Angi muss weg. Dann klappt`s auch mit der Arbeit!

Quelle: Maras Welt

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