Sammlung von Newsfeeds

Kreuzaktion auf dem Hamburger Rathausmarkt

Gegenwind - 20. September 2014 - 16:33

Anlässlich einer Tagung der nationalen Armutskonferenz vom 26.09 bis 27.09.2014 in Hamburg ist erneut ein sogenannter Kreuzzug der Hartz IV – Opfer ganztägig am Freitag den 26.09.2014 auf dem Hamburger Rathausmarkt angesagt. Bereits am 29. März 2014 anlässlich einer Wahlveranstaltung zur Europawahl der Sozialdemokraten ist diese Ausstellung auszugsweise auf dem Gelände der Hamburger Kampnagelfabrik gezeigt worden:

http://hoelderlin1.wordpress.com/2014/04/01/kreuzzug-der-hartz-iv-empfanger-hamburg-29-marz-2014/

Der Hintergrund:

Vor der Öffentlichkeit durch die Medien bisher verschwiegen, ist es im Rahmen der Agenda 2010 bzw. Hartz IV zu zahleichen Todesopfern gekommen. Entweder hat man Hartz IV – Betroffene eiskalt verhungern lassen oder obdachlos auf die Straße getrieben und die Betroffenen dabei erfroren sind oder aber auch Menschen die in ihrer verzweifelten Hartz IV Zwangs- und Armutssituation in den Suizid gegangen sind. Dazu haben sich in Berlin Aktivisten zusammen gefunden, die diesbezüglich die Opfer aber auch die Hintergründe zu deren Todesursachen recherchieren.

Auf folgender Internetseite: http://dieopferderagenda2010.wordpress.com/ sind die Opfer und die Hintergründe ausführlich dargestellt.

Zusätzlich ist eine mobile Ausstellung auf der Basis von Kreuzen (deshalb Kreuzzug) erstellt worden, um bundesweit die Opfer und die Hintergründe öffentlich zu machen. Diese soll nun auch so am Rande der nationalen Armutskonferenz vom 26.9 bis 27.09.2014 am Freitag den 26.09.2014 ganztägig auf dem Hamburger Rathausmarkt gezeigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Lange
Hölderlinsallee 6

22303 Hamburg

Tel. 040 – 27 25 99

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Aktionstag gegen Schikane in Jobcentern

gegen-hartz.de - 18. September 2014 - 23:00
„Sie verlassen den grundgesetzlich geschützten Raum und betreten das Jobcenter“ stand auf einem Transparent von Tacheles, einer Erwerbsloseninitiative aus Wuppertal. Es war Teil einer Protestaktion, um auf die teils unhaltbaren Zustände im Jobcenter aufmerksam zu machen und auf die für Ende des Jahres geplanten weiteren Verschärfungen des SGB II-Leistungsrecht hinzuweisen...

Hartz IV: Clearingstelle im JobCenter Pankow

gegen-hartz.de - 18. September 2014 - 23:00
Das JobCenter Pankow wird eine Clearingstelle bekommen. Das hat die Piratenfraktion in der BVV Pankow nach langer Überzeugungsarbeit in den anderen Fraktionen bewirkt. Wir reden mit, wenn es darum geht, wie das JobCenter Pankow seine Arbeit organisieren soll...

Hartz IV-Sanktionen in Sachsen stark gestiegen

gegen-hartz.de - 17. September 2014 - 23:00
In Sachen ist die Zahl der Sanktionen deutlich gestiegen. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurden im vergangenen Jahr 71.586 Strafen gegen Hartz IV-Bezieher verhängt. 2007 waren es noch mit 48.117 Fällen noch weitaus weniger. Und auch in diesem Jahr wurden bereits mehr Sanktionen ausgesprochen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres...

Hartz-IV-Leistungen laut BVG problematisch

ArmutsBlog - 17. September 2014 - 11:26

Das Bundesverfassungsgericht (BVG) hat geprüft, ob die Umsetzung von Hartz IV, insbesondere im Kontext der SGB-II-Leistungen, mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Laut der Süddeutschen Zeitung kann das Ergebnis der Prüfung nur mit der Schulnote 4 bewertet werden: Die Leistungen seien laut Beschluss des Ersten Senats nämlich lediglich “derzeit noch verfassungsgemäß” . Vor allem die Nichtberücksichtigung gestiegener Stromkosten sowie kaum in den Leistungen enthaltene Anschaffungskosten für Dinge wie Kühlschrank und Waschmaschine wurden vom BVG gerügt.

Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 9.9.14

 

Bildung auf einen Blick – Bildungsungleichheit in Deutschland zementiert

ArmutsBlog - 17. September 2014 - 11:17

In der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie “Bildung auf einen Blick” werden Unmengen von vergleichenden Daten aus den OECD-Ländern im Kontext von Bildung präsentiert. Interessant und gleichzeitig alarmierend für Deutschland: Noch immer hängt der Bildungserfolg der Kinder stark vom Sozialstatus ihrer Eltern ab.  Die Studie kann leider nur käuflich erworben werden.

Link zur Pressemitteilung des Verlags

Hartz IV Betroffene sollen TK-Dividende zahlen

gegen-hartz.de - 16. September 2014 - 23:00
Wenn es um die Bearbeitung von Hartz IV-Anträgen geht, müssen Leistungsberechtigte häufig mehrere Wochen warten, bis sie den Leistungsbescheid vom Jobcenter erhalten. Wesentlich schneller scheinen die Behörden jedoch bei Rückforderungen zu sein. So verschickte das kommunale Jobcenter Offenbacher Mainarbeit..

Hartz IV: Theater nutzt Ein-Euro-Jobber aus?

gegen-hartz.de - 16. September 2014 - 23:00
Am Samstagabend stellten knapp 20 Mitglieder der Erwerbsloseninitiative „Die KEAs – Kölner Erwerbslose in Aktion“ die Verantwortlichen des freien Theaters in der Kleingedankstraße in Köln zur Rede. Hintergrund war die Beschäftigung von Ein-Euro-Jobbern und damit die aktive Unterstützung des Hartz IV-Systems durch das Theater...

Nicht wundern, es geht wieder um ein Hausverbot

Gegenwind - 16. September 2014 - 21:29

Da ja Herr Müller, GF ade und jetziger Dezernent für Ordnung, Sicherheit, Verkehr und Verbraucherschutz im Landkreis Zwickau, in seiner unendlichen Weisheit für den gleichen Zeitraum gleich 2 Hausverbote erlassen hat, steht nun noch ein Urteil aus.

Diesmal soll es eine richtige Verhandlung geben, so mit allem Drum und Dran und 5 Zeugen sind auch geladen. Dabei freue ich mich schon auf die Aussagen der Arbeitslosenverfolger. Werden die ihre menschenverachtende Einstellung offen zur Schau stellen, oder versuchen sie, sich irgendwie durch zu lavieren?

Da die Verhandlung öffentlich ist, kann sich jeder der es möchte einen eigenen Eindruck verschaffen.

Wenn der Termin nicht verschoben wird, findet die Verhandlung am

30. September 2014
um 13:30 Uhr
im Saal 311 des Sozialgericht Chemnitz,
Straße der Nationen 2-4 in 09111 Chemnitz

statt. Sollte der Termin verschoben werden, wird dies natürlich an dieser Stelle mitgeteilt
Eine rechtzeitige Anreise ist anzuraten, da Leibesvisitationen stattfinden.

Übrigens die Anzeige der obersten Arbeitslosenverfolgerin Frau Mathilde Schulze-Middig wegen Hausfriedensbruch ist ebenfalls ein Griff ins Klo gewesen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt.

A. Pianski

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Immer die Selben

Gegenwind - 16. September 2014 - 21:18

Am Montag in der Sprechstunde beklagt sich eine Hartz IV-Geschädigte über ihre neu zugeteilte Arbeitslosenverfolgerin. Sie war auch ziemlich aufgelöst und konnte diese herablassende aggressive Behandlung, wie sie sagt, die sich über den ganzen Zwangsbesuch hinzog, kaum verkraften.

„Das geht ganz schön an die Substanz und dann ständig diese Drohungen“

Mir kam diese Schilderung ziemlich bekannt vor, da sie eigentlich unverwechselbar nur auf eine Person zutreffen kann. Das bestätigt sich dann auch ziemlich schnell. Frau Geier, vormals Goldacker, war die neue Vermittlerin.

Alles lief auch darauf hinaus, dass der Nebenjob flöten gehen sollte. Das ist übrigens typisch für die Herangehensweise von Frau Geier. Wir haben in der Vergangenheit schon mehrmals Geschädigte vor solchen Aktionen bewahrt.

Die Geschädigte arbeitet nämlich in einem Nebenjob in einer caritativen Einrichtung. Dort muss sie vormittags an Dienstbesprechungen teilnehmen und auch Außendienst leisten. Dies erzählte sie Frau Geier und bat, die Zwangsvorladungen auf den Nachmittag zu legen, wie ihre Kollegen das bis jetzt auch immer getan haben. Doch da war sie offenbar an die falsche Person geraten, denn Frau Geier soll gesagt haben, dass sie prinzipiell nur vormittags vorlädt. Das Wort vorladen ist jetzt meinem Verständnis geschuldet, Frau Geier wird wohl das täuschende Wort Einladung gebraucht haben.

Auch hob sie den Konsens der ehemaligen Vermittler auf, nur im Tagespendelbereich zu vermitteln und schickte Vermittlungsvorschläge bis hin nach Leipzig. Das sowohl in Kenntnis der Nebentätigkeit und des nicht Vorhandenseins eines eigenen Fahrzeugs. Wahrlich rigoros und rücksichtslos.

Für Gegenwind steht hier mal wieder eine massive Intervention bevor.

A. Pianski

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Kampfbaustelle besucht Jobcenter Mülheim

Gegenwind - 16. September 2014 - 17:18

Heute, am 15. September 2014, hieß einer der Themen-Schwerpunkte der Sozialen Kampfbaustelle ‘Hartz IV’. Was liegt da näher, als gemeinsam geeignete Orte des Systems aufzusuchen. Im Jobcenter Köln-Mülheim gab es eine Massenbegleitung und wurde ein Großtransparent entrollt.

Offenbar war es nur die simple Aussage einer Sachbearbeiterin, die alles durcheinander brachte oder geeignet war, dem heute Begleiteten unnötige Ängste einzujagen. Unnötig deshalb, weil die Teamleitung quasi den roten Teppich auslegte, um schnell und unkompliziert die Lösung der meisten Probleme einzutüten. Bargeld gab es auch. Heute.

Aber der Weg zur Teamleitung ist eben oft nur dann einfach, wenn man mit genügend Leuten vor der Tür steht, von denen das Jobcenter weiß, dass sie sich nicht so schnell abwimmeln lassen. So wie heute.

Keine Angst haben!

Dabei heißt es in den im Januar 2014 veröffentlichten “Führungsgrundsätzen” des Kölner Jobcenters unter Punkt 6:

“Wir lassen Konflikte zu und wissen sie positiv zu nutzen. Konflikte sehen wir als Herausforderung, die für unsere Weiterentwicklung wichtig sind.”

Gemeint sind Konflikte zwischen den hierarchischen Ebenen der Jobcenter-Mitarbeiter. Nicht die, zwischen Betroffenen und Jobcenter, nicht die, zwischen uns und Hartz IV. Und dennoch darf diese Ansage dazu ermutigen, die Auseinandersetzung offensiv zu suchen und auch die Führungsebene zu involvieren. So heißt einer unserer Grundsätze: Keine Angst vorm Jobcenter!

Dieser Grundsatz, aber auch die erfolgreich erprobte Methode der Begleitung, auch Massenbegleitung, wurde denn auch heute nochmal im Wartebereich des Jobcenters vorgestellt. Mit positiver Resonanz unter den wartenden Erwerbslosen.

Quelle: Die KEAs

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Nahles plant Entschärfung der Hartz-IV-Sanktionen?

gegen-hartz.de - 15. September 2014 - 23:00
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will zukünftig mehr "Milde" bei der Sanktionierung von Hartz IV-Beziehern walten lassen. Das geht aus einem Papier des Ministerium „zur Weiterentwicklung des Sanktionenrechts" in der staatlichen Grundsicherung hervor, wie die Online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ berichtet. Zumindest gegen unter 25-jährige Leistungsberechtigte...

Ex-Gastarbeiter oft von Altersarmut betroffen

gegen-hartz.de - 15. September 2014 - 23:00
Unter ehemaligen Gastarbeitern ist die Altersarmut mehr als dreimal so hoch wie bei deutschen Rentnern. Das ergab eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach sind insbesondere türkischstämmige Senioren häufig von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gelten in Deutschland...

Jeder Fünfte Erwerbslose auf Hartz IV

gegen-hartz.de - 14. September 2014 - 23:00
Immer mehr junge Arbeitnehmer unter 25 Jahre rutschen nach dem Jobverlust direkt in Hartz IV. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Um Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) zu haben - eine Versicherungsleistung der Arbeitslosenversicherung, in die jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte...

Eingliederungsverwaltungsakt sofort gültig

gegen-hartz.de - 14. September 2014 - 23:00
Wenn das Jobcenter einen Eingliederungsverwaltungsakt anordnet, ist dieser gegenüber dem Hartz IV-Bezieher sofort vollziehbar. Das gilt auch, wenn auch der Betroffene Klage beim Sozialgericht erhebt, urteilte das Sozialgericht Dortmund in seinem Beschluss vom 3. September 2014 (Akteneichen: S 35 AS 2893/14 ER)...

Keine Welle von Hartz IV Sozialmissbrauch

gegen-hartz.de - 12. September 2014 - 23:00
Seit Anfang 2014 haben Bulgaren und Rumänen die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit, wenn sie eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen möchten. Seither gibt es hier eine breitere Debatte über die »Zuwanderung in unsere sozialen Sicherungssysteme« und »Sozialmissbrauch« (s. auch SozSich 5/2014, S. 198 ff.) Die Bundesregierung...

Hartz IV-Anspruch auf Fahrtkosten der Kinder

gegen-hartz.de - 11. September 2014 - 23:00
Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) bringt zumindest eine konkrete und sofort wirksame Verbesserung für Familien im Hartz-IV-Bezug: Kindern stehen zusätzliche Fahrtkosten zu, wenn sie die Gutscheine für soziale Teilhabe nutzen und etwa in einem Sportverein aktiv sind...

Ab dem 1. April 2015 soll die Angst vor der Armut noch weiter wachsen

Gegenwind - 11. September 2014 - 22:06

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat seit Monaten an einer Reform des SGB II herumgebastelt, um die Arbeitslosen abermals zu schikanieren. Das Ganze lief unter dem schöngefärbten Titel “Rechtsvereinfachungen im Zweiten Sozialgesetzbuch”, offiziell heißt es nun “Neuntes SGB II-Änderungsgesetz”.

Unter den 36 geplanten Änderungen finden sich unter anderem diese abstrusen Punkte:

Menschen, die Hartz IV beziehen, sollen deutlich schlechtere Karten haben, wenn sie Verwaltungsvorgänge rückwirkend (nach § 44 SGB X) überprüfen lassen wollen, das soll dann “nur bei geänderter Rechtslage” und “neuen Beweismitteln” möglich sein. Ein Freifahrtschein für Willkürakte seitens der Jobcenter.

Es kommt noch schlimmer: Zum einen sieht der Entwurf eine Änderung des SGG 73 vor: “Einführung eines Vertretungszwangs auch für Beteiligte vor dem Landessozialgericht.” Leistungsberechtigte sollen sich also künftig von einem Anwalt vertreten lassen müssen. Zum anderen droht eine Änderung des SGG 184 Abs. 3 sowie SGB X 64 Abs. 3 Satz 2: “Abschaffung der Pauschgebührenbefreiung für Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende im sozialgerichtlichen Verfahren.” Und als Sahnehäubchen eine Änderung des SGG 183 sowie SGB X 64: “Einführung einer Gebühr für 1) Klage (SN) bzw. 2) Klage und Widerspruch (z.B. 20 Euro).”

Wovon soll man diese Gebühren und die Anwälte zahlen, wenn man am Existenzminimum lebt? Wer sagt, dass es bei 20 Euro bleibt? Und wie viel kostet erst ein Rechtsanwalt? Die geplante Reform verstößt eklatant gegen unseren sogenannten Rechtsstaat, in dem jeder und jede das Recht und die Möglichkeit haben müssen, den Rechtsweg einzuschlagen – auch gegen den Staat selbst. Man erinnere sich: Jeder dritten Klage gegen Hartz IV wird recht gegeben; und in 42 Prozent der Verfahren gegen Sanktionen wird zugunsten der klagenden Arbeitslosen entschieden. Es ist geradezu menschenverachtend, wenn das Hartz-IV-System nun auch noch die ohnehin schwer und langwierig zu öffnende Tür zum Gericht verriegeln will.

Darüber hinaus ist folgendes geplant: Die sogenannten “temporären Bedarfsgemeinschaften” (getrennt lebende Paare mit einem oder mehreren Kindern) sollen abgeschafft werden, um Verwaltungskosten zu sparen. Heißt: Die Jobcenter dürfen Leistungen für Kinder zusammenkürzen, wenn diese beispielsweise ein Wochenende im Monat beim anderen Elternteil verbringen. (Die Berechnung würde vermutlich so aussehen: Monatssatz für ein Kind von X Euro, geteilt durch 30 Tage, multipliziert mit den Aufenthaltstagen beim anderen Elternteil.)

All das würde, erstens, zu einer noch drastischeren Überwachung der Hartz-IV-Bezieher führen, wenn nicht nur mehr die Zahnbürsten und Bettlaken in den Privaträumen überprüft werden, sondern auch noch die private Terminplanung. Zweitens ist es hanebüchen, dass ein Elternteil massiv Geld spart, wenn das Kind für ein Wochenende woanders übernachtet: Kleidung, Hausrat und Schulsachen wollen trotzdem bezahlt werden.

Ebenso drastisch ist der Vorschlag der Bundeagentur für Arbeit, den Mehrbedarfsanspruch für Alleinerziehende zu kürzen, der momentan durchschnittlich bei 130 Euro monatlich liegt. Die Bundesagentur für Arbeit schreibt hierzu:

“Ziel: Es erfolgt eine Korrektur von Fehlanreizen. Die Erwerbstätigenquote liegt bei Alleinerziehenden bundesweit bei rund 60%. Alleinerziehende im Leistungsbezug nach dem SGB II sind hingegen oft schwer beruflich zu integrieren. Lösungsvorschlag: Der Mehrbedarf für Alleinerziehende wird zukünftig nur noch gewährt, wenn die/der erwerbsfähige Leistungsberechtigte eine Erwerbstätigkeit ausübt oder an einer Maßnahme zur beruflichen Qualifizierung bzw. Eingliederung in Beschäftigung teilnimmt und für den gleichen Zeitraum Arbeitslosengeld II zu beanspruchen hat.

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42717/2.html

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Mail und Pressemitteilung der BA Nürnberg zu den Vorschüssen / Allegro

Gegenwind - 11. September 2014 - 21:56

Aufgrund unserer Berichterstattung erreichte uns die folgende Mail der Pressestelle der BA Nürnberg, die wir hier gern vollständig wiedergeben möchten.

“Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Team der Erwerbsloseninitiative Leipzig,

in den letzten Tagen gibt es falsche Informationen, die im Internet bzw. in sozialen Medien gestreut werden, dass mit Einführung der neuen Software ALLEGRO in den Jobcentern keine Vorschusszahlungen mehr möglich wären.
Dies ist so nicht richtig – und wir haben uns um eine Richtigstellung bemüht. Wenn Sie unsere Informationen auch auf Ihren Seiten veröffentlichen, freuen wir uns.
U.a. dpa-Meldung versucht ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, auch wenn nicht alles perfekt formuliert ist.

Es geht nämlich nicht um den Anspruch auf Vorschuss nach § 42 SGB I , sondern um die bisher bei A2LL gängige Praxis, ohne Darlehensvertrag einen Vorschuss auf die Leistungen zu bekommen, die eigentlich erst im Folgemonat fällig werden. Dies ist mit ALLEGRO nicht mehr möglich, es muss ein Darlehensantrag gestellt werden. Der Anspruch nach § 42 SGB I bleibt davon natürlich völlig unberührt, Vorschusszahlungen auf dieser Basis sind weiterhin möglich.

Vielen Dank und beste Grüße aus Nürnberg,

Frauke Wille

Frauke Wille
Pressestelle/Zentrale
Pressereferentin
Tel: 0911 / 179 – 30 50
Fax: 0911 / 179 – 14 87
E-Mail: frauke.wille@arbeitsagentur.de
zentrale.presse@arbeitsagentur.de

Bundesagentur für Arbeit
Regensburger Straße 104
90478 Nürnberg”

******************

In Jobcentern künftig nur noch Vorschuss auf Darlehens-Basis

Nürnberg (dpa) – Hartz-IV-Empfänger, denen vorzeitig das Geld ausgeht, sollen auch künftig einen Vorschuss erhalten können – allerdings als zinsloses Darlehen. Dazu ist nun beim Jobcenter ein formeller, aber einfacher Antrag nötig, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte. Darlehen hätten zudem den Vorteil, dass sie anders als Vorschüsse in Teilen zurückgezahlt werden könnten.

Grund der Änderung sei die Einführung einer neuen Computer-Software, die von 18. August an ein älteres Programm ablöse, sagte die Sprecherin. Sie widersprach damit Berichten einer Berliner Flüchtlings- und Sozialhilfeinitiative. Diese hatte berichtet, wegen der neuen Software gewährten die Jobcenter grundsätzlich keine Vorschüsse mehr.

Nach Angaben der Bundesagentur soll die neue Software die Bearbeitung der Anträge erleichtern. Vorschusszahlungen im bisherigen Sinne sehe das neue System von 1. September an aber nicht mehr vor, da es dafür schon bisher keine gesetzliche Regelung gegeben habe.

Der neue Bewilligungsbescheid, mit der Frage was soll das???????

http://sozialberatung-kiel.de/2014/08/17/neue-alg-ii-bescheide-ab-18-08-2014/

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-recht-und-pflicht-auf-alg-ii-vorschuesse-90016222.php

BO-Sozialberatung: BO-Sozialberatung@t-online.de

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Jobcenter Glauchau – oder die Auferstehung der Gebrüder Grimm

Gegenwind - 11. September 2014 - 21:48

Es war einmal in einem Gebäude zu Glauchau. In diesem Gebäude „arbeiten“ Menschen, und diese trugen, so wie es bereits in der Bibel steht, seltsame Gewänder und irren planlos umher. Dieses Gebäude, namens Jobcenter, steht auch noch in einer Straße, die Hoffnung genannt wurde.

Eigentlich sollten die Menschen, die in diesem Gebäude „arbeiten“, den Menschen, die zu ihnen kamen, helfen. Doch welch ein Hohn für Alle, die hier Hilfe suchten. Es ist eine Falle. Ist man erst einmal in den Fängen dieser angeblich sozial kompetenten Mitarbeiter/innen zeigen sie ihr wahres Gesicht. Sie schreien die Menschen an, erniedrigen sie, machen sie krank, schmeißen sie raus, machen sie zu Sklaven und lassen sie verhungern.

All den Hilfesuchenden wird klar, dass dies wirklich nichts mit Hoffnung zu tun hat.

So trug es sich sogar zu, dass eine Befehlshaberin aus diesem merkwürdigen Gebäude, einmal eine junge alleinerziehende Mutti, die unbedingt Hilfe benötigte, zu sich in ihre Kemenate bestellte. Aber anstatt zu helfen, wurde ihr nahegelegt, doch die Hilfe von anderen Menschen, die sich den „Gegenwind e.V.“ auf die Fahne geschrieben haben, los zu sagen. Das sind böse Leute, die ihr nur böses wollen – so die Befehlshaberin.

Erst kürzlich gab es einen riesigen Menschauflauf (Demo) vor dem Gebäude, und Unmengen von Polizisten mussten diesen gewaltigen Menschenauflauf auflösen. Die Gegenwindler sind böse und wollen nur die Hilfe der in dem Gebäude planlos umherirrenden verhindern.

Allerdings, so die junge alleinerziehende Mutti, habe ich davon nichts gehört. Auch nichts gelesen, und auch nichts in den flimmernden Kisten gesehen. Aber, so die Mutti, haben mir die Gegenwindler immer geholfen, bei den „Fehlern“, die ständig in diesem Gebäude verzapft werden. So konnte ich wieder für meinen kleinen Jungen und mich wieder etwas zu Essen machen.

……………………………… und da sie nicht gestorben sind, irren diese Menschen immer noch in ihren seltsamen Gewändern planlos umher, und überlegen immer weiter, wie sie den Hilfesuchenden am Besten die Hilfe verwehren können.

Klar ist das Satire, aber so hat es sich zugetragen. Eine Teamleiterin hat tatsächlich einer jungen alleinerziehenden Mutter nahegelegt, sich von Gegenwind e.V., Arbeitsloseninitiave Glauchau-Zwickau-Cloppenburg zu distanzieren. Es sind wirklich böse Menschen, die nicht helfen können. Vielmehr soll vor dem Gebäude vor rund 2-3 Wochen eine riesige Demo stattgefunden haben, und die Polizei wäre mit einem immensen Aufgebot vor Ort gewesen.

Also hätte es so eine Demo vor dem Jobcenter Glauchau gegeben, dann wäre Gegenwind mit Sicherheit dabei gewesen. Ja, wir hätten diese Demo sogar organisiert!!! Aber es gab keine Demo und keine Polizei. Es sei denn, dass einer der Hilfesuchenden, weil er wieder einmal genötigt oder um seine Rechte und Geld gebracht wurde, aus lauter Verzweiflung die Polizei rief um eine Anzeige zu erstatten.

Wir sehen hier von einer Namensnennung der Glauchauer Teamleiterin noch ab. Jeder Mensch muss die Chance im Leben haben einmal „Mist“ zu verzapfen – und sei es als Märchentante aufzutreten.

Hans-Jürgen Reglitzki

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